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Handel mit verbrieften Derivaten auf Rekordkurs

Stuttgart, 02.12.2006 12:17 Uhr (Thomas Spengler)

Die Börse Stuttgart, hier werden die meißten Derivate gehandelt, registriert lebhafte Aktivitäten der Privatanleger

Aushängeschild der Börse Stuttgart ist das Handelssegment EUWAX. Das Handelssegment EUWAX stellt weltweit den größten börslichen Marktplatz für verbriefte Derivate dar.

Das Derivate-Jahr 2006 kennt anscheinend keine Grenzen. Allein im Handelssegment EUWAX der Börse Stuttgart wurde in den ersten fünf Monaten 2006 mit 41,6 Milliarden Euro fast der gesamte Handelsumsatz des Vorjahres (44,6 Mrd.) erreicht. Während der Zuwachs in den ersten Monaten noch von der freundlichen Stimmung an den Finanzmärkten getragen wurde, ist es seit Mai die stark gestiegene Schwankungsbreite im Markt, die für einen weiteren Umsatzschub sorgte.

Die Korrektur an den Aktienmärkten wirkte sich in zweierlei Hinsicht positiv auf die Umsätze mit verbrieften Derivaten aus. Zum einen sorgte sie für eine Vielzahl von Stop-Loss-Verkäufen und für den vorzeitigen Verfall etlicher Hebelprodukte, die später wiederum zu Neueindeckungen führten. Zum anderen sorgte die gestiegene implizite Volatilität im Markt (= Schwankungsbreite) für erheblich mehr Aktivität in Optionsscheinen und Knock-out-Produkten.


 

An der Börse Stuttgart lassen sich zwei grundsätzlich unterschiedliche Anlegertypen erkennen. Auf der einen Seite der risikobewusste, auf kurzfristige Gewinne ausgerichtete Anleger in Optionsscheinen und Knockout- Produkten und auf der anderen Seite der konservative, an langfristigem Vermögensaufbau interessierten Käufer von Anlagezertifikaten.


 

Auch wenn das Umsatzwachstum der Hebelprodukte in der jüngsten Vergangenheit, nicht zuletzt auch wegen der gestiegenen Volatilität, deutlich über dem der Anlagezertifikate lag, darf das Wachstum bei letzteren als deutlich nachhaltiger angesehen werden. Beiden Anlegergruppen gemein ist allerdings, dass ein Großteil der ihnen derzeit zufließenden Mittel von neu gewonnenen Anlegern stammen dürfte.

Bei den Hebelprodukten sollte sich der Markt um einen erheblichen Teil dieser überwiegend auf steigende Kurse spekulierenden Anleger von selbst bereinigen, sobald nachhaltige Marktängste aufkommen sollten. Anders dagegen bei den Anlagezertifikaten. Denn hier greift der Anleger ohnehin zu den überwiegend risikoärmeren Strukturen, die selbst bei mittleren Rückschlägen im Markt immer noch zu positiven Renditen führen.

Ungeachtet dieser Tatsache ist die beliebteste Zertifikategruppe die der Indexpartizipationsscheine. Darauf folgen dann schon die kapitalgarantierten Produkte für die Langfristanlage. Dazu zählen jene Produkte, die eine absolute Absicherung des Emissionsvermögens zum Laufzeitende garantieren, gefolgt von so genannten Airbag-Zertifikaten, die zwar eine höher Performance versprechen, dafür aber Kursverluste unterhalb des Emissionsniveaus nur innerhalb einer Spanne absichern.

Zweifellos die erfolgreichste Produktentwicklung der vergangenen Jahre ist das Bonus-Zertifikat, das inzwischen mit zahlreichen Zusatzfunktionalitäten und Fortentwicklungen angeboten wird.

 

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