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Aktuell-Nokia-Fall: Wehmut macht sich breit - Produktion steht nun still

Düsseldorf/Helsinki, 16.01.2008 10:51 Uhr (redaktion)

Seit Beginn des "Nokia-Falls" beschreiben wir chronologisch die wichtigsten Entwicklungen. Aktuell: ENDE - Nokia-Werk stellt in dieser Woche Produktion ein.

14.05.2008
Auch in unserer Redaktionsrunde hält man etwas inne. Nun ist es soweit; seit Monaten verfolgten wir gemeinsam mit unseren Lesern und Betroffenen die Entwicklungen rund um den "Nokia-Fall". Nun ist es soweit:

Das Bochumer Nokia-Werk stellt in dieser Woche seine Handy-Produktion ein. Ab kommendem Montag würden nur noch Restarbeiten abgewickelt, teilte eine Sprecherin mit. Von den ursprünglich rund 2.300 Mitarbeitern sollen dann nur noch rund 150 unter anderem mit der Demontage des Werks beschäftigt sein.

Der offizielle Schließungstermin für das Werk ist der 30. Juni. "Das wird nicht leicht werden", sagte Betriebsrat Frank Schubert. Am Freitag gebe es ein letztes gemeinsames Treffen. Noch in diesem Monat sollen alle Beschäftigten ihre Kündigungen erhalten. Der finnische Handy-Hersteller Nokia hatte die Fertigung aus Bochum ins rumänische Cluj zu verlagert.

-ENDE-

28.04.2008
Demnach zahlt Nokia 30 Millionen Euro in eine Stiftung. Die Landesregierung bestätigte die Gespräche, bestritt aber die Einigung. "Es gibt bisher keine Einigung", sagte Joachim Neuser vom NRW-Wirtschaftsministerium am Sonntag (27.04.08). Allerdings liefen derzeit "sehr konstruktive Gespräche" mit dem finnischen Handyhersteller.

Das Land hoffe auf einen "zeitnahen Abschluss" dieser Verhandlungen. Da die Subventionen für den Aufbau des Bochumer Nokia-Werks, das Ende Juni geschlossen werden soll, zu einem erheblichen Teil aber aus Bundesmitteln stammten, müsse zunächst auch das Bundeswirtschaftsministerium einem möglichen Vergleich zustimmen, erklärte Neuser.

Das Magazin Focus hatte berichtet, Nokia werde 30 Millionen Euro in eine Stiftung "Growth for Bochum" (Wachstum für Bochum) zahlen. Aus der Stiftung sollen vor allem Unternehmensgründer im Bereich der Mobilfunk- und IT-Technologie gefördert werden, die sich am Standort des Nokia-Werkes ansiedeln. Nokia schließt den Standort im Sommer 2008 und verlagert die Produktion vor allem nach Osteuropa.

m Gegenzug für die Zahlung in die Stiftung solle die nordrhein-westfälische Landesregierung auf die Rückzahlung von 61 Millionen Euro Subventionen verzichten, die Nokia für den Aufbau des Bochumer Werkes erhalten hatte. Neuser bestätigte, dass es Bemühungen um einen Vergleich gebe. Schließlich bestehe für das Land bei einem Rechtsstreit ein nicht unerhebliches "Prozessrisiko".

25.04.2008
Die Jobs sind zwar weg, aber der Nokia-Konzern zahlt deutlich mehr für den Interessenausgleich als ursprünglich angeboten. Am Freitag (25.04.08) stellte der Betriebsrat die Ergebnisse der Verhandlungen auf einer Betriebsversammlung in Dortmund vor. Im besonderen Interesse der Beschäftigten: Die Höhe der ausgehandelten Abfindungen. Die richten sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit. So kann ein 42 Jahre alter Beschäftigter, der 13 Jahre im Werk gearbeitet hat, je nach Position eine Zahlung zwischen 65.700 und 83.100 Euro erwarten. Angestellte der höchsten Tarifgruppe erhalten bis zu 142.300 Euro.

Am 30. Juni 2008 wird endgültig Schluss sein mit der Produktion im Bochumer Nokia-Werk. 1.838 der 2.300 Mitarbeiter erhalten im Mai ihre Kündigung. Nur 200 Beschäftigte können ihren Job behalten - sie finden bei der Nokia-Abteilung Auomotiv Business Line eine Anstellung. Dort wird Handyzubehör für Autos hergestellt. Weitere 60 Mitarbeiter wechseln nach Düsseldorf in die dort angesiedelte Verkaufs- und Marketingeinheit des Konzerns. Zudem erwartet die Gewerkschaft, dass auch beim Blackberry-Hersteller RIM (Research in Motion) ehemalige Nokia-Mitarbeiter unterkommen. RIM baut in Bochum sein europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum auf.

Insgesamt legt Nokia für den Interessenausgleich 200 Millionen Euro auf den Tisch - 185 Millionen für Abfindungen und weitere 15 Millionen für den Aufbau einer Transfergesellschaft, die die Mitarbeiter für zwölf Monate nach der Kündigung übernimmt.

Die Produktion im Bochumer Werk ist nach Angaben des Betriebsrats bereits jetzt reduziert worden. Nur noch 10.000 Einheiten würden pro Tag gefertigt. Möglich wären aber bis zu 150.000.

16.04.2008
Wie der WDR berichtet, wird die Deutsche-Post-Logistiktochter DHL wegen der geplanten Schließung des Bochumer Nokia-Werks ihre eigene Niederlassung dort ebenfalls schließen. "Unsere Niederlassung befindet sich auf dem Nokia-Werksgelände und bietet ausschließlich für Nokia Dienstleistungen an. Wenn der Handy-Hersteller sein Werk zum 30. Juni dieses Jahres schließt, gibt es für uns dort nichts mehr zu tun", sagte DHL-Sprecher Achim Gahr dem WDR am Mittwoch (16.04.08).

Mit den rund 230 Beschäftigten werden nun Gespräche geführt, um die Schließung so sozialverträglich wie möglich umzusetzen. Einen konkreten Kündigungstermin gibt es laut DHL-Sprecher Gahr noch nicht. "Es wird auch niemand freigestellt. Wir suchen für die Betroffenen erst einmal Ersatzarbeitsplätze im Konzern. Unser Unternehmen ist groß und im Ruhrgebiet breit aufgestellt", gibt er sich zuversichtlich.

