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Zertifikate-Kolumne im Oktober von Dieter Lendle (DDI) -

Frankfurt/Main, 10.10.2007 11:55 Uhr (Dieter Lendle)

Top-Hotspot: Von Dieter Lendle, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Derivate Instituts e.V. (www.ddi.de).

Bonität

Manchmal bekommt man bei der Berichterstattung über Zertifikate den Eindruck, die neue derivative Geldanlageklasse sei ein Alleskönner. Rohstoffe oder Emerging Markets werden als Anlagemärkte für Privatanleger erschlossen, Risiken reduziert und diversifiziert. Trotzdem sollte man den Blick nicht davor verschließen, dass die Highflyer an den Kapitalmärkten auch Nachteile mit sich bringen.

Zu diesen Nachteilen gehört das Bonitätsrisiko. Zertifikate werden von den Emissionsbanken nämlich als Inhaberschuldverschreibungen aufgelegt. Im Falle einer Insolvenz des begebenden Instituts trägt der Anleger daher ein Gläubigerrisiko. Vor allem bei langfristigen Investitionen, etwa für die Altersvorsorge, sollten Anbieter mit hoher Kreditwürdigkeit bevorzugt und die Produktauswahl auf mehrere Emittenten gestreut werden.

Hilfreich sind Rating-Agenturen wie Moody's, Standard & Poor’s oder Fitch, die regelmäßig die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Banken und anderen Unternehmen überprüfen. Bei einigen Instituten werden die Zertifikate aber nicht direkt vom Mutterhaus, sondern von speziell für die Emission von Wertpapieren gegründeten Emissionsgesellschaften, begeben. In diesen Fällen ist es für den Anleger wichtig, Informationen zu Garantieerklärungen oder Ergebnisabführungsverträgen zwischen Tochterunternehmen und Mutter zu erhalten. Auf der Website des Deutschen Derivate Instituts (www.ddi.de) stehen diese Informationen nun zum Download bereit. Angesichts der Marktkorrektur der letzten Wochen und dem damit verbundenen verschärften Blick auf das Bonitätsrisiko ist mit dieser Übersicht ein erster wichtiger Schritt getan.

 

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