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Börse Stuttgart baut Fondshandelssegment IF-X aus

Stuttgart, 04.06.2007 14:18 Uhr (redaktion)

Die Börse Stuttgart erweitert heute ihr Fondshandelssegment IF-X (Investment Funds Exchange) um 204 neue Titel. Damit bietet die Börse Stuttgart die 320 beliebtesten deutschen Publikumsfonds an, in denen zusammen rund zwei Drittel des börslichen Fondshandels in Deutschland umgesetzt werden (inkl. Beschreibung IF-X Handelssegment).

„Durch den Ausbau der in IF-X aufgenommenen Titel bieten wir den Anlegern einen sehr großen Teil der in Deutschland meistgehandelten Publikumsfonds an. Dies tun wir als einzige Börse in Market-Maker-Qualität“, sagte Christoph Mura, Vorstand der Börse Stuttgart AG. Für die bisher in IF-X notierten 116 Werte beträgt der Marktanteil von Stuttgart im börslichen Fondshandel durchschnittlich 25 Prozent – Tendenz weiter steigend.

Stuttgart ist die einzige deutsche Börse, an der ein Market-Maker zur Erhöhung der Handels- und Preisqualität in den Fondshandel miteinbezogen ist. Im Spezialsegment der Börse Stuttgart, IF-X, das am 1. August 2007 gestartet ist, sorgt dieser wie im Handel mit verbrieften Derivaten, wo die Börse Stuttgart auf Grund ihrer führenden Marktstellung sehr große Erfahrung hat, für höhere Ausführungsgeschwindigkeit und Liquidität – und damit für eine bessere Preisqualität. „Wir sind in der Lage, den Anlegern höchste Ausführungssicherheit bei höheren Volumina zu bieten“, so der Börsenchef. Bisher fungiert die Commerzbank AG als Market-Maker am Handelssegment IF-X für alle dort gehandelten Fonds.

Für Anleger besonders attraktiv ist die Oberbegrenzung der Maklercourtage. die 0,08 Prozent vom Ordervolumen ausmacht und maximal 12 Euro beträgt (Cap), wie hoch der Anlagebetrag auch sein mag. „Die Anleger, die hohe Volumina investieren wollen, schätzen diesen `Deckel` auf den Gebühren. Denn damit zahlt der Privatanleger ab einem Ordervolumen von 15.000 Euro weniger als an jeder anderen Börse“, so Mura.

Christoph Mura
Christoph Mura

Im Sinne des Privatanlegers sind im Fondssegment IF-X die Geld-/Briefspannen (Spreads) per börslichem Regelwerk sehr eng definiert. So beträgt der Spread bei Geldmarktfonds und anderen höchst liquiden Fonds maximal 0,5 Prozent bis zu einem garantieren Ordervolumen von 100.000 Euro. Bei Rentenfonds und anderen liquiden Fonds liegt der maximale Spread bei 1,0 Prozent für Orders bis zu 100.000 Euro. Und bei sonstigen Fonds darf der Spread bis zu 2,0 Prozent bei einem Volumen von bis zu 25.000 Euro betragen. „Für die Anleger hat dieses Modell zur Folge, dass ihre Orders zu marktgerechten Preisen im Rahmen des garantierten Mindestvolumens unverzüglich ausgeführt werden“, sagt Mura.

Hintergrund: Fondshandel im IF-X Handelssegment

An der Börse Stuttgart können die Anteilsscheine von aktiv und passiv gemanagten Fonds während der Börsenzeiten fortlaufend wie Aktien gehandelt werden. Wird eine Order an die Börse Stuttgart geleitet, geht sie automatisch in das Orderbuch des zuständigen Skontroführers ein und wird von diesem auf Ausführbarkeit geprüft und gegebenenfalls ausgeführt.

Der Skontroführer stellt dabei für die im IF-X Handelssegment zugelassenen Fonds laufend verbindliche An- und Verkaufspreise. Für diese Fonds steht entweder ein betreuender Market Maker zur Verfügung, oder es ist ein Referenzmarkt zugelassen.

a) Skontroführer

Für alle Fonds im IF-X Handelssegment verpflichtet sich der Skontroführer, unter Berücksichtigung des vom Market Maker gestellten Quote, zur Einhaltung von maximalen Spreads zwischen An- und Verkaufskurs entsprechend der Zuordnung in eine der unten aufgeführten Kategorien.

Kategorie 1:
Geldmarktfonds und höchst liquide andere Fonds Maximaler Spread: 0,5% für ein Volumen von bis zu 100.000 Euro

Kategorie 2:
Rentenfonds und liquide andere Fonds Maximaler Spread: 1,0% für ein Volumen von bis zu 100.000 Euro

Kategorie 3:
sonstige Fonds Maximaler Spread: 2,0% für ein Volumen von bis zu 25.000 Euro

In welche Kategorie ein Fonds eingruppiert wurde ist über die Ausgabeliste des Fonds-Finders ersichtlich.

b) Market Maker

Ein Market Maker ist ein Handelsteilnehmer, der sich verpflichtet hat, für die von ihm betreuten Fonds fortlaufend verbindliche An- und Verkaufspreise mit einem vereinbarten maximalen Spread (Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis) für ein entsprechendes Mindestvolumen zu stellen. Diese Market Maker Quotes werden in den Preisfeststellungsprozess mit einbezogen und erhöhen die Liquidität.

Der Börsenpreis darf vom Skontroführer nicht ausserhalb des Market Maker Quotes festgestellt werden. Dies bedeutet, dass Kauf- bzw. Verkaufsaufträge unter Berücksichtigung der aktuellen Orderbuchlage mindestens zum An- bzw. Verkaufskurs des Market Makers ausgeführt werden. (Best-Price-Prinzip)

c) Referenzmarkt

Referenzmärkte sind zumeist die größten und umsatzstärksten Märkte eines Produktes und somit die Leitmärkte bezüglich der Preisentwicklung eines Wertpapiers. Sie müssen von der Börse zugelassen sein und bestimmte Voraussetzungen erfüllen (§ 31 Börsenordnung). Bei der Preisfeststellung berücksichtigt der Skontroführer den aktuellen Referenzmarktquote, bezogen auf das Volumen der vorliegenden Order, sowie die eigene Orderbuchlage.

Grundsätzlich gilt, dass der Auftrag mindestens so gut, wenn nicht besser ausgeführt wird, wie der Referenzmarkt für die Size der Preisfeststellung zum Zeitpunkt der Orderausführung quotiert.

Der Referenzmarkt bei Fonds / ETFs ist meistens Xetra® und/oder Euronext®.

Handelszeiten

Alle Fonds können von 9:00-20:00 Uhr an der Börse Stuttgart gehandelt werden.
Ausnahme: für ETFs bei denen die Euronext als alleiniger Referenzmarkt fungiert ist die Handelszeit 9:00 -17:20 Uhr.

 

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