14.04.2008
Wie der WDR berichtet, gehen fast alle Leihbarbeiter die für Nokia lange Jahre gearbeitet haben völlig leer aus. Keine Abfindung und keine Unterstützung.
Befristete Arbeitsverträge sind in vielen Branchen sehr beliebt. Beispiel Schmitz Cargobull. Dort sind 800 entliehene Beschäftigte mit befristeten Verträgen eingestellt. "Immer noch zu wenig", meint Betriebsrat Charlie Röhricht. Denn immer noch seien ein Drittel der Beschäftigten Leiharbeiter. Sie verdienen bei gleicher Tätigkeit rund 600 Euro monatlich weniger als ihre angestellten Kollegen. Zudem können sie kurzfristig an ihre Verleihfirma zurückgeschickt werden. Und die kann schnell eine Kündigung aussprechen, wenn es keine Anschlussbeschäftigung gibt.

08.04.2008
Sozialplan besiegelt das endgültige AUS in Bochum.
Der Konzern einigte sich mit Vertretern der IG Metall und des Betriebsrats auf die Rahmenbedingungen für die Schließung des Werks mit 2300 Festangestellten zum 30. Juni. Danach stimmte Nokia der Gründung einer Transfergesellschaft zu, in der arbeitslos werdende Mitarbeiter nach Ablauf der Kündigungsfrist zwölf Monate lang beschäftigt werden können. Zugleich will der Konzern nach Investoren suchen, die Mitarbeiter in Bochum übernehmen. Für rund 300 Mitarbeiter sei dies bereits gelungen.

"Wir sind mit den Eckpunkten zufrieden. Wir hätten zwar gerne mehr gehabt, aber es ist ein Kompromiss", sagte die Nokia-Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in der Düsseldorfer Deutschland-Zentrale des Konzerns. Seit der im Januar angekündigten Schließung des Werks habe die Unsicherheit die Mitarbeiter zunehmend belastet. "Die Kollegen wollen weg von Nokia." Die Beschäftigten würden bereits zum 1. Mai freigestellt. Die Höhe der Abfindungen werde nun individuell festgelegt. Die Kündigungsfristen betrügen bis zu sieben Monate. Danach könnten Mitarbeiter in die Transfergesellschaft wechseln, so dass einige dort bis 2010 weiter beschäftigt werden könnten.

Deutschland für Nokia wichtiger Markt
Nokia will das Werk aus Kostengründen schließen und den größten Teil der Produktion in eine neue Fabrik in Rumänien verlagern. Die Ankündigung im Januar hatte bundesweit für Proteststürme gesorgt. Politiker forderten öffentlich zum Boykott des Unternehmens auf, bei zahlreichen Demonstrationen gingen Tausende Menschen auf die Straße. Auch am Dienstag waren wieder Beschäftigte mit Plakaten und Trillerpfeifen vor die in einem Gewerbegebiet liegende Zentrale gezogen. Auf Spruchbändern forderten sie, von dem Konzern nicht mit Almosen abgespeist zu werden.

Der nach Düsseldorf gereiste Nokia-Vorstand Veli Sundbäck wollte sich zu einem möglichen Imageschaden für sein Unternehmen nicht äußern. "Die Schließung des Werks heißt nicht, dass Nokia Deutschland verlässt oder Deutschland kein wichtiger Markt ist", betonte er. Deutschland spiele vielmehr weiter eine Schlüsselrolle für das Unternehmen. "Die Verhandlungen sind hart gewesen", räumte er ein. Die Einigung kam in der sechsten Gesprächsrunde zustande. Es sei eine "vernünftige, faire und für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung" gefunden worden.

Streit mit NRW-Politik soll schnell beendet werden
Nokia will nun auch seinen Streit mit der nordrhein-westfälischen Landesregierung rasch beilegen. "Wir hoffen, dass eine Einigung in den kommenden Tagen erreicht werden kann", sagte Sundbäck. Das Land fordert von Nokia die Rückzahlung von rund 60 Millionen Euro Subventionen, da das Unternehmen Zusagen bei der Schaffung von Arbeitsplätzen nicht eingehalten habe.

Das Wirtschaftsministerium in Düsseldorf wollte sich nicht festlegen, ob eine angedrohte Klage nun weiter verfolgt wird. Die Landesregierung stehe in "konstruktiven" Gesprächen mit Nokia über Zukunftsperspektiven für den Standort und die Region Bochum. "Vom Verlauf hängt ab, wie wir in der Sache weiter verfahren", sagt eine Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

31.03.2008
41 Millionen Euro geleistete Subventionen plus Zinsen fordert das NRW-Wirtschaftsministerium von Nokia zurück. Bis zum 31. März 2008 soll das Geld auf dem Konto der NRW-Bank sein. Dort ist bislang aber noch nichts angekommen. Und Nokia hat bislang nicht vor zu zahlen. Trotz Ultimatums: "Wir haben bislang noch nichts überwiesen und haben das auch nicht vor", sagte Nokia-Sprecherin Kristina Bohlmann. Der Konzern sei seit Januar mit der Landesregierung im Gespräch, das "offen und konstruktiv" laufe. "Wir hoffen, auf diese Weise eine Lösung zu finden." Zudem sei Nokia nach wie vor der Meinung, sich korrekt verhalten zu haben.

Auch die NRW-Bank bestätigt, dass von Nokia bisher keine Zahlung eingegangen sei. "Wir warten heute auf die Rückzahlung der knapp 41 Millionen Euro plus Zinsen", sagte Klaus Bielstein am Montag (31.03.08), wenige Stunden vor Ablauf des Ultimatums. Insgesamt fordert das Land knapp 60 Milionen Euro von Nokia.

Die NRW-Bank hat vom NRW-Wirtschaftsministerium das Mandat erhalten, sich um alle juristischen Schritte zu kümmern, die mit den Rückzahlungsforderungen an den finnischen Handy-Hersteller nach der Schließung des Werks in Bochum verbunden sind.

Schon seit Wochen arbeitet die Bank mit einer renommierten Kanzlei daran, juristische Schritte vorzubereiten. "Ohne eine Drohkulisse aufbauen zu wollen - die Vorbereitungen für eine Klage laufen weiter, solange wir keine anderen Signale bekommen", erklärt Bielstein.

(WDR; Stefanie Hallberg)

15.03.2008
Wie der WDR schreibt, sei bereits ein Brief mit einer Zahlungsaufforderung an Nokia geschickt worden, bestätigte eine Ministeriumssprecherin in Berlin am Samstag (15.03.08) auf Anfrage von WDR.de einen entsprechenden Vorabbericht der "Wirtschaftswoche". Das Ministerium begründet seine Rückforderung damit, dass eine Verwertung der Forschungsergebnisse in Deutschland vorgesehen war. Es bestünden aber inzwischen "erhebliche Zweifel", ob dies nach der angekündigten Schließung des Bochumer Werks noch gewährleistet sei.

