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Kursprognosen erneut übertroffen: Was sagt dies dem Anleger?

Frankfurt/Main, 25.02.2007 12:54 Uhr (Dr. Gerrit Fey)

2006 war erneut ein sehr erfreuliches Börsenjahr. Der Deutsche Aktienindex DAX, der die Wertentwicklung deutscher Standardaktien wiedergibt, kletterte von Ende 2005 bis Ende 2006 von 5.408 auf 6.596 Punkte – eine weit über dem langjährigen Durchschnitt liegende Steigerung von 22 Prozent. Inzwischen hat der DAX gar 6.800 Punkte erreicht.

Dabei waren die Prognosen deutlich zurückhaltender.
Vor rund einem Jahr lagen selbst optimistische Analystenschätzungen für den DAX-Jahresendstand nur bei rund 6.100 Punkten, was eine Kurssteigerung von knapp 13 Prozent bedeutet hätte. Sogar Verluste von über fünf Prozent wurden von einzelnen Aktienanalysten als möglich erachtet.

Die Bandbreite der Prognosen und ihre vergleichsweise geringe Zielgenauigkeit zeigen, wie schwer es ist, die Börsenentwicklung zutreffend vorauszusehen. Grund dafür ist nicht etwa ein mangelndes Fachwissen der Analysten. Zu viele unternehmensspezifische und gesamtwirtschaftliche Einflussfaktoren, die zum Zeitpunkt der Prognose großteils noch gar nicht bekannt sind, bestimmen letztlich die Erwartungen der Anleger und damit die Kurse, erklärt das Deutsche Aktieninstitut.


 

Wer langfristig und breit gestreut in den Aktienmarkt investiert, muss sich allerdings keine allzu großen Gedanken über die Qualität von Aktienprognosen machen, denn in der langen Frist sind die Durchschnittsrenditen von Aktien unschlagbar hoch.


 

Der langfristige Anleger kann deswegen auch einmal ein schlechtes Börsenjahr überstehen. Für aktivere Investoren sind Prognosen hingegen trotz der genannten Einschränkungen eine wichtige Hilfestellung – aber auch die beste Prognose macht die eigene Einschätzung des Anlegers nicht überflüssig.

 

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