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Benzinpreis: Sind 4 Euro pro Liter wirklich möglich?

Köln, 07.01.2008 09:42 Uhr (redaktion)

Der Rohölpreis hat die 100-Dollar-Barriere durchbrochen. Für die Zukunft wird von vielen ein weiterer Preisanstieg prognostiziert. Selbst wenn sich der aktuelle Rohölpreis verdoppeln sollte, bleibt der Anstieg der Benzinpreise jedoch vergleichsweise moderat. Preise von 4 Euro pro Liter, wie sie durch die Presse geistern, sind jedenfalls eher unwahrscheinlich.

Dass die Benzinpreise an der Tankstelle nicht linear zu den Rohölpreisen steigen, hat einen einfachen Grund: Im Tankstellenpreis von 1,39 Euro für einen Liter Sprit stecken nur 51 Cent für den Rohstoff selbst – den großen Rest zapft uns Vater Staat ab. So beträgt die Energiesteuer für einen Liter Benzin 65,5 Cent. Auf diese Steuer kommt noch einmal die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Die daraus resultierenden 78 Cent fallen immer an - unabhängig vom Rohöl- und vom Benzinpreis. Im Spritpreis enthalten ist zudem die Mehrwertsteuer auf den Rohstoff selbst, was unter dem Strich allein 88 Cent an Steuern ergibt.

Insofern wären beim derzeitigen Dollarkurs und einer Verdoppelung des Rohölpreises an der Zapfsäule vor Steuern Nettopreise von 1 Euro je Liter zu erwarten. Darauf kommt dann die Energiesteuer und auf beides noch die Mehrwertsteuer. Das macht zusammen einen Endpreis von 2 Euro pro Liter. Selbst wenn sich der Dollar wieder erholen würde und es für 1 Euro nur noch 1 Greenback gäbe, würde der Benzinpreis nur auf 2,50 Euro pro Liter steigen. Von den prognostizierten 4 Euro ist das noch ein ganzes Stück weit entfernt.

 

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