In dem Schreiben werde Nokia aufgefordert zu erklären, welche Patentanmeldungen aus den Projekten resultierten und welche deutschen Standorte von den Ergebnissen profitierten, sagte die Ministeriumssprecherin weiter. Unter anderem sei mit dem Geld die Entwicklung neuer Antennen und drahtloser Funkübertragungsmethoden gefördert worden. Dem Magazinbericht zufolge muss Nokia bei einer "nicht substanziellen" Antwort die Forderung sofort begleichen oder gegen den Bescheid klagen.

Das Ministerium habe seit 1998 verschiedene Forschungsprojekte des Handyherstellers finanziell unterstützt, sagte eine Ministeriumssprecherin WDR.de. Insgesamt seien dabei zehn Millionen Euro für den Forschungsstandort Bochum geflossen. "Die vier Millionen Euro beziehen sich auf die jüngsten Forschungsprojekte." Bereits kurz nach der Ankündigung der Werksschließung sei das Ministerium aktiv geworden und habe Nokia um Aufklärung gebeten. "Die Antwort hat uns nicht völlig zufrieden gestellt." Nun habe Nokia eine Frist bis zum 7. April, die nötigen Nachweise einzureichen.

11.03.2008
Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat am Dienstag (11.03.08) die NRW-Bank gebeten, die Nokia 1998 und 1999 gewährten Investitionshilfen zurückzufordern. Der finnische Mobiltelefonhersteller soll 41 Millionen Euro Fördergelder plus 18 Millionen Euro Zinsen zurückzahlen. Das sei "der höchste Rückforderungsanspruch, der bisher in der Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen gegenüber einem Einzelunternehmen geltend gemacht wurde", teilte das Ministerium mit.

Begründet wird die Rückforderung mit Verstößen Nokias gegen Subventionsauflagen. Der finnische Konzern habe in seinem Bochumer Werk, das zum 30. Juni 2008 geschlossen werden soll, weniger sozialversicherungspflichtige Dauerarbeitsplätze geschaffen als im Rahmen der Investitionshilfe vereinbart. Seit 2002 seien die Werte unterschritten worden. Das habe eine Erhebung der NRW-Bank ergeben. Außerdem habe Nokia gegen vertraglich festgelegte Mitteilungspflichten verstoßen.

Laut Ministerium wurde die Rückforderung inzwischen von der NRW-Bank an Nokia weitergeleitet. Verbunden ist sie mit einem Ultimatum. Bezahlen soll das Unternehmen bis spätestens 31. März 2008 - andernfalls "wird die NRW-Bank den Anspruch gerichtlich durchsetzen", heißt es in einer Mitteilung des NRW-Wirtschaftsministeriums. Nokia selbst hatte die Landesregierung bereits in der vergangenen Woche um ein Gespräch gebeten, um die Rückforderung zu erörtern. Es soll in den nächsten Tagen anberaumt werden.
(reuters;WDR)

10.02.2008
Dazu zählt beispielsweise die Einrichtung einer zentralen Vergabestelle im Wirtschaftsministerium. Die Beschäftigten sollen speziell geschult werden und wechselnde Aufgaben übernehmen. Insgesamt soll es 27 Prüfkriterien geben.

Nach den Plänen von Wirtschaftsministerin Thoben soll die Förderung zudem stärker auf kleine und mittlere Unternehmen konzentriert werden. Pro Jahr gebe es rund 600 Förderverfahren, teilte Thoben mit.

29.02.2008
Das berichtet das ARD-Politikmagazin "Kontraste". Demnach soll Schartau bereits 2003 gewusst haben, dass Nokia in Bochum trotz vertraglicher Zusagen nicht die vereinbarte Zahl an Arbeitsplätzen geschaffen hat. Schartau habe die Zahl der neu zu schaffenden Arbeitsplätze reduziert. Dadurch seien mehr als die in den Fördergesetzen des Landes erlaubten maximal 500.000 Euro pro neuem Job an Nokia geflossen.

Dem Magazin sagte Schartau, die Handyindustrie wie auch die Region rund um Bochum seien zu dem Zeitpunkt stark unter Druck gewesen. Statt auf die Schaffung der vereinbarten Arbeitsplätze zu bestehen, änderte der damalige Wirtschaftsminister die Subventionsbedingungen für Nokia.

22.02.2008
Die Stimmung in der Westfalenhalle war gereizt. Die Nokia-Mitarbeiter pfiffen den aus Finnland angereisten Konzernmanager aus. Der hatte gerade erklärt, dass Nokia sein Bochumer Werk zum 30. Juni schließen will und die Beschäftigten ein Jahr lang in einer Transfergesellschaft aufgefangen werden sollen. Dem Betriebsrat geht das nicht weit genug. Er fordert den Erhalt des Werkes bis 31. Dezember 2008. Die Auffanggesellschaft soll eineinhalb Jahre bestehen, da man mehr Zeit bräuchte, um gering Qualifizierten und Behinderten neue Jobs zu beschaffen. Außerdem bestand der Betriebsrat auf Abfindungen. "Es darf kein zweites BenQ geben", lautet eine zentrale Forderung.

Die Erwartungen der Belegschaft an die Versammlung waren hoch, doch sie wurden nicht erfüllt. "Wir können nur hoffen. Es geht nur noch um einen guten Sozialplan", sagt etwa Mitarbeiterin Sylvia Nischik. Kollegin Karina Biernot ärgert sich darüber, "dass wir immer noch nichts Genaues wissen. Die Finnen meinen wohl, sie hätten nur kleine Kinder vor sich. Die sollen unsere Wünsche zur Kenntnis nehmen." Markus Prass hat "zwar viele Ideen gehört, aber leider nichts Konkretes".

Klar wurde allerdings, dass der Nokia-Konzern das Bochumer Werk als Ganzes verkaufen will. Davon ausgenommen seien nur die Entwicklungsabteilung und die Sparte "Automotive". "Das seien ja auch "die Filetstücke", lautete ein Kommentar aus der Belegschaft.

Allerdings wären die Mitarbeiter der beiden Sparten damit grundsätzlich einverstanden - sofern auch der Rest der Belegschaft sein Okay gebe. Die Solidarität der Mitarbeiter untereinander hat unter den ungewissen Zukunftsaussichten nicht gelitten. Die IG-Metall Bevollmächtigte Ulrike Kleinebrahm hatte aber schon erklärt, dass sie nicht mit einem schnellen Ergebnis rechnet - "es gibt viel zu klären." Am Freitagmittag soll eine Pressekonferenz über den Stand der Beratungen und über das weitere Vorgehen informieren. (WDR)

22.02.2008
Zur Versammlung in Dortmund wird um 10 Uhr die gesamte Belegschaft von rund 2.300 Mitarbeitern erwartet - "unter der Voraussetzung, dass sie nicht zu sehr vom Streik der Verdi-Kollegen im ÖPNV betroffen sind", erklärt IG-Metall Bevollmächtigte Ulrike Kleinebrahm im Gespräch. Ansonsten will sie vor der Versammlung aber keine Details preisgeben. Und auch zur möglichen Stimmung der Mitarbeiter erklärt sie, dass sie die ja erst sehen würde, wenn sie da wäre.

