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Ergebnis der OnVista Group Köln vorgestellt -Jahresprognose bestätigt

Köln, 14.11.2007 10:02 Uhr (redaktion)

Die OnVista Group hat in den ersten neun Monaten 2007 Umsatz und operatives Ergebnis prozentual dreistellig gesteigert. Auch die anderen Ergebnis-Kennzahlen weisen hohe Wachstumsraten auf. „Einmal mehr entsprach der Geschäftsverlauf unseren eigenen Erwartungen, und unsere Entwicklungsdynamik hat sich verstärkt“, kommentiert Michael W. Schwetje, Vorstand der OnVista AG. Die Gesamtjahresprognose wurde bestätigt.

Der Konzernumsatz summiert sich von Januar bis September 2007 auf € 18,34 Mio. Gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres hat er um 105% zugelegt (9 Mon./06: € 8,93 Mio.). Von dem Anstieg sind rund 30% auf den im März hinzugekommenen Online-Werbevermarkter Ad2Net zurückzuführen, 70% speisen sich aus internem Wachstum. Im dritten Quartal für sich genommen beträgt die Steigerung 117% auf € 7,04 Mio. (9 Mon./06: € 3,24 Mio.).

Die im Geschäftsmodell des Internetunternehmens angelegten Skaleneffekte haben das Ergebnis deutlich überproportional zunehmen lassen: Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) ist in den ersten neun Monaten 2007 um 345% auf € 4,44 Mio. gestiegen (9 Mon./06: € 1,00 Mio.). Noch kräftiger hat sich das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) entwickelt. Mit € 3,63 Mio. liegt es +598% über dem Vorjahr (9 Mon./06: € 0,52 Mio.). Daraus ergibt sich eine von 5,8% auf rund 20% wesentlich verbesserte EBIT-Marge (EBIT/Umsatz).

Unter dem Strich verblieb in den ersten drei Quartalen 2007 ein Konzernergebnis nach Steuern von € 1,75 Mio. (9 Mon./06: € 0,96 Mio.). Dass diese Ergebniskategorie mit einem Plus von 82% als einzige unterproportional zum Umsatz zugenommen hat, liegt an einmaligen Steuereffekten (Steuerzahlungen für vergangene Perioden und Neuansatz latenter Steuern ab 2008 infolge der Unternehmenssteuerreform), aufgrund derer das Konzern-Nachsteuerergebnis im dritten Quartal mit € -0,19 Mio. negativ ausfiel (Q3/06: € 0,33 Mio.; -157%).

Profitabilität im Segment Internet Businesses nimmt zu

Das operative Geschäft der OnVista Group, das im Geschäftsfeld Internet Businesses (zuvor: Segment „Media“) gebündelt ist, hat sich hervorragend entwickelt: Der Segmentumsatz konnte um 105% auf € 18,35 Mio. gesteigert werden (9 Mon./06: € 8,94 Mio.). Hauptumsatzträger bleibt das Portal Business, das die Hälfte des Gesamtumsatzes generiert. Im dritten Quartal haben die Geschäftsbereiche Ad Sales (Ad2Net GmbH) und Performance Marketing (Ligatus GmbH) nahezu gleich hohe Erlöse erzielt. Beide machen inzwischen einen Gesamtumsatzanteil von jeweils einem Viertel aus. Das Anfang Juni in einer Beta-Version online geschaltete Adress-Brokerage-Portal Namendo (Geschäftsbereich New Business) hat plangemäß noch keine nennenswerten Erlöse beigesteuert.

Segment Corporate Services: Leichtes Minus

Das Segment Corporate Services schloss mit einem Segmentergebnis von € -0,21 Mio. nach € 0,19 Mio. in den ersten neun Monaten 2006. Das Finanzergebnis liegt planmäßig unter dem Niveau von 2006, da das Anlagevolumen aus dem Finanzmittelbestand im Vergleich zum Vorjahr niedriger ist. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind zwar durch den Verkauf von Anteilen an der Lang & Schwarz Wertpapierhandelsbank AG erhöht, gleichen aber das niedrigere Finanzergebnis nicht vollständig aus. Zudem sind die operativen Holdingkosten gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres leicht gestiegen.

Komfortable Liquiditätslage

Der Finanzmittelbestand der OnVista Group betrug zum 30. September 2007 € 10,23 Mio., nach € 41,15 Mio. zum 31. Dezember 2006. Die Abnahme um 75% resultiert weitgehend aus der vorgenommenen Sonderausschüttung im Januar 2007 (€ 25,3 Mio.). Hinzu kamen die Ausschüttung der Dividende für das Geschäftsjahr 2006 und der Erwerb des Kölner Online-Werbevermarkters Ad2Net.

Der operative Cashflow beläuft sich zum 30. September 2007 auf € 1,74 Mio., das sind 62% mehr als im Vorjahr (9 Mon./06: € 1,07 Mio.).

Übernahmeangebot der Boursorama S.A.

Nachdem die Großaktionäre der OnVista AG Ende Oktober ihre Anteile (insgesamt 77,4%) an die Boursorama S.A. veräußert haben, hat die französische Gesellschaft den übrigen OnVista-Aktionären am 31. Oktober ein Angebot zur Übernahme ihrer Anteile gegen Barzahlung von € 20,60 je Stückaktie unterbreitet. Damit liegt der gebotene Übernahmepreis 38% über dem letzten Börsenkurs vor Ankündigung des beabsichtigten Übernahmeangebots am 24. September 2007 (€ 14,90, Xetra-Schlusskurs am 21.9.2007). Boursorama, ein großer europäischer Anbieter von Online-Brokerage, Investmentprodukten und Finanz-Websites, verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, auf Sicht 100% der Anteile zu erlangen und die OnVista AG von der Börse zu nehmen. Vorstand und Aufsichtsrat der OnVista AG werden in Kürze eine offizielle Stellungnahme zu diesem Übernahmeangebot abgeben.

Wechsel in den General Standard geplant

Vor dem Hintergrund der neuen Mehrheitsverhältnisse haben Vorstand und Aufsichtsrat der OnVista AG beschlossen, dass die OnVista-Aktie in Zukunft nicht mehr im Prime Standard, sondern im General Standard des Regulierten Marktes gehandelt werden soll. Ein entsprechender Antrag wird in Kürze bei der Deutschen Börse eingereicht.

 

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