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Web 2.0 / Social Commerce: Potenziale besser nutzen

Frankfurt/Main, 24.03.2007 09:45 Uhr (redaktion)

Das Internet erfindet sich neu und Web. 2.0 macht es möglich: Im Vordergrund steht dabei ein neues Nutzerverhalten. Der Konsument bleibt nicht mehr länger passiv, sondern wird selbst zum aktiven Gestalter des Mediums. Als "emanzipierter" Nutzer nimmt er damit direkten Einfluss auf das Online-Medium. Auch Unternehmer haben diesen Trend erkannt. Doch welche Unternehmen von dieser Entwicklung profitieren können, ist noch unklar. Sicher ist jedoch, dass die Chancen, die sich dem Online-Handel bieten auch genutzt werden.

Was ist Web 2.0?

Bei Web 2.0 steht nicht die passive Nutzung des Internets als Informationsquelle im Vordergrund, sondern die aktive Gestaltung von Webinhalten und das gemeinsame Miteinander: Die "Onliner" erschaffen die Inhalte im Netz selbst, sie publizieren und kommentieren, veröffentlichen ihre Fotos und Videos, knüpfen Kontakte und verabreden sich. "Das Internet wird zu einem selbstgestalteten sozialen Raum. Das Web 2.0 bietet eine Plattform zum Mitreden, Mitteilen und Mitgestalten," erklärt Frank Mackenroth, Partner und Leader des Bereichs Entertainment and Media bei PricewaterhouseCoopers (PwC).

Nicht nur die Mediennutzung, auch das Konsumverhalten verändert sich im Web 2.0

Das Internet wird nicht nur als Medium genutzt, sondern immer häufiger auch als Vertriebskanal. Online-Shopping ist bei deutschen Internetnutzern sogar besonders beliebt und so weit verbreitet wie in keinem anderen europäischen Land. Das belegen die seit Jahren steigenden Wachstumsraten des E-Commerce: Für das Jahr 2007 erwartet der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels eine Steigerung gegenüber 2006 um zwölf Prozent auf 18,3 Milliarden Euro.


 

Neu ist aber, dass Konsumenten ihre Kaufentscheidung vermehrt durch persönliche Empfehlungen und nicht mehr - oder ausschließlich - durch klassische Werbebotschaften beeinflussen lassen. Blogs gewinnen als Informationsquelle bei Kaufentscheidungen eine immer wichtigere Rolle. Neu ist auch, dass sich die Produktangebote auf viele verschiedene Internetseiten und Blogs verteilen. Der Handel wird dezentralisiert, Kunden werden selbst zu Händlern - wie beispielsweise bei eBay, das Verkäufer und Kunde zusammenbringt und auf die gegenseitige Kommunikation aufbaut.


 

Die Zukunft lautet Social Commerce

Das Geschäftsmodell von eBay ist nur der Anfang dieser Entwicklung. In Zukunft wird es beim E-Commerce nicht mehr nur um den reinen Verkauf von Waren und Dienstleistungen über das Internet gehen, sondern um die Integration des Kunden in die Kommunikation mit dem Unternehmen. Das Stichwort lautet "Social Commerce". Social Commerce verbindet den herkömmlichen elektronischen Handel mit den neuen Möglichkeiten von Web 2.0. Dabei geht es vor allem um Vernetzung von Konsumentenmeinungen, Konsumentenbeteiligung und Online-Shopping. Der klassische Online-Vertrieb wird um Netzwerke und Communities erweitert.

Ratschläge von Freunden werden in der virtuellen Einkaufswelt geschätzt

Wie im "echten" Leben vertrauen die Internetnutzer auf die Meinungen und Ratschläge von Freunden, Bekannten und anderen "Onlinern" und geben ihre Erfahrungen weiter. Kunden greifen auf die Informationen und Erfahrungen anderer Kunden zurück und unterstützen sich gegenseitig, indem sie ihre Meinungen beispielsweise in Weblogs oder Blogs, den Webtagebüchern, veröffentlichen - und damit direkten Einfluss auf zukünftige Kaufentscheidungen nehmen.

Gemeinsam ist dieser neuen Nutzungsform des Webs - dem so genannten Web 2.0 - dass das Internet aktiv von den Nutzern gestaltet wird und eine eigenständige Mitwirkung anderer Leser als Autoren oder Kommentatoren erlaubt. Dieser Trend wirkt sich auch auf den Online-Handel aus: Im Web 2.0 werden Online-Shops immer mehr zu Orten sozialer Interaktion.

Kunden werden Produktgestalter und Vertriebsorgan

"Unternehmen können diese zunehmende Vernetzung zu ihren Gunsten nutzen, um ihren Online-Vertrieb zu unterstützen", erläutert Kai Michael Beckmann, Handels- und Textilexperte bei PwC. Beispielsweise durch das Einrichten entsprechender Foren, auf die die Kunden direkten Zugriff haben. Die aktive Beteiligung der Kunden am Dialog verändert auch dessen Rolle vom reinen Konsumenten eines Produkts oder einer Dienstleistung. Der Kunde wird Informationsquelle, Vertriebsorgan und Verkäufer zugleich (user empowerment). Wie das konkret aussehen kann und wie dabei Glaubhaftigkeit gewahrt bleibt, erklären die Experten von PwC im folgenden Artikel der Serie "Social Commerce".

Den Auftakt zur Serie können Sie direkt von der PwC-Homepage herunterladen. www.pwc.de

 
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