Bis zur Versammlung werden die Gesprächsergebnisse vom Mittwoch (20.02.08) streng geheim gehalten. Vertreter der Unternehmensspitze, des Betriebsrats und der Gewerkschaft hatten über mögliche Abfindungen und wohl auch darüber gesprochen, wie man die weiteren Aussichten der Mitarbeiter auf dem Arbeitsmarkt verbessern kann.

Neben der Abfindung nannten Arbeitnehmervertreter auch die mietfreie oder günstige Überlassung des Nokia-Betriebsgeländes für Neuinvestoren als Möglichkeit. Im Vorfeld zu den Gesprächen hatte Ulrike Kleinebrahm aber schon erklärt, dass sie nicht mit einem schnellen Ergebnis rechnet - "es gibt viel zu klären." (WDR)

20.02.2008
Betriebsrat und IG Metall fordern vom Unternehmen eine Abfindung für alle Beschäftigten und Hilfe bei der Suche nach neuen Investoren.

Die Firmenspitze ist durch den Chef von Nokia-Deutschland, Klaus Goll, vertreten. Mit einem schnellen Ergebnis wird nicht gerechnet.

18.02.2008
Wird Nokia noch zum Wohltäter im Revier? Das Nachrichtenmagazin Focus berichtet, der finnische Konzern beabsichtige, eine Stiftung zu gründen. Mit bis zu 50 Millionen wolle der Kommunikationsriese nach der angekündigten Werksschließung in Bochum wenigstens dabei helfen, am Standort einen Technologiepark aufzubauen. Als Stiftungsvorsitzender wurde bereits der ehemalige Rektor der Ruhr-Universität, CDU-Politiker Kurt Biedenkopf genannt. Während Nokia sich zur Stiftungsidee nicht äußern möchte, bestätigt das Landswirtschaftsministerium den Pressebericht. "So falsch ist das nicht", sagt Ministeriumssprecher Joachim Neuser dem WDR.

Wirtschaftsförderer nimmt an Arbeitsgruppe teil
Offenbar ist die Stiftung Thema der gemeinsamen Arbeitsgruppe, in der Vertreter des Landes NRW und Nokia über den Erhalt von Arbeitsplätzen beraten. In den kommenden Tagen, so Neuser, werde die Arbeitsgruppe zum zweiten Mal zusammen treten. "Termin und Ort werden aber geheim gehalten", so der Sprecher. Kein Geheimnis ist indes die Zusammensetzung der Arbeitsgruppe: neben Staatssekretär Baganz und Ministeriumsmitarbeitern wird auch der Wirtschaftsförderer David Scrimgeor mit am Tisch sitzen. Scrimgeor kümmert sich sonst um die Entwicklung der englischen Technologie-Region East Midlands rund um Nottingham. Und mit Martin Grimm, dem Geschäftsführer der ThyssenKrupp Real Estate, ist ein Immobilienexperte an Bord.

Betriebsrat aus Ulm verhandelt Bochums Zukunft
Am Mittwoch (20.02.08) kommt es zu ersten Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Konzernführung. Erstmals wollen beide Seiten dann einen Interessensausgleich und damit über konkrete Schritte zur Auflösung des Werkes in Bochum verhandeln. Themen sind unter anderem ein Sozialplan für die Beschäftigten, die Höhe der Abfindungen oder die Gründung einer Transfergesellschaft. Während bislang die Bochumer Betriebsrätin Gisela Achenbach und die IG Metall-Bevollmächtigte Ulrike Kleinebrahm die Arbeitnehmerseite vertraten, wird nun der deutsche Konzernbetriebsrat die Verhandlungen leiten. Dass der Konzernbetriebsratsvorsitzende Werner Hammer nicht aus dem Bochumer Werk stammt, sondern in Ulm für Nokia arbeitet, ist nur "ein Zufall", sagt Wolfgang Nettelstroth, der IG Metall-Landessprecher.

Stiftung wird begrüßt
Der Betriebsrat aus der Bochumer Entwicklungsabteilung, Jens König, klingt da skeptischer: "Der hat doch vor allem die Interessen der Nokianer in Ulm im Auge", vermutet König. Er selbst macht sich weiterhin für einen Erhalt der Bochumer Entwicklungsabteilung stark. "Eine Stiftung wäre dafür eine gute Sache", sagt König. Ein IT-Zentrum im Bochumer Norden könne dabei helfen, nicht nur die fast 400 Arbeitsplätze der Ingenieure, sondern auch Jobs von Technikern, Facharbeitern und Mitarbeitern der Produktion zu sichern. Dazu müsse es aber auch große Unternehmen geben, die wie Bosch oder BMW in den Standort und neue Produkte investierten.

Potenzielle Investoren haben Interesse signalisiert
Auch IG-Metall-Sprecher Nettelstroth spricht von potenziellen Investoren, die der Gewerkschaft ihr Interesse signalisiert hätten. Doch: "Es geht jetzt darum, die Angebote zu prüfen, nicht darum, Namen in der Öffentlichkeit zu handeln", sagt Nettelstroth. Das spekulieren mit Firmennamen helfe nicht, wenn es um die Schaffung möglichst vieler "Ersatzarbeitsplätze" für die insgesamt 2.300 Mitarbeiter und 1.000 Leiharbeitskräfte gehe. Tatsächlich hatte die Elektronikfirma Bosch, in der Presse bereits als möglicher Investor genannt, umgehend jedes Interesse am Nokia-Standort Bochum zurück gewiesen. (WDR)

 
13.02.2008
Christa Thoben reagierte sichtlich gereizt. "Gehen Sie davon aus, dass wir nicht pennen", grollte die CDU-Wirtschaftsministerin am Donnerstag im Wirtschaftsausschuss des Düsseldorfer Landtags. Die SPD-Abgeordneten hatten Thoben bei der Debatte über die Schließung des Bochumer Nokia-Werkes in Rage gebracht.

"Warnhinweise" über einen "fragilen Handymarkt" in Nordrhein-Westfalen seien von der Wirtschaftsministerin ignoriert worden, kritisierte ihr Amtsvorgänger Harald Schartau (SPD). Das "Frühwarnsystem" der Landesregierung habe nicht funktioniert. Spätestens nach der Pleite des Handyherstellers BenQ in Kamp-Lintfort, hätten die Alarmglocken wegen des Bochumer Nokia-Standortes läuten müssen. "Das ist ein Witz für die lustige Ecke", konterte die Wirtschaftsministerin. Zwischen Thoben und Schartau tobt seit Tagen ein erbitterter Streit über die Millionen-Subventionen für das Bochumer Nokia-Werk.

