Finanzen Markt & Meinungen Startseite

 

Factoring: Die gängigen Modelle am Markt

Frankfurt/Main, 12.07.2007 09:23 Uhr (redaktion)

Immer mehr Mittelständler verkaufen ihre Forderungen und nutzen die Liquidität, um Wachstum zu finanzieren. Welche Modelle sie dabei möglich sind, erfahren Sie hier.
Die Zeitschrift Markt und Mittelstand hat folgende Übersicht zusammengestellt:

1. Echtes und unechtes Factoring
Übernimmt der Factor das Ausfallrisiko, handelt es sich um echtes Factoring. Ist keine Haftung (sog. "Delkredereschutz") vereinbart, spricht die Branche von unechtem Factoring.

2. Fälligkeits-Factoring
Der Factor sichert Forderungsausfälle ab und übernimmt die Debitoren-Buchhaltung (offene Forderungen). Der Kunde verzichtet jedoch auf die Vorfinanzierung des Umsatzes.

3. Full-Service-Factoring
Die Factoring-Gesellschaft kümmert sich um eine umsatzkongruente Finanzierung, um die Debitoren-Buchhaltung, das Mahnwesen und das Inkasso des Unternehmens. Forderungsausfälle sichert sie zu 100 Prozent ab.

4. Inhouse- oder Bulk-Factoring
Der Kunde nutzt die Finanzierung und die Risiko-Absicherung durch den Factor. Das Debitoren-Management wickelt er jedoch weiterhin selbst ab.

5. Offenes und stilles Factoring
Bei der offenen Variante des Factorings informiert das Unternehmen seine Kunden über den Verkauf der Forderungen. Beim stillen Factoring hingegen erfährt der Schuldner nichts davon.

6. Reverse-Factoring
"Umgekehrtes Factoring-Verfahren": Hier nutzen die Unternehmer gegenüber ihren Lieferanten die langen Zahlungsziele. Die Factoring-Gesellschaft überweist sofort nach Erstellung der Rechnung den entsprechenden Betrag an den Lieferanten.

7. Smart-Service-Factoring
Das Mahnwesen verbleibt – treuhänderisch für den Factor – beim Kundenunternehmen.

8. Ultimo-Factoring
Hierbei handelt es sich um einen Forderungsverkauf über einen kurzen Zeitraum und zu einem bestimmten Zeitpunkt, zum Beispiel über den Bilanz-Stichtag oder über das Quartalsende. Ziel der Sache ist es, die Bilanz-Strukturen zu optimieren.

Kreislauf beim Factoring

Grafik: Factoringkreislauf
Grafik: Factoringkreislauf (Zum vergrößern bitte anklicken)

Nach Leistung an die gewerblichen Abnehmer, werden die zugehörigen Rechnungsdaten an die Factoringgesellschaft übermittelt (1).
Diese kauft die Forderungen im Rahmen vorab definierter Kauflimite an. Mit diesem Forderungsankauf übernimmt die Factoringgesellschaft das volle Ausfallrisiko (2).
Bis zu 90 Prozent des Kaufpreises werden dem Unternehmen sofort ausbezahlt. Der Rest wird zunächst als Sicherheit für eventuelle Rechnungskürzungen seitens der Abnehmer einbehalten (3).
Dieser Sicherheitseinbehalt wird bei Zahlung durch den Abnehmer (4)
oder spätestens 120 Tage nach Fälligkeit ausgezahlt (5).
Beim Full-Service-Verfahren übernimmt die VR Factorem das gesamte Forderungsmanagement, inklusive Mahn- und Inkassowesen (6).

Quelle: MittelstandDirekt

 

» Zur Startseite von Finanzen Markt & Meinungen