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Marktüberblick Zertifikate & Co.: Kräftiges Umsatzwachstum von 32 Prozent

Frankfurt/Main, 13.12.2007 09:29 Uhr (redaktion)

Der Markt für Zertifikate und Hebelprodukte in Deutschland hat im November gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Umsatzsteigerung verzeichnet. Gegenüber dem vergleichbaren Monat des Vorjahres nahm der Umsatz an den deutschen Börsen um 32,4 Prozent auf 16,55 Mrd. Euro zu.

Damit setzte sich der Aufwärtstrend am Derivate-Markt fort. Im Vergleich zum Oktober 2007 konnte sich der Handel auf dem hohen Niveau (16,51 Mrd. Euro) stabilisieren. Der November-Umsatz blieb allerdings deutlich unter dem Rekordumsatz von 18,7 Mrd. Euro vom Juni 2007.

Abgeltungssteuer, niedrige Zulassungsgebühren und ein günstiges regulatorisches Umfeld beleben weiterhin die Emissionstätigkeit der Banken. Durch den Wegfall der Zwölfmonats-Frist ab 2009 und dem Wegfall der steuerlichen Nachteile für Aktienanleihen und Garantieprodukte wächst die Flut an Neuemissionen. Per Saldo sind im November 15.883 Produkte neu auf den Markt gekommen. Die Angebotspalette hat mit 276.594 Zertifikaten und Hebelprodukten einen neuen Rekordstand erreicht. Weltweit ist diese Angebotsfülle einzigartig.

Bei der Betrachtung der Parkettbörsen fällt auf, dass die Börse Frankfurt ihr Handelsvolumen von 4,2 auf 4,9 Mrd. Euro steigern konnte. Möglicherweise profitierten die Hessen hier von der seit dem 1. November 2007 in Kraft getretenen MiFID und den Best-Execution-Regeln. Maß aller Dinge ist allerdings die Börse Stuttgart mit einem Umsatz von 11,6 Mrd. Euro. Die Umsätze bei den Zertifikaten nahmen im Vergleich zum Oktober 2007 um 13,7 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro zu.

Dabei nehmen Bonus-Zertifikate mit einem Marktanteil von 34,1 Prozent den größten Marktanteil ein. Im Jahresvergleich stagnierte allerdings der Umsatz bei 2,8 Mrd. Euro unverändert auf einem hohen Niveau. Umsatzgewinner sind die Rabattpapiere. Im Rückblick zeigt sich ein Anstieg des Umsatzvolumens bei den Discount-Zertifikaten von 34,3 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Das ergibt einen Anteil von 25,9 Prozent am Zertifikate-Umsatz.

Derivateumsätze im November
Derivateumsätze im November

Bei den defensiven Anlage-Zertifikaten bevorzugten die Anleger im November 2007 trotz des volatilen Marktes Index- und Partizipationspapiere. Durch eine Umsatzsteigerung von rund 10 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro gegenüber dem Oktober 2007 konnte die Produktgattung ihren Marktanteil um 1,4 Prozent auf 23,5 Prozent ausweiten. Offenbar setzen die Investoren nach den Turbulenzen durch die US-Hypothekenkrise auf eine Erholung des Marktes. Im Jahresvergleich hat das Handelsvolumen um lediglich 5 Prozent zugenommen.

Bei den Optionsscheinen zeigte sich im November gegenüber dem Oktober 2007 ein deutliches Umsatzwachstum bei den Währungs- und den Rohstoff-Papieren. Der Umsatz bei den Commodity-Warrants stieg um 30 Prozent auf 164 Mill. Euro. Das Handelsvolumen bei den Währungsprodukten nahm sogar um 50 Prozent auf 155 Mill. Euro zu. Gegenüber dem Vorjahr ist bei beiden Produktgruppen eine deutliche Steigerung des Volumens um rund 100 Prozent zu beobachten.

Eine vergleichbare Entwicklung war bei den Knockout-Produkten zu verzeichnen. Gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres stiegen die Umsätze bei den Rohstoffen um 59 Prozent auf 458 Mill. Euro. Auch gegenüber über Oktober 2007 verzeichneten die Börsen ein Wachstum des Handelsvolumens von 28 Prozent, so dass sich die Produktgruppe einen Marktanteil bei den Knockout-Produkten von rund 9,4 Prozent (+2,6 Prozentpunkte) sichern konnte. Bei den Währungs-Knockouts gab es im Jahresvergleich eine Steigerung von 43 Prozent auf 113 Mill. Euro.

In der Rangliste der Emittenten hat sich im November in der Reihenfolge gegenüber dem Vormonat wenig verändert. Allerdings hat die Commerzbank kräftige Umsatzeinbußen von 11 Prozent auf 4,3 Mrd. Euro erlitten. Der Marktanteil sank daher um 3,2 Prozent auf 26,1 Prozent. Für den Umsatzrückgang sind in erster Linie die Knockout-Produkte (-8%) verantwortlich.

Die Deutsche Bank konnte ihren Umsatz auf 3,2 Mrd. Euro und den Marktanteil um 1,1 auf 19,5 Prozent steigern. ABN Amro kletterte mit einem Umsatz von 1,65 Mrd. Euro auf den dritten Rang. Das Haus konnte sich nach mehreren Monaten wieder einen Marktanteil von 10 Prozent sichern.

 

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