Die Wirtschaftsministerin will 41 Millionen öffentliche Fördergelder von Nokia zurück fordern, weil der finnische Handyhersteller die verpflichtende Mindestsollzahl von 2.860 Beschäftigen jahrelang unterschritten habe. Schartau hätten in seiner Amtszeit etliche Hinweise auf die Verletzung der Subventionsbestimmungen vorgelegen, behauptete Thoben, doch der damalige SPD-Minister habe nicht gehandelt.

Gegen diese Vorwürfe setzte sich Schartau im Wirtschaftsausschussausschuss zur Wehr: "Wir hatten großes Interesse den Standort Bochum zu halten." Die Debatte um die Vergangenheitsbewältigung sei "ein parlamentarischer Luxus" in einer Situation, in der 2.300 Nokia-Beschäftigte und weitere 1.000 Zeitarbeiter um ihre Existenz bangten. "Da fangen Sie an, hier böse Wäsche zu waschen", attackierte Schartau seine Amtsnachfolgerin.

Die SPD-Abgeordneten hielten der Wirtschaftsministerin vor, dass sie die Millionen-Subventionen von Nokia niemals zurückgefordert hätte, wenn der finnische Handy-Konzern sein Bochumer Werk nicht geschlossen hätte. Spätestens nach Ablauf der Subventions-Bindungsfrist im September 2006 hätte die Wirtschaftsministerin gegenüber Nokia einschreiten müssen. Thoben verteidigte sich, sie habe mit Bekanntgabe der Schließungspläne Mitte Januar dieses Jahres erstmals erfahren, dass das Mindestsoll der Beschäftigten in Bochum jahrelang um 300 bis 400 Beschäftigte unterschritten worden sei. Deshalb habe sie die Subventions-Rückforderungen nicht früher stellen können. Ob ein Teil der Landesansprüche durch dieses verspätete Handeln nunmehr verjährt sei, werde derzeit "juristisch geprüft", erklärte die Ministerin. "Ich hoffe das nicht."

Energisch hatten die Redner der SPD-Opposition Thoben aufgefordert, offen zu legen, an welche "innovativen neuen Beschäftigungen" sie für die Nokia-Mitarbeiter denke. Die Wirtschaftsministerin reagierte zunächst unwirsch: "Ich werde hier nicht meine Verhandlungsstrategie offen legen." Der finnische Handy-Hersteller stehe für den Standort und die Beschäftigten in der Pflicht und müsse entsprechende Nachfolge-Lösungen präsentieren. "Wir nehmen Nokia beim Wort", sagte Thoben.

Immerhin gab die Wirtschaftsministerin zu erkennen, dass die Landesregierung anstrebe, auf dem verkehrsgünstig angebundenen Werksgelände des Handyherstellers einen "Industriepark" zu errichten, um neue Unternehmen in Bochum ansiedeln zu können. Zugleich zeigte sie sich zuversichtlich, die bisherige Forschungs- und Entwicklungssparte von Nokia mit etwa 300 Beschäftigten weiterhin in der Revierstadt halten zu können. Zudem gebe es derzeit etliche Interessenten, die sich "für Filetstücke" des Bochumer Handywerks interessierten. "Diese Angebote müssen jetzt vernünftig koordiniert werden", erklärte Thoben. Die Landesregierung setze bei neuen Unternehmen auf dem alten Nokia-Gelände auf "zukunftsträchtige Lösungen". (für WDR von Johannes Nitschmann)

13.02.2008
Laut Thoben sind die Ermittlungen über die Rückforderung von Subventionen in Höhe von 41 Millionen Euro noch nicht abgeschlossen. Bis zum 15. Februar habe Nokia Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Das Land habe 2.800 Arbeitsplätze gefordert. Nokia geht davon aus, dass "Leiharbeitskräfte" dazu zählen.

12.02.2008 (Update)
Nach dem Scheitern weiterer Gespräche über die Zukunft des Nokia-Werkes Bochum setzen die Gewerkschaften jetzt auf einen Verkauf des Standortes und die Suche nach neuen Arbeitsplätzen.

"Es gibt Interessenten für dieses Nokia-Werk", sagte die IG-Metall-Bevollmächtigte Ulrike Kleinebrahm am Dienstag in Bochum. Man müsse jedoch deren Ernsthaftigkeit prüfen. "Ein zweites BenQ will keiner", sagte sie mit Blick auf den Verkauf der Siemens-Handysparte an das taiwanesische Unternehmen, das wenig später die Produktion in Deutschland einstellte.

Zuvor hatte die Nokia-Geschäftsführung in einem Gespräch mit Betriebsräten in Helsinki auf der Schließung des Standortes bestanden. Vorschläge der Arbeitnehmerseite für eine weitere Produktion wurden abgelehnt: "Das Management von Nokia musste diese alternativen Vorschläge leider als nicht umsetzbar bewerten", hieß es in einer Stellungnahme nach den Gesprächen. "Die notwendige Effizienz würde dadurch nicht erreicht und die Gesamtstrategie von Nokia nicht unterstützt." Und weiter: "Beide Seiten einigten sich darauf, dass das vorrangige Ziel ist, für die Nokia-Beschäftigen in Bochum Arbeitsplätze bei Unternehmen zu finden, die vertrauensvoll sind und langfristige Geschäftsziele verfolgen."

Kleinebrahm von der IG Metall räumte eine Niederlage ein: "Das ist nicht das, was wir im Endeffekt erreichen wollten." In Bochum werde unter dem Namen "Nokia" nicht mehr produziert. Allerdings habe der Druck der Arbeitnehmer bewirkt, dass der Konzern sich nun für die Suche nach anderen Arbeitsplätzen engagieren werde. Gespräche darüber sollten am 20. Februar aufgenommen werden.

12.02.2008
Vertreter des Betriebsrats und der IG-Metall waren am Dienstag (12.02.08) zu einem Gespräch nach Finnland gereist. Im Gepäck hatten die Arbeitnehmervertreter eigene Konzepte und einen umfassenden Fragenkatalog. So gerüstet sollte es bei dem Treffen mit der Konzernspitze konkret um Perspektiven für den Erhalt des Standorts Bochum gehen. Die Antwort des Nokia-Managements war indes ernüchternd: Die Vorschläge des Betriebsrates seien "nicht umsetzbar". Die nötige Effizienz für den Werkserhalt werde mit den Plänen nicht erreicht.

