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Zertifikatebranche macht mobil: Transparenz zur Bonität der Emittenten

Frankfurt/Main, 13.09.2007 17:24 Uhr (FS)

Die Bonität eines Emittenten soll dem Zertifikate-Anleger Auskunft und Sicherheit vermitteln. Schließlich sind verbriefte Derivate Inhaberschuldverschreibungen. Das vergangene Geschehen an den Finanzmärkten macht die Finanzbranche mobil.

Die Finanzkrise, ausgelöst durch Kreditzusammenbrüche am US-Hypothekenmarkt bringt viel Bewegung in den Markt. Politik, Verbraucherschutzvereinigungen und die Medien attackieren die Produktgeber in der Finanzbranche. Anscheinend zeigt dies Wirkung und die Anbeiter werden zunehmend offener und bieten Transparenz.

Das DDI, einer der großen Interessenverbände für Derivate-Anbieter veröffentlicht ab sofort Rating-Einstufungen.

Für Dieter Lendle, geschäftsführender Vorstand des DDI, stellen die neuen Informationen einen wichtigen Fortschritt dar: „Die langwierige Suche nach Ratings oder Garantieerklärungen hat damit ein Ende. Derivatekäufer können sich schnell und umfassend einen Überblick zur Bonitätssituation der Emittenten verschaffen.“

Hintergrund ist, dass verbriefte Derivate von der jeweils begebenden Bank als Inhaberschuldverschreibungen aufgelegt werden. Im Falle einer Insolvenz des begebenden Instituts trägt der Anleger daher grundsätzlich ein Gläubigerrisiko. Vor allem bei langfristigen Investitionen, etwa für die Altersvorsorge, sollte deshalb darauf geachtet werden, bevorzugt Zertifikate von Anbietern mit hoher Kreditwürdigkeit zu wählen.

Hilfreich sind hierbei Rating-Agenturen wie Moody‘s, Standard & Poor’s oder Fitch, die regelmäßig die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Banken und anderen Unternehmen überprüfen.

Bei einigen Instituten werden die derivativen Wertpapiere nicht direkt vom Mutterhaus, sondern von speziell für die Emission von Wertpapieren gegründeten Emissionsgesellschaften, begeben. In diesen Fällen ist es für den Anleger wichtig, Informationen zu Garantieerklärungen oder Ergebnisabführungsverträgen zwischen Tochterunternehmen und Mutter zu erhalten.

Die Marktkorrektur der letzten Wochen hatte den Blick verstärkt auf die Bonität der Emissionsbanken verbriefter Derivate gelenkt. Mit der zentralen Veröffentlichung der Daten durch das DDI entsteht nun deutlich mehr Transparenz bei einem für die Anleger wichtigen Thema.

Emittenten Rating
Emittenten Rating (Zum vergrößern bitte den Chart anklicken)

Moody´s Rating-Definitionen

Aaa: Anleihen, die als Aaa eingestuft sind, werden als von höchster Qualität bewertet. Sie bergen das geringste Anlagerisiko in sich und werden allgemein als "gilt-edged" bezeichnet. Die Zinszahlungen sind durch eine große oder ungewöhnlich stabile Sicherheitsmarge gewähr-leistet und das Kapital ist ungefährdet. Obwohl sich die verschiedenen Sicherungselemente durchaus ändern können, werden ihre Änderungen - sofern vorhersehbar - höchstwahrscheinlich nicht die fundamental starke Stellung solcher Emissionen beeinträchtigen.

Aa: Anleihen, die als Aa eingestuft sind, werden in jeder Hinsicht als von hoher Qualität bewertet. Zusammen mit solchen der Aaa-Kategorie sind sie allgemein als Anleihen von hohem Qualitätsgrad ("high-grade-bonds") bekannt. Sie sind niedriger als die bestbewerteten Anleihen eingestuft, da die Sicherheitsmarge geringer sein kann als bei Aaa-Wertpapieren oder die Veränderungen der Sicherungselemente höher ausfallen können oder aufgrund von anderen Faktoren, die das langfristige Risiko etwas größer erscheinen lassen als bei Aaa-Wertpapieren.

A: Anleihen, die als A eingestuft sind, weisen viele günstige Anlagemerkmale auf und werden als Schuldverschreibungen von gehobenem mittleren Qualitätsgrad ("upper-medium-grade") angesehen. Die Zins- und Kapitalrückzahlung sichernden Faktoren werden als angemessen betrachtet, gleichwohl können Elemente vorhanden sein, die eine Anfälligkeit für Beeinträchtigungen in der Zukunft vermuten lassen.

Baa: Anleihen, die als Baa eingestuft sind, werden als Schuldverschreibungen mittlerer Qualität betrachtet (d. h. sie sind weder stark noch schwach gesichert). Die Sicherheit von Zins- und Kapitalrückzahlungen erscheint als gegenwärtig angemessen, jedoch können bestimmte Sicherungselemente fehlen oder langfristig typischerweise unsicher sein. Solche Anleihen lassen überragende Investment-Qualität vermissen und bergen bereits spekulative Elemente in sich.

Ba: Anleihen, die als Ba eingestuft sind, zeigen spekulative Elemente; ihre Aussichten können nicht als gut gesichert angesehen werden. Die Sicherung des Kapitaldienstes kann häufig sehr moderat ausfallen und deshalb weder unter guten noch unter schlechten künftigen Bedingungen gut gewährleistet sein. Solche Anleihen sind durch die Ungewißheit ihres Status gekennzeichnet.

B: Anleihen, die als B eingestuft sind, besitzen in der Regel nicht die Merkmale einer erstrebenswerten Anlage. Die Sicherheit des Kapitaldienstes oder der Einhaltung anderer Anleihebedingungen kann gering sein.

Caa: Anleihen dieser Kategorie sind von geringem Standing. Solche Emissionen können bereits in Verzug sein oder der Kapitaldienst ist gefährdet.

Ca: Anleihen dieser Kategorie sind hochspekulative Titel. Sie sind häufig notleidend oder anderweitig belastet.

C: Anleihen dieser Kategorie sind von geringster Qualität und dürften kaum Anlagewürdigkeit erlangen können.

 

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