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Mittelständler setzen auf ihre Hausbanken

Münster, 18.07.2007 11:52 Uhr (redaktion)

Eine Studie des zeb/ und der IHK Nord Westfalen sagt aus: die Zufriedenheit ist grundsätzlich hoch, jedoch wird eine intensivere Auseinandersetzung der Banken mit den Bedürfnissen ihrer Kunden gefordert.

Die vor einigen Jahren vielfach postulierte „Ehekrise“ zwischen Mittelstand und Hausbank hat sich scheinbar relativiert. Das beweist die aktuelle Unternehmensbefragung, die die IHK Nord Westfalen mit der auf den Finanzdienstleistungssektor spezialisierten Managementberatung zeb/rolfes.schierenbeck.associates durchgeführt hat. An der Befragung haben sich 700 Unternehmen beteiligt, die sich über alle Branchengruppen verteilen und eine Größe bis zu 100 Mio. Euro Außenumsatz bzw. ca. 1000 Beschäftigten aufweisen. Damit adressiert die repräsentative Befragung 99,8 % aller deutschen Unternehmen, die knapp 50 % des gesamten Umsatzes auf sich vereinigen. Die Unternehmen wurden hinsichtlich ihrer Zufriedenheit, ihren Erwartungen und Ansprüchen gegenüber ihren Kreditinstituten befragt.

Insgesamt zeigte sich ein hoher Zufriedenheitsgrad mit der Hausbankverbindung. 80 % der Kunden äußerten sich „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit ihrer Hausbankverbindung. 20 % dagegen waren „weniger zufrieden“ oder „nicht zufrieden“ mit ihrer Hausbank. Einen Unterschied zwischen den einzelnen Institutsgruppen, die als Hausbank angegeben wurden, gab es hierbei nicht.

Diese Zufriedenheit müssen sich die Kreditinstitute allerdings täglich neu verdienen. Der Anspruch und die Erwartungen des Mittelstands sind gestiegen. Aus der Erwartungshaltung und den Anregungen der Mittelständler lassen sich daher zentrale Handlungsfelder und Positionierungschancen für Kreditinstitute ableiten.

Die Mittelständler erwarten vielfach eine intensivere Auseinandersetzung mit ihren individuellen Bedürfnissen von den Kreditinstituten. Hierzu zählt neben einem fundierten Ratingfeedback auch das aktive Vorstellen von Optimierungsvorschlägen zu den (persönlichen) finanziellen Angelegenheiten des Unternehmens durch die Hausbank.

Aber auch organisatorische Defizite der Kreditinstitute sind von den Unternehmen als Handlungsfelder wahrgenommen worden. Vor allem langsame Kreditentscheidungen und eine teilweise schlechte interne Abstimmung der Betreuer mit Produktspezialisten sind Faktoren, die die Zufriedenheit maßgeblich beeinflussen können.

Des Weiteren haben 60 % der befragten Unternehmen Erfahrungen in Krisensituationen mit Kreditinstituten gemacht, fühlten sich insbesondere in diesen Situationen teilweise alleingelassen von ihrer Hausbank und hätten sich daher eine stärkere Unterstützung durch ihr Kreditinstitut gewünscht.

Banken, die sich den Anregungen und Erwartungen ihrer mittelständischen Kunden stellen, haben die Chance, sich positiv vom Wettbewerb abzuheben und hierdurch die Loyalität ihrer Kunden weiter zu erhöhen.

zeb/rolfes.schierenbeck.associates ist eine auf den Finanzdienstleistungssektor spezialisierte Managementberatung, die in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen sieben Standorte unterhält. Mit über 550 Mitarbeitern und mehreren Tochterunternehmen zählt zeb/ zu den führenden Beratungsgesellschaften für Banken, Versicherungen und sonstige Finanzdienstleister.

 

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