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Kein Grund zur Panik -Dollar und Euro im Fokus

Köln, 13.07.2007 17:00 Uhr (redaktion)

Mit knapp 1,38 Dollar je Euro hat die europäische Währung ihr bisheriges Allzeithoch von 1,33 Dollar im Dezember 2004 überschritten. Gegenüber dem Allzeittief im Oktober 2000 ist der Wert der Europawährung um 70 Prozent angestiegen; gegenüber dem Vorjahr um 9 Prozent.

Die Stärke des Euros ist gut für Importeure, die mit Dollar bezahlen müssen; das gilt auch für den Einkauf von Rohöl. Der starke Euro ist allerdings ein rotes Tuch für viele Exporteure. Für ihre Produkte müssen im Ausland immer mehr Dollars hingeblättert werden; darunter leiden die Absatzchancen. Politiker fordern deshalb von der Europäischen Zentralbank (EZB), etwas gegen die Stärke des Euro zu tun. Doch das ist nicht Aufgabe der EZB.

Die Europäische Zentralbank beobachtet zwar auch den Wechselkurs; ihre größte Aufmerksamkeit gilt jedoch der Inflationsbekämpfung. Insofern wäre es jetzt verfehlt, von der EZB niedrigere Zinsen zu fordern, um den Euro zu schwächen. Niedrigere Zinsen sind nämlich in Zeiten guter Konjunktur eine Gefahr für die Geldwertstabilität. Auch der Hintergrund für den starken Euro ist keineswegs negativ, sondern eher eine Erfolgsgeschichte. Der Euro wertet auch deshalb auf, weil viele europäische Unternehmen jetzt endlich – nach teils schmerzhaften Restrukturierungsmaßnahmen – relativ besser dastehen als früher, so dass sie ihre Produkte gut exportieren können, obwohl die Preise in Dollar steigen. Der starke Euro spiegelt diese verbesserten Aussichten wider. Einige Länder müssen im Fach Wettbewerbsfähigkeit allerdings noch ihre Hausaufgaben machen. Das Jammern der Franzosen beispielsweise über den starken Euro ist deshalb kaum mehr als ein Ablenkungsmanöver.

 

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