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BVK-Studie: Private Equity sorgt für erfolgreichen Börsennachschub

Berlin, 08.06.2007 09:15 Uhr (redaktion)

Unternehmen aus den Portfolios von Private Equity-Gesellschaften sind wichtige Impulsgeber für den Aufschwung im deutschen Aktienemissionsmarkt. Insgesamt 126 Unternehmen, die mit Private Equity finanziert sind, werden derzeit von Private Equity-Gesellschaften als börsenreif eingeschätzt, bei 46 laufen bereits erste IPO-Vorbereitungen für einen Börsengang im Jahr 2007.

Seit 2006 wurde mehr als jede zweite Neuemission von Private Equity-finanzierten Unternehmen durchgeführt. Nach der Emission entwickelten sich deren Aktien mit einem durchschnittlichen Kursplus von 43 % deutlich besser als andere Neunotierungen, die im Schnitt nur um 14 % zulegten. Dies sind Ergebnisse der aktuellen IPO-Studie des Bundesverbandes Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften e. V. (BVK).

Börse und Private Equity-Gesellschaften profitieren gleichermaßen von der gestiegen Zahl von Börsengängen in Deutschland.


 

Von den 71 Neuemissionen in den geregelten Märkten Prime und General Standard der Frankfurter Wertpapierbörse seit dem Jahr 2002 waren 37 mit Private Equity finanziert.


 

Allein von den 33 Neuemissionen in den beiden gesetzlich regulierten Segmenten im Jahr 2006 waren 19 Private Equity-finanziert. Im laufenden Jahr sind es sechs der bisherigen 12 Neuemissionen. Nachdem sich die Stimmung auf dem IPO-Markt in Deutschland seit gut zwei Jahren deutlich aufgehellt hat und eine wachsende Zahl von Unternehmen den Schritt an die Börse wagen, erwarten die Private Equity-Gesellschaften für das laufende Jahr eine weitere Steigerung der IPO-Aktivitäten, da in ihren Portfolios zahlreiche Börsenkandidaten schlummern. Gut zwei Drittel der befragten Beteiligungsgesellschaften verfügen über mindestens ein börsenreifes Unternehmen im Portfolio.

Neuemissionen von Private Equity-finanzierten Unternehmen haben sich für die Zeichner junger Aktien in den meisten Fällen gelohnt. So haben sich deren Aktien deutlich besser entwickelt als die der anderen IPOs des Jahres 2006. Mit einem durchschnittlichen Kursplus von 43 % schnitten sie besser ab als die anderen Neuemissionen mit rund 14 %, wobei die unterschiedlichen Notierungsdauern unberücksichtigt blieben. Von den acht bestperformenden Börsenneulingen sind sieben mit Private Equity finanziert. An der Spitze stehen drei Unternehmen, die durch einen Buy-out übernommen und dann an die Börse geführt wurden. Dies widerlegt die These, dass Buy-out-Gesellschaften die übernommen Unternehmen „ausquetschen“ und dann an neue Investoren weitergeben würden. Nur wachstumsstarke und gesunde Unternehmen könnten sich nach ihrer Börsennotierung bei den Investoren derart erfolgreich behaupten.

Der Börsenzugang für kleine und mittlere Unternehmen über Prime und General Standard sowie Entry Standard und Open Market wird von den Gesellschaften als positiv eingeschätzt. Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet diesen mindestens mit gut. Als am besten geeignet für den Börsengang und als Exit-Kanal für Beteiligungsgesellschaften wird der Entry Standard eingeschätzt. Die deutschen Börsensegmente haben zudem weiter an Attraktivität gegenüber den ausländischen Börsenplätzen gewonnen. Grenzüberschreitende IPOs für ihre deutschen und ausländischen Beteiligungen sind für die Gesellschaften wenig interessant.

 

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