In dieser Woche gab es am Anleihenmarkt Neuemissionen von Unilever (3er-Pack), von Ford Motor Credit eine Dualtranche und KME platzierte erfolgreich einen 5-jährige Anleihe. Das Praxismagazin für Finanzthemen Onlineausgabe des Printmagazins Finanzen Markt & Meinungen.

 
 
09.02.2018 10:03 Uhr
FINANZMARKT FÜR ANLEIHEN UND WÄHRUNGEN

Anleihen: Neuemissionen von Unilever und Ford Motor Credit sowie KME Kupfer

FrankfurtMain/München, 09.02.2018 10:03 Uhr (Klaus Stopp)

Die Neue­mis­sionen von Anleihen lässt nicht nach. So begaben Unilever einen 3er-Pack, Ford Motor Credit eine Dual­tranche und KME (Her­steller von Produkten aus Kupfer) plat­zierte erfolg­reich einen 5-jährige Anleihe.

Informationen zum Autor:
Klaus Stopp
Klaus Stopp ist Head of Market Making Bonds der Baader Bank.

Einer der weltweit größten Hersteller von Verbrauchsgütern, Unilever, sammelte insgesamt 2 Mrd. € am Kapitalmarkt mittels Anleihen ein. Die erste 500 Mio. € schwere Tranche (A19V7Q) ist am 12.08.2023 fällig und hat einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,5%. Begeben wurde der Bond zu 99,494%, was einem Emissionsspread von +3 bps über Mid Swap gleichkam. Der zweite Bond (A19V7R) hat ein Emissionsvolumen von 700 Mio. € und zahlt den Investoren bis zur Fälligkeit am 12.02.2027 einen jährlichen Zins von 1,125%. Der Reoffer lag bei 99,609% (+15 bps über Mid Swap). Die dritte Anleihe (A19V7S) läuft bis zum 12.02.2033 und ist mit einem Kupon von 1,625% ausgestattet. Die nominal 800 Mio. € konnte Unilever mit 99,132% erfolgreich platzieren, was einem Spread von +25 bps über Mid Swap entsprach. Unilever wählte bei allen 3 Anleihen, wie auch Ford Motor Credit und KME, die bei Privatanlegern unbeliebte Mindeststückelung von 100.000 €.

Baader Bank Anleihen Neuemissionen

Ford Motor Credit sammelt mittels 2 neuer Anleihen 1,25 Mrd. Euro ein.

Ford Motor Credit nahm mittels einer 4- und 7-jährigen Anleihe frisches Geld am Kapitalmarkt auf. Mit dem ersten 750 Mio. € schweren Bond (A19V3P) refinanziert sich das Unternehmen bis zum 07.12.2022 variabel. Der Kupon richtet sich nach dem vierteljährlichen Euribor plus 0,42PP. Ausgegeben wurde das Papier zu pari. Der zweite Bond (A19V3Q) hat ein Emissionsvolumen von 500 Mio. € und ist am 07.02.2025 endfällig. Ford Motor Credit zahlt den Anlegern hierbei jährlich 1,355% Zinsen. Der Reoffer lag ebenfalls bei 100% und entsprach damit einem Emissionsspread von +60 bps über Mid Swap.

KME zahlt seinen Investoren jährlich 6,75 Prozent Zinsen.

Als letzter im Bunde begab der deutsche Hersteller von Produkten aus Kupfer, KME, eine Anleihe mit einem Volumen von 300 Mio. €. Der Bond (A2G8U5) zahlt den Investoren bis zur Fälligkeit am 01.02.2023 einen festen jährlichen Zins in Höhe von 6,75%. Dieser kommt jeweils im April und Oktober eines jeden Jahres zur Auszahlung. Der Emissionspreis lag bei 98,953%, was einen Spread von +693 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe bedeutete. Die hundertprozentige Tochter des Mailänder Unternehmens Intek Group S.p.A. mit Sitz in Osnabrück nahm neben einer Make Whole Option drei zusätzliche Kündigungstermine in die Emissionsbedingungen auf. So ist der Bond vom Emittenten jederzeit ab dem 01.02.2020 zu 103,375%, ab dem 01.02.2021 zu 101,688% und ab dem 01.02.2022 zu pari kündbar.

News bei Währungen

An den internationalen Finanzmärkten sorgte der Kurseinbruch bei Aktien zu Wochenbeginn ebenfalls für geschichtsträchtige Schlagzeilen. Am Devisenmarkt hingegen hatte das Börsenbeben beim Währungspaar EUR/USD anfänglich kaum Auswirkungen. Zum Start in die neue Woche eröffnete die Einheitswährung den Handel bei 1,2456 USD. Seither bewegt sich das Devisenpaar in einer Handelsspanne zwischen 1,2245 USD und 1,2475 USD, was insbesondere den mahnenden Worten von Österreichs Notenbank-Gouverneur Nowotny geschuldet ist, der den USA vorwarf, den USD bewusst zu drücken. Mit Blick auf die vergangenen Handelstage zeigt sich die US-Valuta leicht verbessert und konnte sich von ihrem Dreijahrestief, aufgestellt am 25. Januar 2018 bei 1,2537 USD, wieder etwas lösen. Zur Stunde notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,2270 USD.

Nach dem gestrigen Zinsentscheid der brasilianischen Notenbank (Reduzierung des SELIC-Satzes von 7% auf 6,75%) handelt der Euro im Vergleich zum brasilianischen Real derzeit bei ca. 4,015 BRL. Im Vorfeld der Zentralbanksitzung stieg die Einheitswährung bis auf 4,0617 BRL und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2016.

Zu den favorisierten Währungsanleihen zählten in dieser Woche abermals die US-Dollar Bonds. Darüber hinaus standen Anleihen auf australische Dollar, südafrikanische Rand, russische Rubel und vereinzelt auch brasilianische Real auf den Kauflisten.

Der Autor dieses Artikels ist Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank AG. www.bondboard.de

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten. Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich. Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten.

Herausgeber: Baader Bank AG Weihenstephaner Str. 4 85716 Unterschleißheim Deutschland www.baaderbank.de

Redaktion: Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse der Baader Bank AG Marc Schlömer, Kapitalmarktanalyse, Baader Bank AG

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