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Studie: Limited hat schlechten Ruf bei Banken

Köln, 24.07.2007 09:48 Uhr (redaktion)

Deutsche Unternehmen, die sich für die britische Rechtsform "Limited" entscheiden, müssen mit einer geringen Akzeptanz bei Banken rechnen.

Das ergab die Management-Befragung "GmbH-Reform und Limited-Gründung" des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU). In Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsmagazin impulse befragte der BDU insgesamt 217 Führungskräfte aus Unternehmensberatungen.

Zwei Drittel der Befragten sahen demnach eine fehlende Akzeptanz der Limited bei Zulieferern und anderen Partnern mit langfristigen Vertragsbeziehungen. Bei Kreditgebern sind es sogar knapp 90 Prozent.

Knapp 70 Prozent der BDU-Berater hielten es für sinnvoll, auf die wachsende Nachfrage nach Limited-Gründungen mit der vom Gesetzgeber geplanten Reform des derzeitigen GmbH-Rechts zu reagieren.

Uneinig seien sich die Befragten, welcher Reformweg geeignet ist: 37 Prozent votierten für die GmbH-Reform mit Senkung des Stammkapitals auf 10.000 Euro und bürokratischen Erleichterungen, aber ohne die Einführung einer Limited-ähnlichen Unternehmergesellschaft (UG). 32 Prozent machten sich für eine Kombination beider Elemente stark.

Immerhin 20 Prozent befürworteten, die "alte GmbH-Form" komplett beizubehalten und durch eine neue Unternehmergesellschaft zu ergänzen. Nur jeder Zehnte kann sich der Umfrage zufolge vorstellen, den Wettkampf der bestehenden Systeme entscheiden zu lassen.

Gründe für die Beliebtheit der Limited

93 Prozent der Experten sahen den Hauptvorteil für Limited-Gründer darin, mit dieser Rechtsform vor allem kostengünstig und schnell am Markt auftreten zu können, so die Umfrage.

60 Prozent hielten es auch für eine wichtige Motivation, dass Start-ups mit der Limited das deutsche Haftungsrecht vermeiden können. Nur jeder Fünfte ging davon aus, dass sich der Gründer gezielt einer Gewerbeuntersagung entziehen will.

Dass mit der Ltd-Bezeichnung das neu gegründete Unternehmen international tätig werden wolle oder der Eindruck einer internationalen Firmentätigkeit vermittelt werden solle, spielte für die BDU-Berater keine große Rolle. Jeweils knapp 50 Prozent hielten dies bei der Entscheidung des Existenzgründers für eher unwichtig (eher wichtig: 24 Prozent beziehungsweise 22 Prozent).

Quelle: MittelstandDirekt

 

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