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Private Equity-Branche -EVCA entwirft internationalen Ethik-Kodex

Brüssel, 27.09.2007 10:35 Uhr (FS)

Die European Private Equity & Venture Capital Association (EVCA) veröffentlicht heute den Entwurf eines internationalen Ethik-Kodexes für die Private Equity-Branche. Dieser soll das offene und vertrauensvolle Verhältnis zwischen den Mitgliedern der EVCA und europäischen Interessensvertretern weiter unterstützen.

„Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Erweiterung höchster Branchenstandards“, sagt der amtierende EVCA-Vorsitzende Dr. Helmut Schühsler, TVM Capital. Der Kodex wird verpflichtend für alle EVCA-Vollmitglieder sein, die 80 Prozent der europäischen Private Equity- und Venture Capital-Branche repräsentieren.

Öffentliche Konsultation mit allen Interessensvertretern
Der Verband lädt alle Interessensvertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein, den Kodex zu kommentieren. Alle eingereichten Kommentare werden sowohl von einer Arbeitsgruppe als auch vom EVCA Professional Standards Committee, von der Geschäftsführung sowie dem Vorstand des Verbands gesichtet. Eine endgültige Version des Ethik-Kodexes wird für Januar 2008 erwartet. Die Möglichkeit zur Einsichtnahme und Kommentierung soll eine gemeinsame Plattform für die Mitglieder des europäischen Verbands sowie die Investoren, nationale politische Gruppen in Brüssel, Gesetzgeber, Regierungsinstitute, Think Tanks, Akademiker und weitere Partner wie zum Beispiel Gewerkschaften schaffen.

Ethische Prinzipien dienen als Handlungsrichtlinie
Die neuen Richtlinien basieren auf fünf ethischen Prinzipien: Integrität, Fairness, Einhalten von Absprachen, Diskretion und Verantwortungs-bewusstsein. Der Kern ihrer erfolgreichen Anwendung liegt darin, dass jedes EVCA-Mitglied selbst prüft, ob die eigenen Handlungen auch der Beurteilung Dritter standhalten würden. Die neuen Ethik-Richtlinien enthalten Anwendungshinweise und erleichtern den EVCA-Mitgliedern den praktischen Einsatz. „Der Kodex ist ein großer Schritt nach vorne im Zuge des fortschreitenden Engagements der Private Equity-Branche für verantwortungsvolle Investitionen“, so Schühsler. „Andere EVCA-Richtlinien genießen bereits großen Respekt und wurden auf breiter Basis umgesetzt, in einigen Fällen haben sie sich zu weltweit anerkannten Standards entwickelt.“

Javier Echarri, Generalsekretär der EVCA, fügt hinzu: „Der Kodexentwurf ist umfangreich. Er legt zum Beispiel fest, dass Portfoliomanager ihre Aktivitäten im Hinblick auf eine Vielzahl beteiligter Gruppen inklusive Investoren, Gesetzgeber, Zulieferer, Kreditoren, Arbeitnehmer und breite Öffentlichkeit durchführen sollen. Momentan rufen wir alle Beteiligten des Private Equity-Sektors auf, zu dem Kodex Stellung zu nehmen.“

 
Der geplante Kodex basiert auf dem Modell der International Organisation of Securities Commission (IOSCO). Die EVCA hat bereits mehrere Bewertungs- und Reporting-Richtlinien, Managementgrundsätze für Private Equity-Unternehmen und Richtlinien für die Organisationsführung von Portfoliounternehmen erlassen. Mit Beschluss des neue Kodexes werden alle Geschäftsbereiche der Private Equity-Branche flächendeckend selbst reguliert.

Kommentierung des Entwurfes:
http://www.evca-specials.com/code_of_ethics/

Über EVCA:
Die European Private Equity & Venture Capital Association (EVCA), Brüssel, wurde 1983 gegründet. Sie hat mehr als 1.100 Mitglieder aus 50 Ländern, darunter führende Fonds-Manager der europäischen Beteiligungsindustrie. EVCA unterstützt zahlreiche Initiativen zur Förderung des Unternehmertums in Europa und zur Repräsentation der Branche gegenüber weltweiten institutionellen Investoren.

www.evca.com

 

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