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Checkliste: Worauf Sie bei Ihrer Kontoführung achten sollten

Köln, 12.08.2007 15:47 Uhr (redaktion)

Die Kontoführung fließt bei manchen Banken mit einem Gewicht von bis zu 20 Prozent in die Gesamt-Ratingnote ein. Wie Sie Ihr Geschäftskonto führen sollten, um eine positive Bewertung zu erhalten, erfahren Sie hier.

Wichtig ist vor allem, dass Sie sich an getroffene Vereinbarungen halten, wie der Personalverlag berichtet. Dabei sei es den Banken gleichgültig, aus welchen Gründen Vereinbarungen nicht eingehalten werden - schon eine Nachlässigkeit genüge.

Beispiel: Durch einen Lastschrifteinzug wird ein größerer Betrag vom Konto eines Unternehmens abgebucht. Dadurch wird der vereinbarte Kontokorrentrahmen für ein paar Tage überzogen. Für die Bank heißt das: Es liegt eine nicht genehmigte Überziehung vor.

Tipp: Planen Sie die Liquidität Ihres Unternehmens sorgfältig. Erkennen Sie, dass es zu einem finanziellen Engpass kommen kann, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Bank. Vereinbaren Sie dann gegebenenfalls eine kurzfristige Erhöhung Ihres Kreditrahmens.

Mit folgendem Fragenkatalog bewertet eine Bank laut Personalverlag die Führung Ihres Geschäftskontos:

1. Wurden Kontoabsprachen eingehalten?
Damit prüft die Bank die Zuverlässigkeit des Unternehmers und seine Managementqualitäten. Sie als Unternehmer sollten getroffene Absprachen einhalten und Änderungswünsche rechtzeitig mitteilen.

2. Inwieweit wurden Kreditlinien in Anspruch genommen?
Für Banken sind Kreditlinien ein Insolvenzindikator aus dem Zahlungsverkehr. Sie als Unternehmer sollten Kreditlinien im Durchschnitt nicht mehr als bis zu 70 Prozent ausschöpfen.

3. Passt die Kreditlinie zum Umsatz?
Je höher Ihr Umsatz im Verhältnis zur Kreditlinie ist, desto geringer ist das Risiko Ihrer Bank, Sie negativ einzustufen. Die Kreditlinien kann nämlich schneller zurückgeführt werden. Berechnet wird dies an der Kennzahl "Umschlagshäufigkeit" (Umsatz p.a./Kontokorrentlinie).

4. Sind Lastschrift- und Scheckrückgaben mangels Deckung zu verzeichnen?
Das ist ebenfalls ein Insolvenzindikator aus dem Zahlungsverkehr. Diesen Fall sollten Sie als Unternehmer unbedingt vermeiden.

5. Sind negative Veränderungen im Zahlungsverhalten zu verzeichnen, wie zum Beispiel Mahngebühren?
Das ist ebenfalls ein Insolvenzindikator aus dem Zahlungsverkehr. Unternehmer sollten solche Situationen unbedingt vermeiden. Tritt ein solcher Fall dennoch ein, sollten Sie diesen Umstand sofort erläutern.

6. Werden Kreditlinien überschritten?
Sollten Sie als Unternehmer diesen Umstand nicht vermeiden können, sollten Sie eine Ausweitung der Kreditlinie beantragen oder eine genehmigte Überziehung für den Einzelfall.

7. Welchen Anteil am Zahlungseingang haben Schecks?
Ein hoher Anteil ist negativ, weil der Geldeingang unsicher ist. Unternehmer sollten ihre Kunden auf Überweisung oder optimalerweise auf Lastschriftverfahren umstellen.

8. Wie entwickeln sich die Kontosalden?
Je geringer Höchst- und Tiefstsalden voneinander abweichen, desto knapper disponiert das Unternehmen. Wenn möglich, sollten Sie als Unternehmer ihre Zahlungsziele ändern (Debitoren- und Kreditorenziele).

Quelle: MittelstandDirekt

 

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