"Es waren konstruktive Gespräche über die Zukunft von Bochum", sagte Nokia-Sprecherin Arja Suominen am Dienstagnachmittag. Konzernvorstand und Betriebsrat einigten sich bei der gemeinsamen Sitzung, mit den offiziellen Verhandlungen über die Zukunft des Werkes und der Mitarbeiter am 20. Februar zu beginnen. Jetzt müsse es darum gehen, für die 2.300 Beschäftigten in Bochum Arbeitsplätze bei anderen Unternehmen zu finden, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung von Nokia und den Arbeitnehmervertretern.

Im Kern ging es laut Betriebsratschefin Gisela Achenbach bei den Vorschlägen um eine Erhöhung der Produktivität. Einer der Betriebsrats-Vorschläge besagt, dass bei Investitionen von 14 Millionen Euro in neue Produktionslinien die Arbeitskosten, die der Konzern als zu hoch bezeichnet, deutlich gesenkt werden könnten.

Verhandelt wird in dieser Woche nicht nur in Finnland. Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" werden am Donnerstag (14.02.08) Nokia-Manager in Düsseldorf erwartet, um erneut mit dem NRW-Wirtschaftsministerium zu sprechen. An dem Gespräch sollen demnach der Finanzchef von Nokia und Wirtschaftsstaatssekretär Jens Baganz teilnehmen.

12.02.2008
Zum ersten Mal reisen Betriebsrat und IG-Metall zu einem Gespräch nach Finnland. Im Gepäck haben die Arbeitnehmervertreter eigene Konzepte und einen umfassenden Fragenkatalog. So gerüstet soll es bei dem Treffen mit der Konzernspitze konkret um Perspektiven für den Erhalt des Standorts Bochum gehen.

"Was für alle Beschäftigten von Nokia als Verhaltenskodex gilt, muss erst recht für den Vorstand des Unternehmens gelten", so die IG-Metall-Bevollmächtigte Ulrike Kleinebrahm. Das Unternehmensleitbild "sehr menschlich" könne keine Einbahnstraße sein. Bei dem Treffen in Finnland müsse sich zeigen, ob Nokia soziale Verantwortung trägt.

m Kern geht es laut Betriebsratschefin Gisela Achenbach bei den Vorschlägen um eine Erhöhung der Produktivität. Einer der Betriebsrats-Vorschläge besagt, dass bei Investitionen von 14 Millionen Euro in neue Produktionslinien die Arbeitskosten, die der Konzern als zu hoch bezeichnet, deutlich gesenkt werden könnten. Bei den Gesprächen werde aber Unternehmenschef Olli-Pekka Kallasvuo voraussichtlich nicht dabei sein, so Achenbach.

Die Arbeitnehmervertreter geben sich dabei durchaus kämpferisch. Streiks werden zwar nicht explizit angedroht, es werde aber weitere Aktionen geben, falls der Nokia-Aufsichtsrat die Schließung des Werks am 28. Februar tatsächlich beschließen sollte.

Am Sonntagabend (10.02.08) hatten mehr als 5.000 Menschen mit einer Lichterkette rund um das Nokia-Werk in Bochum gegen die geplante Schließung des Standorts protestiert. Ungeachtet dieses Protests nahm Nokia am Montag (11.02.08) im rumänischen Cluj die Handyproduktion auf. Hierhin soll die Produktion des Bochumer Werks nach dessen Schließung verlagert werden.

Verhandelt wird in dieser Woche nicht nur in Finnland. Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" werden am Donnerstag (14.02.08) Nokia-Manager in Düsseldorf erwartet, um erneut mit dem NRW-Wirtschaftsministerium zu sprechen. An dem Gespräch sollen demnach der Finanzchef von Nokia und Wirtschaftsstaatssekretär Jens Baganz teilnehmen.

11.02.2008
Der Betriebsrat wird nach Finnland reisen, um dort seine Vorschläge für den Erhalt des Nokia-Werks vorzustellen. Nach Angaben des stellvertretenden Betriebsratsvorsitzenden Silvano Guidone will man vorschlagen, die Produktivität in Bochum zu erhöhen, um so möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Die Arbeitnehmervertreter geben sich dabei durchaus kämpferisch. Streiks werden zwar nicht explizit angedroht, es werde aber weitere Aktionen geben, falls der Nokia-Aufsichtsrat die Schließung des Werks am 28. Februar beschließen sollte.

Verhandelt wird in dieser Woche nicht nur in Finnland. Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" werden am Donnerstag (14.02.08) Nokia-Manager in Düsseldorf erwartet, um erneut mit dem NRW-Wirtschaftsministerium zu sprechen. An dem Gespräch sollen demnach der Finanzchef von Nokia und Wirtschaftsstaatssekretär Jens Baganz teilnehmen.

Am Sonntagabend (10.02.08) hatten mehr als 5.000 Menschen mit einer Lichterkette rund um das Nokia-Werk in Bochum gegen die geplante Schließung des Standorts protestiert. Ungeachtet dieses Protests nahm Nokia am Montag (11.02.08) im rumänischen Cluj die Handyproduktion auf. Hierhin soll die Produktion des Bochumer Werks nach dessen Schließung verlagert werden.

10.02.2008
Es waren nicht nur Nokia-Beschäftigte, die bereits am Nachmittag auf dem Parkplatz von dem Bochumer Werk gegen dessen drohende Schließung demonstrierten - auch zahlreiche Beschäftigte aus anderen Bochumer Betrieben und aus benachbarten Städten kamen zum "Familienprotesttag" zusammen. Und Menschen, die sich einfach solidarisch zeigen wollten. Zum Beispiel der Fanclub des VfL Bochum, dessen Spieler alle Nokia-Mitarbeiter zum vergangenen Spiel eingeladen hatten. Oder die Belegschaft des angeschlagenen Osnabrücker Autobauers Karmann.

Auf der Bühne sprachen Kommunalpolitiker und Gewerkschafter zu den rund 5.000 Demonstranten. "Eine radikale Minderheit in Finnland hat sich verrechnet", rief der DGB-Vorsitzende von NRW, Guntram Schneider ihnen zu. Die Nokia-Bosse hätten aber die Solidarität in Deutschland unterschätzt. "Wir sind keine Bananenrepublik. Bei uns herrschen Ethik und Moral!"

Als "bodenlose Sauerei" bezeichnete Oliver Burghard von der IG Metall die angekündigte Schließung. Nokia stehe kurz davor, seinen Ruf in Deutschland komplett zu ruinieren. "Die Mitarbeiter wollen Perspektiven und keine Stilllegungsprämie."

Am frühen Abend begannen die rund 5.000 Demonstranten dann, eine Kette rund um das Nokia-Werk zu bilden. Um die Kette auf den etwa vier Kilometern zu schließen, waren nach Schätzung der Polizei etwa 4.000 bis 5.000 Menschen nötig. Um 18.15 Uhr stand fest: Der Plan war aufgegangen. Über 5.000 Teilnehmer hatten sich aufgereiht und hielten 5.000 Fackeln in die Luft.

