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Analysten machen Aktien schwach - oder umgekehrt?

Köln, 12.03.2007 18:28 Uhr (FS)

Warum werden vermehrt kritische Töne hörbar, die Skepsis an Analystenmeinungen beinhalten? Zu kurzsichtig und vor allem mit dem Strom schwimmend lauten Meinungen. Eines ist klar: Die Aktie ist "zurück".

Ihre Ausgabe vom 29.01.2007 eröffnet die Wirtschaftswoche mit einer Aussage von Graham Copley (Leiter Aktienanalyse bei der HSBC) im Artikel "Innere Werte" wie folgt: "Wertlos" sei die Arbeit seiner Mitarbeiter und "Komplett inakzeptabel" seien ihre Aktienstudien.

Eventuell stehen Analysten an der "Chinese Wall" und versuchen auf beiden Seiten zu leben.
Begriff: Informationsbarrieren, die innerhalb einer Finanzinstitution bestehen, so dass verschiedene Abteilungen von der jeweiligen Tätigkeit der anderen nichts wissen, oder die errichtet werden, um z. B. Interessenskonflikte zu vermeiden.

Da wird mal lieber von einer "unbedingt kaufen" auf "kaufen" Stufe erzählt. Klingt nicht so krass für das Industrieunternehmen.

Was sind denn nun die interessanten Hingucker für den Privatanleger?

Nebenwerte wie Small-Caps, Börsenneulinge oder doch eher die etablierten im Prime Standard (DAX)? Direktinvestitionen in Aktien durch private Anlager werden erst wieder langsam parkettreif. Ob nun die Entschuldigung einer Werbeikone aus der Börsenhochzeit etwas dazu beiträgt bleibt unbeantwortet. Bei genauer Betrachtung hingegen sind Aktien wieder "In". So sind die Börsengänge aus 2006 durchaus freundlich gestartet und lassen den Aktionären die Mundwinkel nach oben ziehen. Insbesondere Werte mit einem Emissionsvolumen über 100 Mio. EUR zeigen durchaus eine interessante Performance.

Performance:
auch: Wertentwicklung, Periodenrendite, Rate of Return, Total Return. Angelsächsische Bezeichnung für Leistung, Erfolg. Performance steht für den Ertrag einer Kapitalanlage. Sie gibt den Wertzuwachs als Leistung eines Kapitalanlage-Managements z.B. von Banken, Investmentfonds oder Vermögensverwaltungen an. Die Performance gibt den historischen Ertrag (in %) für einen bestimmten Anlagezeitraum (Referenzperiode) an. Dieser Ertrag berechnet sich zum einen aus der Kursveränderung und zum anderen aus vereinnahmten Dividenden, Zinserträgen und Zinseszinsen. Die Berechnung der Performance erfolgt meist für eine Periode bis 1 Jahr. (Lexikon: OnVista.de)

Stabilität und Offenheit sind für die meißten Anleger gerade nach dem "Neuen Markt" selbstverständliche Kriterien für vertrauensbildende Maßnahmen. Schnelle Erfolge mögen dem Anlageprofi mit "Echtzeitblick (Real Push)" auf die Aktie gelingen. Der auf seine mittel- bis langfristigen Renditeerfolge geschulte Anleger benötigt Transparenz und Vergleiche.

Wir wollen einmal Auszüge bekannter DAX-Unternehmen vorstellen und deren Perfomance in Intervallen darstellen (Monat>1 Jahr>5 Jahre).
(Alle Bilder lassen sich durch anklicken mit der Maus vergrößert darstellen)

Beispiele aus dem DAX:

dax_performance
Auswahl DAX-Performancetitel

Betrachtet man sich die öffentliche Präsenz mancher Untermehmen (starke Medienwirkung) und vergleicht diese mit Firmen die weniger Druck in den Medien verursachen, existieren nicht unbedingt Parallelen zur Aktienperformance.
Wenn ein Anleger häufig mit Botschaften eines börsennotierten Unternehmen konfrontiert wird, könnte dies auch eine Auswirkung auf das Verhalten in der Kaufentscheidung haben.

