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Anlegervolumen wächst -Fondsbranche bietet Lösungen für risikoaverse Anleger

Moskau, 19.06.2007 16:54 Uhr (redaktion)

Die deutsche Investmentbranche ist gut in das Jahr 2007 gestartet und sieht sich weiter auf Wachstumskurs. In den ersten vier Monaten 2007 haben private und institutionelle Anleger der Branche neues Kapital von 39,5 Mrd. Euro anvertraut. Das verwaltete Investmentvermögen stieg auf 1.680 Mrd. Euro; es hat sich damit innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als verdreifacht.

Beim Mittelzufluss in Publikumsfonds konstatiert die Branche einen Trendwandel. Während klassische Aktien- und Rentenfonds Mittelrückflüsse verzeichnen, rücken immer stärker Fonds in den Mittelpunkt des Interesses, die strukturierte Anlagekonzepte verfolgen und den Anlegern definierte Performanceprofile, oft verbunden mit Absicherungskonzepten, bieten. Hierzu gehörten unter anderem Multi-Asset-Fonds, Lebenszyklusfonds, Garantiefonds und Zertifikatefonds. Der verstärkte Einsatz von derivativen Instrumenten, der den Fonds im Zuge der Umsetzung der EU-Richtlinien zunehmend möglich sei, fördere diesen Trend bzw. ermögliche ihn erst.

Asset Management Entwicklung
Asset Management Entwicklung

„Wir spüren große Dynamik bei der Nachfrage nach unseren Produkten. Die zunehmende Rolle von Anlagekonzepten mit strukturierten Performanceprofilen und Sicherheitskomponenten steht im Einklang mit den offenkundigen Bedürfnissen der Sparer. Die Fondsbranche hat sich darauf eingerichtet“, sagt Dr. Wolfgang Mansfeld, Präsident des BVI Bundesverband Investment und Asset Management, vor Journalisten in Moskau.

Die Abflüsse aus klassischen Aktienfonds von 5,6 Mrd. Euro sieht Mansfeld deshalb nicht als Abkehr der Anleger vom Aktienmarkt. Viele strukturierte und wertgesicherte Anlagen sowie gemischte Portfolios böten eine Partizipation am Aktienmarkt. Allerdings habe Sicherheit ihren Preis, was daran deutlich werde, dass z.B. deutsche Aktienfonds in den vergangenen drei Jahren eine Wertentwicklung von 24,3 Prozent p.a. erzielt hätten. Bei sicherheitsorientierten Produkten müssten Anleger mit zum Teil erheblich geringeren Renditen Vorlieb nehmen.

Positiv wertet der Verband die steigende Zahl von Sparplänen auf Fondsbasis. Über 20 Mio. Sparpläne, mehrheitlich aktienorientiert, brächten einen regelmäßigen Mittelzufluss in Höhe von etwa 15 Mrd. Euro jährlich – Tendenz steigend. Diese Sparpläne dienten in erster Linie der Altersvorsorge, wobei die fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung ein wesentlicher Absatzträger sei. „Nicht zuletzt deshalb ist die Zahl der Fondsaktionäre auch nach dem Jahr 2000 weitgehend stabil geblieben“, sagt der BVI-Präsident mit einem Blick auf die Zahlen des Deutschen Aktieninstituts.

Fondsaktionäre vs. Direktaktionäre
Fondsaktionäre vs. Direktaktionäre

Als „strategisch bedeutsam“ bewertet Mansfeld den wachsenden Anteil von Fondssparplänen bei der Riester- Vorsorge. Mit aktuell 1,35 Mio. Riester-Fondsverträgen stellt die Fondsbranche bereits 15,9 Prozent des Gesamtmarkts. Damit habe die Fondsbranche den Nachweis erbracht, dass sie auch unter den Kriterien der geförderten Altersvorsorge ein ernstzunehmender Anbieter mit attraktiven Produkten sei, welche die geforderte Garantie der eingezahlten Beiträge kombiniere mit einer hohen Aktienquote zu Beginn der Sparphase und damit dem Vorsorgesparer Ertrag und Sicherheit biete. Die Fondsbranche qualifiziere sich damit für eine wichtige Rolle bei der Weiterentwicklung der geförderten Altersvorsorge.

Mit Blick auf die kapitalmarkt- und chancenorientierte Anlage hob Mansfeld hervor, dass Aktienfonds mit Schwerpunkt Emerging Markets und Rohstoffen Gewinner der jüngeren Vergangenheit waren. Weltweit anlegende Emerging Market-Aktienfonds steigerten auf Drei-Jahressicht die investierten Beträge im Schnitt um 135 Prozent. Auch Osteuropafonds, die in aller Regel Russland berücksichtigen, bescherten Anlegern eine bemerkenswerte Performance: im Drei-Jahresschnitt ein Plus von 158 Prozent. Rohstoff-Aktienfonds verdoppelten auf Sicht von drei Jahren den Einsatz der Anleger (103 Prozent).

 

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