Finanzen Markt & Meinungen Startseite

 

Berlin: 10 Jahre IBB Beteiligungsgesellschaft mbH

Berlin, 09.03.2007 17:43 Uhr (FS)

Konsortien unter Beteiligung der IBB Beteiligungsgesellschaft
mbH haben den Berliner Technologieunternehmen seit 1997
rund 400 Mio. Euro an Beteiligungskapital zur Verfügung gestellt.
Rund 60 Mio. Euro davon hat die IBB Beteiligungsgesellschaft
als Lead-, Co-Lead oder Co-Investor selbst aufgebracht.

„Ich finde, dieser Beitrag zur Finanzierung Berliner Technologieunternehmen kann sich durchaus sehen lassen“, sagte Prof. Dr. Dieter Puchta, Vorstandsvorsitzender der Investitionsbank Berlin (IBB) und Aufsichtsratsvorsitzender der Beteiligungstochter bei der Vorstellung der 10-Jahres-Bilanz am 9. März 2007 in der IBB. Gemäß ihrem Finanzierungsauftrag unterstützt die IBB Beteiligungsgesellschaft dabei in erster Linie Unternehmen in den Berliner Kompetenzfeldern, also aus den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie, Life Sciences, Verkehrssystemtechnik, und Optische Technologien, aber auch aus verwandten Bereichen wie der Fertigungstechnik und der Umwelttechnik, damit diese ihre Ideen schneller in marktfähige Produkte umsetzen können.

Prof_Puchta
Prof. Dr. Dieter Puchta

„Diese „Early Stage - Finanzierungen“, auf die nur rund 10% des in Deutschland investierten Wagniskapitals entfallen, sind besonders risikoreich, aus Sicht einer öffentlichen Beteiligungsgesellschaft aber auch besonders verdienstvoll, weil diese Unternehmen es natürlich besonders schwer haben, ihre Vorhaben zu finanzieren“, führte Puchta weiter aus.

Die Gründung der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH war 1997 aus Mitteln der IBB gerade in der Aufbruchphase der „New Economy“ erfolgt. Junge Technologieunternehmen, denen es häufig an bankmäßigen Sicherheiten mangelte, trugen in diesen
Jahren zu einem rasanten Wachstum des Venture Capital Marktes in Deutschland bei. So stiegen auch alle Indikatoren
der IBB Beteiligungsgesellschaft (Anfragen, Erstinvestments,
Folgeinvestments und Drittmitteleinwerbungen) bis zum Jahr
2000 von Jahr zu Jahr kräftig an. Die Krise der „New Economy“
traf dann logischerweise auch die IBB Beteiligungsgesellschaft,
deren Portfolio im Wesentlichen aus Beteiligungen an Unternehmen der krisengeschüttelten Branchen IT und Life Sciences bestand. Eine von Anfang an maßvolle und risikobewusste Geschäftspolitik ließ diese Krise aber überstehen und legte die Grundlage für den geschäftlichen Aufschwung der IBB Beteiligungsgesellschaft ab 2005 und das bisher erfolgreichste Geschäftsjahr 2006.

„Das Geschäftsjahr 2006 ist aus Sicht des Unternehmens das
mit Abstand erfolgreichste unserer bisherigen Firmengeschichte“ berichtete Marco Zeller, einer der beiden Geschäftsführer der Gesellschaft zum gerade abgelaufenen Rechnungsjahr.„Nicht nur, dass sich unser Beteiligungsgeschäft wieder intensiviert hat und wir in den letzten beiden Jahren 13 neue Beteiligungen eingegangen sind. Auch auf der Exit-Seite konnten bereits seit 2005 wieder erfolgreiche Transaktionen durchgeführt werden und ist uns im Jahr 2006 einer der erfolgreichsten Exits in Deutschland gelungen“, führte er weiter aus. Die Geschäftspolitik der Gesellschaft sei nicht darauf ausgerichtet, Beteiligungen dauerhaft zu halten, sondern sie nach Erreichen des Beteiligungszieles wieder zu veräußern, um so Kapital für neue
Investments zu generieren. „Das ist uns mit Gate5 – Nokia beispielhaft gelungen und ich gehe davon aus, dass auch diese
beiden Firmen davon profitieren“, erläuterte Zeller.

Nachdem sich mit der Jerini AG, der Sulfurcell Solartechnik
GmbH, der Nokia Gate5 GmbH und der ikv ++ technologies ag
vier Beteiligungsfirmen der IBB Beteiligungsgesellschaft präsentiert hatten, äußerte sich Roger Bendisch, ebenfalls Geschäftsführer der Gesellschaft, zur aktuellen Ausgangslage und den Zukunftsplänen der IBB Beteiligungsgesellschaft mbH.

„Die Ausgangslage zu Beginn des Jahres 2007 ist hervorragend“, betonte er. „Bereits seit 2004 verzeichnen wir wieder eine gestiegene Nachfrage nach Finanzierungsbeteiligungen, die nach wie vor anhält. Das Ziel ist der Abschluss von 10 neuen Beteiligungen in 2007.“ Die wirtschaftliche Basis sei nach dem guten Geschäftsjahr 2006 dafür vorhanden. Nachdem Beteiligungen seit Ende des Jahres 2004 ausschließlich im Rahmen des damals neu eingeführten VC Fonds Berlin eingegangen wurden, sei man derzeit mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen in Verhandlungen über die Einführung von zwei neuen, aus EFRE-Mitteln kofinanzierten Beteiligungsfonds in 2007. „Unsere Planungen laufen darauf hinaus, im Herbst 2007 zwei neue Fonds, einen „High Tech VC Fonds“ und einen Spezialfonds für die Kreativen Industrien, die in Berlin immer bedeutsamer werden, einzuführen. Die Gespräche mit der Senatswirtschaftsverwaltung verlaufen derzeit sehr erfolgreich und ich bin mir sicher, dass wir den Berliner Unternehmen beide neuen Fonds noch in diesem Jahr präsentieren können“, sagte Roger Bendisch zum Abschluss der Veranstaltung.

Der Tag schloss mit einem Festakt zum 10-jährigen Bestehen
der Gesellschaft und einem Festvortrag, von Prof. Dr. Dr. F. J. Radermacher, Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung in Ulm, Baden- Württemberg. „Zukunftsperspektiven der Menschheit: Zur Rolle von Technik und Innovation“ war der Titel des Vortrags, der die Rolle von Technik und Innovation im Kontext der Globalisierung und der weltweit ungleichen Einkommens- und Sozialverhältnisse zum Gegenstand hatte.

www.ibb.de

 

» Zur Startseite von Finanzen Markt & Meinungen