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Neues Gebot: Barclays hebt Offerte für ABN Amro auf 67,5 Mrd Euro an

London, 23.07.2007 18:32 Uhr (redaktion)

Im Bieterstreit um die niederländische Bank ABN Amro hat die britische Barclays ihre Offerte mit Unterstützung von China und Singapur erhöht.

Barclays bietet den ABN-Aktionären nach Angaben vom Montag nun insgesamt 67,5 Milliarden Euro und davon 24,8 Milliarden Euro in bar. Sie blieb damit aber noch immer deutlich unter dem Konkurrenzangebot der Royal Bank of Scotland über 71 Milliarden Euro. Branchenexperten halten das neue Angebot deshalb weiter für zu niedrig. Zuvor hatte Barclays etwa 65 Milliarden in Aktien in Aussicht gestellt und damit zwar die ABN-Führung, nicht aber die Aktionäre überzeugt.

Die neue Offerte wurde möglich, weil die staatliche China Development Bank und der Staatsfonds Temasek aus Singapur 3,6 Milliarden Euro in Barclays investierten. Im Falle einer erfolgreichen Übernahme von ABN Amro wollen die asiatischen Partner weitere 9,8 Milliarden Euro investieren.

"ABN Amro begrüßt, dass die Aktionäre nun die Wahl zwischen zwei konkurrierenden Angeboten auf gleicher Augenhöhe haben", teilte die Bank mit. Beide Offerten sollten nun in einem "gerechten und offenen" Verfahren beurteilt werden. Barclays-Chef John Varley äußerte die Hoffnung, dass das Management von ABN Amro seinen Aktionäre das aufgestockte Angebot empfehlen werde. Branchenexperte Alain Tchibozo von ING gibt dem neuen Angebot jedoch wenig Chancen: "Sie müssten eher in Richtung 80 Milliarden gehen, um ein Zeichen zu setzen."

Barclays-Aktien legten am Montag in London rund zwei Prozent zu, ABN-Papiere gewannen lediglich 0,5 Prozent.

 

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