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Leitthema Fonds: Geldanlage, Vermögensaufbau und Zukunftsvorsorge

Köln, 21.06.2007 12:06 Uhr (redaktion)

Sparen deutsche Anleger falsch? Aus der Ecke der Fondsbranche wird immer wieder auf Fehler bei der Anlage hingewiesen. Liegt es an zu wenig Wissen über diese Finanzisntrumente?

Studie: Wissen über Investmentfonds unbefriedigend

Investmentfonds sind für viele Deutsche noch immer ein Buch mit sieben Siegeln. Das ist das Ergebnis einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage von AXA Investment Managers und dem Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest. Beunruhigend: Im Vergleich zur letztjährigen Umfrage fällt das Wissen der Deutschen in Bezug auf Fonds sogar schlechter aus. Während 2006 50 Prozent der Befragten auf die Frage „Wie würden Sie selbst Ihr Wissen in Bezug auf finanzielle Angelegenheiten einstufen?“ mit „gut“ oder „sehr gut“ antworteten, stimmten in diesem Jahr nur 45 Prozent der gleichen Antwort zu.

Knapp 80 Prozent der Deutschen erklärten richtigerweise, dass Fonds nicht nur über die Hausbank erhältlich sind. 75 Prozent der in diesem Jahr Befragten wissen, was ein Aktienfonds ist. Im Vorjahr konnten diese Frage nur 68 Prozent richtig beantworten. Allerdings halten 40 Prozent ein Investment in Fonds für genau so riskant wie ein Engagement in Einzelaktien – eine Fehleinschätzung, die im vergangenen Jahr nur 34 Prozent der Befragten teilten.

Selbst bei denjenigen, die Investmentfonds besitzen, bleibt manche Frage offen.


 

So wissen nur 52 Prozent der Fondsbesitzer, dass Kursgewinne bei Aktienfonds nur dann zu versteuern sind, wenn man die Fonds weniger als 1 Jahr hält.


 

Im Vorjahr wussten dies mit 46 Prozent allerdings noch weniger Anleger.

Auch beim Thema Geldmarktfonds hat das Wissen der Befragten Grenzen. Zum wiederholten Mal hält mehr als die Hälfte der Deutschen die Aussage „Geldmarktfonds investieren in erster Linie in unterschiedliche Währungen, um Gewinn zu erzielen“ fälschlicherweise für richtig, weitere 17 Prozent sind bei der Frage unentschlossen. Nur 51 Prozent der Deutschen wissen, dass Fondsanteile täglich verkauft werden können, das sind immerhin 6 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.

Immobilienfonds sind den Befragten zwar bekannt, allerdings stimmten 48 Prozent (gegenüber 47 Prozent im Vorjahr) der falschen Aussage zu, dass Immobilienfonds baufällige Gebäude kaufen und diese renovieren, um sie anschließend zu einem höheren Preis wieder zu verkaufen. Tatsächlich kaufen die Fonds in der Regel gewerbliche Objekte, um in der Folge von Mieteinnahmen und Wertsteigerungen zu profitieren.

Geradezu paradox mutet die Differenz im Bekanntheitsgrad zwischen Immobilienfonds und den in Immobiliengesellschaften investierenden REITs-Fonds an. Während 88 Prozent der Befragten - und damit 6 Prozent weniger als im Vorjahr - angaben, Immobilienfonds zu kennen, sind REITs-Fonds nur 7 Prozent ein Begriff. Was ein Immobilienaktienfonds ist, glauben aber 80 Prozent der Deutschen zu wissen. Fast genauso schlecht schneiden die Begriffe „Publikumsfonds“ oder der „Exchange Traded Funds (ETFs)“ ab, von denen bislang erst 8 bzw. 11 Prozent der Befragten gehört haben. Dachfonds und Garantiefonds kennt immerhin ein gutes Viertel der Befragten.

Ein weiterer Widerspruch auch beim Thema Fondskauf:


 

Für zwei Drittel der Befragten war die Bekanntheit der Fondsgesellschaft ein wichtiges Auswahlkriterium. Allerdings konnten fast drei Viertel der Befragten keine Fondsgesellschaft nennen. Im Vorjahr waren es mit 71 Prozent beinahe genau so viele.


 

Zum ersten Mal wurde die Befragung auch in Österreich und der Schweiz durchgeführt. Unterschiede traten dabei unter anderem beim Bekanntheitsgrad der Fondsgesellschaften auf: So kennen 41 Prozent der Schweizer Befragten zumindest eine Fondsgesellschaft. Weitere Unterschiede: Den Schweizern sind auch neuere Fondstypen wie ETFs oder REITs-Fonds am geläufigsten. Österreicher weisen mit 12 Prozent die geringste Bereitschaft auf, in Fonds zu investieren. Berater dürften sich dort dennoch wohl fühlen: In Österreich verlassen sich 40 Prozent der Befragten auf die Vorschläge der Experten. In Deutschland und der Schweiz sind es gerade einmal halb so viele.

Fazit

„Die diesjährigen Studienergebnisse zeigen erneut, dass die Kunden weniger über Investmentfonds wissen, als Fondsgesellschaften annehmen. Nach wie vor bewegen wir uns im Marketing und Vertrieb zu stark in unserer Fachsprache, die beim Anleger nicht verständlich ankommt. Und dies ist kein rein deutsches Phänomen, wie der diesjährige Ländervergleich in Österreich und der Schweiz zeigt“, erläutert Christian Wrede, Geschäftsführer von AXA Investment Managers in Deutschland.

Anmerkungen zur Studie

Im Auftrag von AXA Investment Managers führte das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest eine repräsentative Umfrage durch. Die Studie untersucht den Wissensstand der Bevölkerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Thema Investmentfonds. Die Befragung fand im Frühjahr 2007 statt. TNS Infratest führte in jedem Land insgesamt 1.000 Interviews in der Bevölkerung ab 18 Jahren in Haushalten mit Festnetz-Telefonanschluss. Dabei nutzte TNS Infratest die Methode computergestützter Telefoninterviews (CATI) im Rahmen der Omnibusbefragung „Infrascope“. Die Ergebnisse wurden anschließend bevölkerungsrepräsentativ gewichtet. TNS Infratest gehört mit 14.000 Mitarbeitern an mehr als 70 Standorten zu den führenden Meinungsforschungsinstituten weltweit. Das Unternehmen ist seit über 30 Jahren auf Finanzforschung spezialisiert.

 

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