München, 22.12.2007 11:18 Uhr (reuters)
Der Münchener Autobauer BMW will zur Gewinnsteigerung Tausende Arbeitsplätze streichen.
"Wir werden im nächsten Jahr mit mehreren Tausend Stellen weniger als in diesem Jahr die gleiche Leistung erbringen", sagte BMW-Personalvorstand Ernst Baumann am Freitag zu Reuters. Es handele sich in erster Linie um Zeitarbeitsplätze. Die Stammbelegschaft von rund 107.700 sei in geringerem Umfang betroffen. Sie soll vor allem durch Fluktuation oder Abfindungsangebote verkleinert werden. "Auf betriebsbedingte Kündigungen wollen wir verzichten", sagte ein Sprecher. Wie viele Stellen wegfallen, um die Rendite des Konzerns zu steigern, wollte der Sprecher nicht sagen. Die vom Nachrichtenmagazin "Spiegel" in einem Vorabbericht genannte Zahl 8000 bestätigte er nicht.
Wo genau die Arbeitsplätze gestrichen werden, blieb ebenfalls offen. Besonders viele Zeitarbeiter gibt es im Leipziger Werk, wo auf rund 2500 Stammmitarbeiter rund 1200 Zeitarbeiter kommen. Insgesamt arbeiten bei BMW weniger als 10.000 Beschäftigte von Zeitarbeitsfirmen.
BMW will die Produktivität in den Werken deutlich steigern. Bis 2012 will Vorstandschef Norbert Reithofer die Kosten um rund sechs Milliarden Euro senken und so bei den Margen im Autogeschäft zur Konkurrenz aufschließen.
Ein Sprecher der IG Metall Bayern sagte, es komme nicht überraschend, dass BMW Jobs abbauen wolle. Davon sei in Gesprächen mit der Gewerkschaft bereits seit Mai die Rede gewesen; allerdings habe BMW eine Größenordnung von 3000 bis 4000 Stellen genannt. "Die Zahl 8000 kommt für uns völlig überraschend." Der Sprecher sagte weiter, eine Reduzierung der Stammbelegschaft könne nur auf freiwilliger Basis erfolgen, weil bis 2014 eine Vereinbarung zur Beschäftigungssicherung gelte.
An der Börse zählte BMW am Freitag zu den größten Gewinnern im Dax; die Aktie lag am Nachmittag mit gut 4,6 Prozent im Plus.
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