10.02.2008
Der "Familienprotesttag" der IG Metall soll um 14 Uhr auf dem Parkplatz vor der Hauptpforte beginnen. Mit Fackeln und Lichtstäben in den Händen wollen die Mitarbeiter am Nachmittag eine Menschenkette rund um das Nokiawerk bilden. Dem Nokia-Management solle damit ein Licht aufgehen, sagt die IG Metall. "Ring of Fire", Feuerring, nennt die Gewerkschaft die geplante Protestaktion.

Mit der Aktion wollen die Bochumer für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze beim finnischen Handyproduzenten kämpfen. Zahlreiche Beschäftigte, auch aus anderen Betrieben in Bochum sowie aus benachbarten Städten, werden erwartet. Für die an der Menschenkette Beteiligten wird am Riemker Markt ein Pendelverkehr eingerichet.

Neben Bochums Bürgermeisterin Ottilie Scholz werden auch der DGB-Vorsitzende von NRW, Guntram Schneider, sowie die Betriebsratsvorsitzende Gisela Achenbach erwartet.

 
07.02.2008
m Kern geht es laut Achenbach bei den Vorschlägen um eine Erhöhung der Produktivität. Einer der Betriebsrats-Vorschläge besagt, dass bei Investitionen von 14 Millionen Euro in neue Produktionslinien die Arbeitskosten, die der Konzern als zu hoch bezeichnet, deutlich gesenkt werden könnten.
Sollte der Aufsichtsrat zwei Wochen später am 28. Februar 2008 dennoch die Werksschließung verfügen, werde es zu Aktionen in Bochum kommen. "Es gibt keinen Streik, aber Aktionen und Informationsveranstaltungen", sagte Achenbach am heutigen Donnerstag.

Im Gegensatz dazu schließt Betriebsratsmitglied Wolfgang Siebert einen Streik nicht aus. In der Donnerstagsausgabe (07.02.08) der "Frankfurter Rundschau" sagte er: "Sobald eine Entscheidung fällt, ist es mit der Ruhe vorbei." Wenn der finnische Konzern das Ende des Bochumer Werkes mit mehr als 2.300 Mitarbeitern tatsächlich beschließen sollte, "garantiere ich für nichts", so Siebert. Ein Streik sei nicht ausgeschlossen.

Bislang würden die Mitarbeiter versuchen, die Konzernleitung von ihrer guten Arbeit zu überzeugen. "Aber ich kann mir kaum vorstellen, dass wir mit der Kündigung vor der Brust noch Handys zusamenschrauben werden", sagte der Gewerkschafter. Das würden sie "psychisch" gar nicht verkraften. Schon jetzt seien überdurchschnittlich viele Mitarbeiter krank geschrieben.

 
06.02.2008
Der Vorwurf war bereits kurz nach der angekündigten Schließung des Bochumer Werks laut geworden: Nokia habe Subventionen kassiert, im Gegenzug aber Verpflichtungen nicht erfüllt, etwa nicht genug Arbeitsplätze geschaffen. Im Auftrag des Wirtschaftsministeriums überprüfte daraufhin die NRW.Bank das Geschäftsgebaren des Konzerns. Am Mittwoch (06.02.08) legte sie das Ergebnis vor. Sie beziffert die zuviel gezahlten Investitionsbeihilfen auf 41 Millionen Euro.

Die Subventionen - umgerechnet 17 Millionen Euro für 1998 und 23 Millionen Euro für 1999 - seien jeweils zwei Jahre später ausgezahlt worden, so Ministeriumssprecher Joachim Neuser auf Nachfrage von WDR.de. Danach habe es keine Zahlungen mehr gegeben. Zwischen 1988 und 1999 habe das Land insgesamt 61 Millionen an Subventionen an Nokia gezahlt.

Begründet wird die Rückforderung unter anderem damit, dass Nokia in Bochum eine bestimmte Zahl von Dauerarbeitsplätzen über Jahre hinweg unterschritt. Wie eine aktuelle Erhebung der NRW.Bank ergeben habe, sei der Wert von 2.860 unbefristeten und sozialversicherungspflichten Beschäftigungsverhältnissen seit 2002 nicht erreicht worden.

Eine Reaktion von Nokia sei bisher nicht im Ministerium eingegangen, so Sprecher Neuser. Darüber, ob das Unternehmen die Gelder tatsächlich zurückzahlen wird, mochte er nicht spekulieren. "Aber gehen Sie davon aus, dass wir das alles ordentlich geprüft haben." Der Konzern könne innerhalb einer Woche Stellung nehmen und "entscheidungsrelevante Angaben oder Unterlagen" nachreichen.

Der Konzern hat sich unterdessen gegenüber einer Nachrichtenagentur geäußert. Dabei reagierte eine Sprecherin am Stammsitz in Espoo "erstaunt" über die Forderungen. Nokia habe mehr in den Standort investiert als vorgeschrieben: Über die vereinbarte Zahl von 2.860 Arbeitsplätzen hinaus habe man ab 2001 eine Zahl von durchschnittlich 3.200 Mitarbeitern, inklusive Leiharbeitern, beschäftigt. Außerdem habe die NRW.Bank niemals Einspruch erhoben. "Wir sind bei Nokia der festen Überzeugung, das wir korrekt gehandelt haben."

Wie die Sprecherin weiter sagte, sei man bereit, der NRW.Bank und der Landesregierung zusätzliches Datenmaterial auszuhändigen: "Die derzeit verfügbaaren Fakten stützen den Versuch der der Bank und der Landesregierung nicht, die Subventionen zurückzufordern."

06.02.2008
Das Wirtschaftsministerium hatte die NRW.Bank gebeten, die Rückforderungansprüche für die Investitionsbeihilfen aus den Jahren 1998 und 1999 festzustellen. Die Summe von 41 Millionen Euro sei bereits dem Unternehmen Nokia in Bochum mitgeteilt worden, hieß es aus dem Ministerium. Der Konzern könne innerhalb einer Woche dazu Stellung nehmen und "entscheidungsrelevante Angaben oder Unterlagen" nachreichen.

Begründet wird die Rückforderung unter anderem damit, dass Nokia in Bochum mindestens seit 2003 eine bestimmte Zahl von Dauerarbeitsplätzen hätten schaffen müssen, diese aber über Jahre hinweg unterschritt. Wie eine aktuelle Erhebung der NRW.Bank ergeben habe, sei der Wert von 2.860 unbefristeten und sozialversicherungspflichten Beschäftigungsverhältnissen seit 2002 nicht erreicht worden.

