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Überblick: Deutsche so wohlhabend wie noch nie

Frankfurt/Main, 03.01.2008 17:04 Uhr (redaktion)

Das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland ist im vergangenen Jahr um rund 5 % gestiegen. Nach Schätzungen der Volkswirte der Dresdner Bank erreichte das Bruttogeldvermögen 2007 etwa 4,76 Billionen Euro nach 4,53 Billionen Euro im Vorjahr. Der Zuwachs lag damit im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Trotz der Turbulenzen an den Börsen hatte die gute Aktienmarktentwicklung im fünften Jahr in Folge einen großen Anteil an der Steigerung des Geldvermögens der privaten Haushalte. Der deutsche Aktienindex (DAX) legte um 22 % zu, Mitte des Jahres 2007 hatte er sogar ein neues Allzeithoch erreicht. Rund 40 % des Geldvermögenszuwachses, der sich 2007 auf insgesamt 230 Milliarden Euro belief, waren auf Bewertungsgewinne des Geldvermögens zurückzuführen, knapp 60 % flossen als neue Anlagemittel zu.

Die Deutschen sparten 2007 etwas mehr als ein Jahr zuvor – die Sparquote der privaten Haushalte stieg von 10,5 % auf geschätzte 10,8 % – nachdem 2006 im Vorfeld der Mehrwertsteuererhöhung vielfach noch größere Anschaffungen vorgezogen worden waren.

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten dürften 2007 nach Einschätzung der Dresdner-Bank-Ökonomen ein gewichtiger Grund dafür gewesen sei, dass sich das vorsichtige Anlageverhalten, das die Deutschen bereits in den vergangenen Jahren gezeigt haben, kaum geändert hat. „Mehr noch: die ohnehin vorhandene Risikoaversion der Anleger dürfte sich nochmals verstärkt haben“, sagte Renate Finke, Volkswirtin bei der Dresdner Bank. Im Jahr 2007 ist voraussichtlich zum siebten Mal in Folge netto Geld aus der Aktienanlage abgeflossen.

Weiter steigende Zinsen zu Beginn des vergangenen Jahres und damit einhergehende Kursrückgänge dämpften auch die Attraktivität von Anlagen in Rentenwerte und -fonds. Entsprechend verzeichneten Geldmarktfonds und Termingelder starke Zuflüsse, zumal die Zinsdifferenzen zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen immer mehr abschmolzen. Auch Sparbriefe erfreuten sich neuer Beliebtheit. Als sichere Anlage mit vergleichsweise hohen Renditen konnten sie deutliche Zuwächse verbuchen. Sparbestimmend war auch wieder das Motiv der privaten Altersvorsorge; hier setzte sich der Rekordkurs insbesondere bei den Riester-Renten fort. Entsprechend dürfte der Anteil der Versicherungen und Pensionseinrichtungen an der Vermögensbildung trotz ansonsten eher schwieriger Rahmenbedingungen weitgehend stabil geblieben sein.

Der größte Teil der Geldvermögen liegt weiterhin als Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie als Sparbriefe bei Banken (gut 33 %), gefolgt von Anlagen bei Versicherungen (rund 25 %). Etwa 12 % sind in Investmentfonds und knapp 10 % in festverzinslichen Wertpapieren angelegt. Gerade festverzinsliche Wertpapier haben in den vergangenen Jahren durch die stark gefragte neue Produktpalette der Zertifikate (diese zählen als Schuldverschreibung der emittierenden Finanzinstitute zu den Rentenwerten) neuen Schub bekommen. Wegen der hohen Bewertungsgewinne konnten Aktien trotz Abflüssen ihren Anteil am Geldvermögen von 8,3 % (2006) auf rund 9,5 % (2007) leicht ausbauen, so die Volkswirte der Dresdner Bank.

 

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