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EU fördert kleine und mittlere Unternehmen mit neuen Finanzinstrumenten

Brüssel, 11.09.2007 12:28 Uhr (FS)

Mit den von der EU entwickelten und unterstützten Finanzinstrumenten trägt die Kommission dazu bei, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) leichter Bankkredite erhalten, indem sie ihnen Bürgschaften zur Verfügung stellt. Außerdem erleichtert sie Investitionen von Wagniskapital in KMU.

„Wir vergrößern die EU-Fonds, die gezielt auf KMU zugeschnitten sind, um damit immer mehr kleinere Unternehmen erreichen zu können. Die Fonds für regionale Entwicklung werden von 2007 bis 2013 ungefähr 200 Milliarden Euro zur Förderung von Unternehmen sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum zur Verfügung stellen, wobei den KMU der größte Teil des Geldes zukommen wird. Unsere Forschungs- und Entwicklungsprogramme werden den KMU annähernd 6 Milliarden Euro zur Forschung bereitstellen. Bis Ende 2013 werden die EU-Ausgaben zur Förderung der unternehmerischen Initiative und der Innovation um 60 Prozent höher als 2006 sein – dank der etwa 3,6 Milliarden Euro aus dem neuen Programm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Von diesem Betrag stehen eine Milliarde Euro zur fi nanziellen Unterstützung des Mittelstands und insbesondere von Kleinstbetrieben zur Verfügung.“

Günter Verheugen
Günter Verheugen; Vizepräsident der Europäischen Kommission

Was sind KMU?
Unter kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) versteht die EU gemäß offizieller Definition Betriebe mit weniger als 250 Mitarbeitern, die von größeren Unternehmen unabhängig sind. Ihr Jahresumsatz darf außerdem nicht mehr als 50 Millionen Euro betragen, ihre Jahresbilanzsumme nicht mehr als 43 Millionen Euro. Diese Definition ist entscheidend, um festzustellen, welche Unternehmen sich für EU-Programme für KMU und für bestimmte Politiken, wie KMU-spezifische Bestimmungen der Wettbewerbspolitik, qualifizieren.

KMU haben einen großen Anteil am Wirtschafts- und Berufsleben in Europa. 99 Prozent aller Unternehmen in der Europäischen Union sind KMU; sie stellen zwei Drittel aller Arbeitsplätze in der Privatwirtschaft. So klein diese Firmen auch sein mögen, sie sind in Wirklichkeit die eigentlichen Riesen der europäischen Wirtschaft. Kleinstbetriebe sind die vorherrschende Beschäftigungsform in Ländern wie Italien und Polen (47 bzw. 41 Prozent), während der Anteil der Großunternehmen an der Gesamtbeschäftigung im Vereinigten Königreich gerade bei 46 Prozent liegt.

EU Arbeitsplätze
Verteilung Arbeitsplätze in der EU (Zum vergrößern bitte das Bild anklicken)

Probleme der KMU bei der Finanzierung
Man braucht Geld, um ein Unternehmen zu gründen oder um zu expandieren, aber die richtige Art der Finanzierung zu finden, stellt KMU oft vor Schwierigkeiten.


 

Häufig wollen Investoren und Banken mit der Neugründung von KMU nichts zu tun haben, weil ihnen das zu riskant erscheint.


 

Und Unternehmer verstehen nur bedingt die Bedenken der Investoren oder Banken, was es ihnen zusätzlich erschwert, die von ihnen benötigte finanzielle Unterstützung zu finden. Die Europäische Kommission hat eine Reihe von Programmen entwickelt, um die finanziellen Rahmenbedingungen für den Mittelstand in Europa zu verbessern.

KMU Maßnahmen
Wichtige Maßnahmen der KMUs (Zum vergrößern bitte das Bild anklicken)

Die EU Finanzinstrumente
Bsp.1. Rahmenprogramm für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP)

Die Mittel werden durch Finanzierungsinstitutionen, wie zum Beispiel Banken, verteilt. 510 Millionen Euro wurden bereits für den Zeitraum 2001–2006 bereitgestellt und über eine Milliarde Euro wurde zu diesem Zweck als Teil des neuen Programms der Kommission für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation (CIP) für den Zeitraum 2007–2013 vorgesehen. Dieser Betrag versetzt Finanzinstitutionen in die Lage, neue Mittel in Höhe von etwa 30 Milliarden Euro für KMU zu beschaffen, denn jeder Euro aus EU-Mitteln ermöglicht privaten Investoren, sechs Euro an Risikokapital und Banken 50 Euro an Krediten zur Verfügung zu stellen. Diese Mittel werden etwa 400 000 europäischen KMU zugute kommen.

Die Mittel werden für in drei Programmen organisierte Finanzierungsinstrumente bereitgestellt, die im Auftrag der Europäischen Kommission vom Europäischen Investitionsfonds (EIF) verwaltet werden:

1. Die Fazilität für wachstumsintensive und innovative KMU (GIF) zielt darauf ab, die Bereitstellung von Beteiligungskapital für innovative KMU sowohl in ihrer Startphase (FIF1) als auch in ihrer Expansionsphase (GIF2) zu erhöhen. Durch GIF werden Risiken und Gewinne mit privaten Anlegern geteilt, wodurch eine starke Hebelwirkung für die Versorgung innovativer Unternehmen mit Beteiligungskapital entsteht.

2. Die KMU-Bürgschaftsfazilität unterstützt Banken bei der Vergabe von Fremdkapital (Mikrokrediten, Mezzanine-Finanzierungen) an KMU durch das Herauslegen von Bürgschaften und verringert dadurch potenzielle Risiken für Banken. Sie ist hauptsächlich auf die Überwindung von Marktmängeln in vier Bereichen gerichtet:

3. Ein Programm für den Aufbau von Kapazitäten unterstützt die Kapazität der Finanzintermediäre in einigen Mitgliedstaaten.

Beispiel für erfolgreiche Finanzierung
Eines der Unternehmen, das über den europäischen Investitionsfonds von der Europäischen Komission finanziell unterstützt wurde, war ein in Luxemburg ansässiger Wagniskapitalfonds, zu dessen Investitionen Skype Technologies gehörte. Dieses neu gegründete Unternehmen, das Internettelefonie-Dienste (Voice over IP) anbietet, wurde anschließend von eBay für einen geschätzten Wert von 3,25 Milliarden Euro übernommen.

Weitere Förderungen bestehen für die Bereiche:
Aktivitäten außerhalb der EU
Kultur und Medien
Allgemeine und berufliche Bildung
Beschäftigungsthemen
Energie
Umwelt
Finanzen
Information- und Kommunikationstechnologien
Innovation
Investitionen und unternehmerische Aktivitäten
Forschung und Entwicklung
Verkehr

Kontakt für weitere Informationen:
Euro Info Centre Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)
Frau Beke-Maria Stoever
Tel: +49 30 20308 2306
Fax: +49 30 20308 2333
Email: stoever.beke@berlin.dihk.de
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