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Schieflage: BaFin nimmt SachsenLB unter die Lupe - Bank beschwichigt

Frankfurt/Main, 10.08.2007 16:25 Uhr (redaktion)

Die Finanzaufsicht BaFin nimmt nach der IKB jetzt auch die SachsenLB wegen eines von ihr verwalteten Fonds ins Visier.
DWS-Fonds schrumpft.

Die 17,5 Milliarden Dollar schwere Zweckgesellschaft Ormond Quay ist wie der in Schieflage geratene US-Fonds der Mittelstandsbank am krisengeschüttelten Kreditmarkt engagiert. "Wir wissen von dieser Gesellschaft. Wir befassen uns damit und verschaffen uns einen Überblick", sagte eine Sprecherin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).

Die Landesbank versuchte am Freitag zu beschwichtigen. "Wir haben keine Liquiditätsprobleme. Wir können alle unsere Verpflichtungen erfüllen", sagte ein Sprecher der Bank. Die Lage der SachsenLB sei nicht mit jener der IKB vergleichbar. "Die SachsenLB sieht grundsätzlich keine Anzeichen für erhöhte Ausfallwahrscheinlichkeiten der von ihrer Tochtergesellschaft SachsenLB Europe gemanagten ABS-Strukturen", teilte die Bank mit. Die 2004 ins Leben gerufene Ormond Quay sei ausschließlich in Papiere investiert, die mit "AAA" eingestuft sind, also als ausfallsicher gelten.

Die IKB hatte sich mit ihrer Zweckgesellschaft Rhineland Funding am krisengeschüttelten US-Hypothekenmarkt verspekuliert und musste von der staatseigenen Förderbank KfW mit milliardenschweren Bürgschaften gestützt werden. Unter anderem sprang die KfW in eine Liquiditätslinie von 8,1 Milliarden Euro ein, die die IKB dem Fonds gewährt hatte.

Mit der Angelegenheit vertrauten Personen zufolge hat die SachsenLB dem Fonds Ormond Quay eine Liquiditätslinie von vier Prozent des Fondsvolumens von derzeit 17,5 Milliarden Euro gewährt. Wie die restlichen 96 Prozent des Fondswerts abgedeckt sind, ist unklar. Die SachsenLB äußerte sich hierzu nicht.

Nach Angaben auf der Internetseite von SachsenLB Europe, der Vermögensverwaltung der Bank, ist Ormond Quay eine von zwei Zweckgesellschaften mit einem Gesamtportfolio von mehr als 20,5 Milliarden Euro. Der Fonds sei einer der größten Zweckgesellschaften für Asset-Backed Commercial Papers weltweit.

Massive Abflüsse aus einem DWS-Fonds

Am Donnerstag hatte es Gerüchte am Finanzmarkt gegeben, die WestLB habe sich mit einer Zweckgesellschaft in den USA verspekuliert. Die Bank trat dem entgegen. Die WestLB-Tochter Mellon musste wegen der Sorge vor massiven Mittelabflüssen vor wenigen Tagen einen Fonds einfrieren.

Die Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, DWS, lässt ihren DWS ABS Fund dagegen trotz massiver Abflüsse offen. Das Volumen des Fonds, in dem vor allem institutionelle Anleger investiert sind, sei seit Ende Juli bis Donnerstag um rund 900 Millionen auf 2,1 Milliarden Euro geschrumpft.

 

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