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Endlich In Rente - Haben Sie richtig vorgesorgt?

Köln, 07.03.2007 19:45 Uhr (FS)

Sorglos im Alter leben, insbesondere ohne finanzielle Engpässe. Das wünschen sich die meißten. Für 78% der Deutschen ist die finanzielle Absicherung ein Lebensziel. 63% verzichten schon heute auf ein Teil ihrer Konsumausgaben.

Mehrwertsteuererhöhung als Konsumkiller?
Sollen Jugendliche auf ihre Spaßgesellschaft verzichten oder doch eher fleißig Geld ausgeben? Einerseits soll es in Deutschland insgesamt wieder aufwärts gehen. Es werden Anreize für mehr Konsum geschaffen.

Wirtschaft hin oder her; Menschen werden im Umgang mit Geld sensibler. Viele können und wollen sich nicht auf jeden Trend einlassen. Mittlerweile ist das Thema "Rente" bei jedem angekommen und spiegelt sich im Vorsorgeverhalten nieder. Dennoch meinen Experten es wird zu wenig getan.
Wir stellen in einer Serie die Hintergründe "Rente" dar und geben praktische Hinweise zu Vorsorgestrategien.

Heute: Wie war das nochmal mit der sicheren Rente?

Wegen des demografischen Wandels ist die Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) immer weniger in der Lage, den Lebensstandard im Alter zu gewährleisten. Der steigende Anteil der Senioren wird die Relation von Rentenbeziehern zu Einzahlern in die GRV zu Lasten der Einzahler stark verändern.

Verschiedene Reformen der Alterssicherungssysteme haben zu einer Absenkung des Rentenniveaus geführt:
Das Nettorentenniveau soll von 70% auf unter 50% bis 2035 sinken bei einem Beitragssatz von maximal 22% (Deutsche Bank Research). Gleichzeitig werden die private und die betriebliche Altersvorsorge gefördert. Man geht jedoch davon aus, daß die bisher ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen werden, um die Funktionsfähigkeit der GRV langfristig zu sichern. Weitere Einschnitte - nicht nur in Form der Erhöhung des Regelalters für den Rentenbezug auf 67 Jahre - sind zu erwarten. Vor allem die jüngeren Generationen werden davon betroffen sein.

Derzeit stammen die Alterseinkünfte noch zu 80% aus der GRV bzw. den Pensionen der Beamten. 5% machen Betriebsrenten aus. Die individuelle Altersvorsorge trägt rund 13% zum Alterseinkommen bei (Rest: sonstige Einkünfte wie etwa Arbeitseinkommen). Ausbleibende bzw. nur geringe Rentenerhöhungen werden zukünftig die Bedeutung der GRV verringern.

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GFK Studie Vorsorge

Mit dem 2004 beschlossenen Alterseinkünftegesetz wurde der Übergang zu einer nachgelagerten Besteuerung der Renten eingeleitet: Ab 2005 unterliegen die Renten der jeweiligen Neurentner von Jahr zu Jahr zu einem höheren Anteil der Einkommenssteuer. Dieser Prozentsatz, der für das restliche Leben eines Rentners gleich bleibt, wird sich 50% in 2005 bis 2040 auf 100% erhöhen. Parallel werden die Beiträge zur Altersvorsorge steuerfrei gestellt (der absetzbare Betrag steigt von maximal 12.000 € einschließlich Arbeitgeberbeiträge in 2005 bis auf 20.000 € in 2025). Die dadurch freiwerdenden Einkommensteile sollen nach der Intention des Gesetzgebers in die private Altersvorsorge fließen.


 

Gleichzeitig haben die Kapital-Lebensversicherungen durch das Alterseinkünftegesetz ihren bisherigen Steuervorteil (Steuerfreiheit der Erträge bei Auszahlung in einem Betrag) weitgehend verloren.


 

Die staatlich geförderte Altersvorsorge über die Riester-Rente bzw. die verschiedenen Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge nach dem Altersvermögensgesetz von 2001 wurden mit dem Alterseinkünftegesetz 2005 durch die sogenannten Rürup-Renten (Basisrente) - eine private Leibrente - ergänzt.
Sie ist vor allem für Selbständige/Freiberufler gedacht.

 

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