Beispiel an der SAP-Aktie:

Analystenmeinung:

sap_analyse
Quelle: Onvista.de

Das meint die SAP:

Walldorf, 08.03.2007.
Wie anlässlich der Bekanntgabe der vorläufigen Unternehmensergebnisse für das vierte Quartal 2006 am 24. Januar angekündigt, wird SAP die Struktur ihrer Gewinn- und Verlustrechnung beginnend mit dem ersten Quartal 2007 erweitern. Ziel dieser Erweiterung ist eine noch höhere Transparenz im Hinblick auf die Darstellung neuer Umsatzströme, die sowohl auf neue SAP-Produkte als auch auf zusätzliche Geschäftsmodelle zurückzuführen sind, mit denen die SAP den sich schrittweise ändernden Lösungsanforderungen und Lizensierungspräferenzen existierender und neuer Kunden Rechnung trägt.

Die wichtigsten Änderungen sind die Hinzufügung des Postens „Subskriptions- und sonstige softwarebezogene Serviceerlöse“ und die Umbenennung des Postens „Produktumsatz“ in „Software- und softwarebezogene Serviceerlöse“. Dementsprechend umfasst der Posten „Software- und softwarebezogene Serviceerlöse“ die Summe der Posten „Softwareerlöse“, „Wartungserlöse“ sowie „Subskriptions- und sonstige softwarebezogene Serviceerlöse“. Die SAP betrachtet „Software- und softwarebezogene Serviceerlöse“ als zentrale Kennzahl für eine Analyse der Umsatzentwicklung.

Fakt:

SAP hat eine umfangreiche Werbekampagne gestartet. In den relevanten Medien werden Aussagen zur Positionierung als mittelstandsnaher IT-Lösungsgeber getroffen. Hintergrund ist, das SAP dringend nach zusätzlichen Einnahmequellen sucht.

SAP macht Druck:

Walldorf, 06.03.2007
. SAP bietet Dienstleistern und Beratern aus dem IT- und dem Finanzbereich neue Wege zur Zusammenarbeit: Im Rahmen des SAP Referral Program werden Dienstleister und Berater mit den SAP-Produkten für den Mittelstand vertraut gemacht, um dann als Referral Program Member ihren Kunden ERP-Lösungen von SAP näher zu bringen. Dabei profitieren sie von Prämienzahlungen für die Vermittlung interessierter Kunden sowie von prozentualer Umsatzbeteiligung nach einem Abschluss. Das Programm richtet sich an IT-Unternehmen sowie an Dienstleister wie etwa Unternehmensberater, die damit ihr Service-Portfolio erweitern können. Das Referral Programm wird in den nächsten Wochen in den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz sowie den Benelux-Staaten umgesetzt.

...weiter

Mit dem Programm spricht SAP Dienstleister und Berater aus dem IT- und dem Finanzbereich an. Als SAP Referral Program Member empfehlen IT-Dienstleister sowie Beratungsunternehmen interessierten Kunden nach Analyse der spezifischen Anforderungen Mittelstandssoftware von SAP. Sie erhalten dafür ein dreitägiges Training zu SAP-Lösungen sowie umfassenden Sales- und Marketing-Support, darunter weitergehende Produktschulungen.

...und
„Unsere Channelstrategie für den Mittelstand wird durch das neue Referenzprogramm erweitert und gestärkt“, erläutert Tom Kindermans, Senior Vice President SME EMEA Central bei SAP. „Erste Erfahrungen aus Belgien belegen die Resonanz auf das Programm: Dort wurde die Initiative im letzten Jahr für das Produkt SAP Business One umfassend getestet. Wir sind sicher, 2007 deutlich mehr Unternehmen für unsere Lösungen interessieren zu können.“

Fazit:

SAP sucht dringend nach weiteren Märkten der Expansion wegen und muß eine Sicherung der Umsätze vorweisen. Der Markt im Mittelstand ist wieder entdeckt. Wie immer wenn es "brennt" widmen sich inbesondere IT-Unternehmen dem konservativen, lösungsorientierten Vertrieb im Mittelstand. Ob der SAP-Vetrieb inkl. aller Berater so schnell umdenken und handeln kann sei noch zu beweisen.

Interesssant ist, das Microsoft ebenfalls großflächig Werbung für ihre Lösungen gerade für mittelstandsnahe Unternehmen initiiert.

Wir bleiben dran und schauen uns die SAP Aktie weiterhin genau an. Nicht heute und morgen, sondern in ein paar Monaten. Eventuell gibt es dann die ersten Ergebnisse im Portfolio "Mittelstand".

Mitbewerber:

Oracle USA

oracle_kurs
Quelle: OnVista.de

Microsoft Corp.

microsoft_kurs
Quelle: OnVista.de

 

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