02.08.2008
Wie das Nachrichten-Magazin "Focus" in seiner neuesten Ausgabe berichtet, soll der damalige Wirtschafts- und Arbeitsminister Schartau (SPD) bereits in den Jahren 2004 und 2005 über Subventionsverstöße von Nokia informiert gewesen sein. Der Handyhersteller habe die am 31. September 2003 vereinbarte Beschäftigten-Zahl von 2.660 Mitarbeitern fortlaufend unterschritten. Schartau habe darauf jedoch nicht reagiert und keine Subventions-Rückforderungen an Nokia gestellt.

Nach Recherchen von WDR.de wurden die Subventionsauflagen für den Handyhersteller nach einer Entscheidung am 30. September 2003 im Düsseldorfer Wirtschaftsministerium spürbar erleichtert: Die Aufstockung der Arbeitsplätze, die das Unternehmen aufgrund der Landesförderung zu leisten hatte, wurde drastisch minimiert. Ursprünglich hatte Nokia für einen "Investitionszuschuss" des Landes in Höhe von 17,4 Millionen Euro in seinem Bochumer Werk zusätzlich 797 Arbeitsplätze schaffen sollen. Tatsächlich wurden damals aber lediglich 198 Beschäftigte eingestellt Daraufhin wurde in einer "Ermessensentscheidung" des NRW-Wirtschaftsministeriums die Beschäftigten-Zielzahl in dem Bochumer Nokia-Werk von ursprünglich 3.459 auf 2.860 in den Subventionsauflagen angepasst.

Da der Förderzusage des Landes eine Investition von Nokia in Höhe von 97 Millionen Euro zu Grunde liege, werde "die Bemessungsgrundlage je neu geschaffenem Arbeitsplatz auf 500.000 Euro heraufgesetzt", heißt es dazu in einem WDR.de vorliegenden Vermerk des Wirtschaftsministeriums. Diese Entscheidung zur Absenkung der Subventionsauflagen wird damit begründet, das dies "für die vom Strukturwandel betroffene Stadt Bochum von erheblicher struktureller Bedeutung" gewesen sei. Laut Vermerk hatte Nokia als Hauptgrund für die geringere Beschäftigtenzahl "unvorhersehbare strukturelle Marktveränderungen" durch die Veräußerungen der UMTS-Lizenzen angeführt. "Dies kann nachvollzogen und durch entsprechende Unterlagen untermauert werden", stellte dazu das Ministerium dazu in seinem Vermerk fest.

01.02.2008
"Seit gestern Abend liegt uns der Prüfbericht der NRW-Bank vor", sagte der Sprecher des NRW-Wirtschaftsministeriums, Joachim Neuser, WDR.de am Donnerstag (31.01.08). Danach ist das Soll von 2.860 Arbeitsplätzen im Jahr 2002 um 318, im Jahr 2003 um 368 und im Jahr 2004 um 347 unterschritten worden. Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) hatte die Prüfung in Auftrag gegeben, um gegebenenfalls Landes-Subvention zurückfordern zu können. Neuser kündigte an, dass das Ministerium jetzt die Zahlen "juristisch bewerten" wird. Mitte nächster Woche werde sich Christa Thoben äußern, ob sie Rückforderungen stellen wird.

Warum prüft die NRW-Bank erst jetzt die Stellenzusagen?
Ungereimtheiten sollen auch bei der landeseigenen NRW-Bank aufgetaucht sein, die für die Kontrolle der Zusagen zuständig ist. Nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) geht die Innenrevision der NRW-Bank der Frage nach, weshalb erst jetzt, fast eineinhalb Jahre nach Auslaufen der Bindungsfrist, eine Überprüfung stattfindet. Ministeriumssprecher Neuser bestätigte WDR.de, dass das Ministerium die Bank wegen dieser Angelegenheit um eine Stellungnahme gebeten habe. "Solange uns die nicht vorliegt, werden wir uns jedoch nicht öffentlich dazu äußern."

31.01.2008
Nokia hat einer juristischen Prüfung von Teilaspekten seines Stilllegungsbeschlusses für das Bochumer Handywerk zugestimmt. Das Unternehmen teilte am Mittwochabend (30.01.08) in Helsinki mit, dass eine Gruppe von Anwälten von Nokia und dem Europäischen Metallgewerkschaftsbund (EMB) gemeinsam den Auftrag erhalten haben, die Vorgänge zu prüfen. Grundsätzlich geht es um die Frage, ob die Konzernbetriebsräte rechtzeitig und formal korrekt über die geplante Schließung informiert worden sind. Diese Prüfung hatten die europäischen Betriebsräte nach ihrem Treffen am Mittwochnachmittag in Brüssel gefordert. Welche Konsequenzen ein solcher Verstoß für den Konzern hätte, ist dabei noch unklar.

Aus der Nokia-Zentrale in Helsinki hieß es, die Berichte über sehr hohe Betriebsgewinne im Bochumer Werk seien "irreführend". "Das gibt nicht die dortige Profitabilität unter Marktgesichtspunkten wieder", sagte Unternehmenssprecherin Arja Suominen. Bei der konkreten Beurteilung der Ertragslage in Bochum "unter Marktgesichtspunkten" würden die sehr hohen Kosten ins Gewicht fallen. Das Werk in Bochum erstelle keine eigene Gewinn- und Verlustrechnung - die genannten 134 Millionen Euro entsprächen nicht der tatsächlichen Ertragskraft des Werks.

30.01.2008
Was die Belegschaft besonders verbittert ist, dass die Werksleitung schon seit Monaten an Plänen gearbeitet hat, das Werk noch profitabler zu machen. Das Ziel: Das Bochumer Werk sollte ebenso lukrativ und effizient werden, wie die Nokia-Fabrik in Ungarn - trotz höherer Kosten für Löhne und Sozialleistungen in Deutschland. Um das zu erreichen, sei in Bochum lediglich eine Investition von 14 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2008 nötig, schreibt "Capital" und beruft sich dabei auf ein Nokia-internes Memorandum aus dem Jahr 2007. Zusätzlich hatten Management und Belegschaft gemeinsam das Konzept "Neuer Weg 2007" erarbeitet und dabei auch Liefer- und Arbeitszeiten verkürzt. Mit Überstunden und Wochenendschichten seien die Produktionszahlen im Jahr 2007 erheblich angestiegen.

Die finnische Unternehmensleitung hatte vor drei Wochen die Schließung des Werkes in Bochum verkündet, weil in Deutschland die Lohnkosten zu hoch seien. Am Mittwoch (30.01.08) meldete das Wirtschaftsmagazin "Capital", der Konzern habe mit der Handyproduktion in Bochum ein Betriebsergebnis vor Zinsen von 134 Millionen Euro.

Damit habe jeder der 1.500 Mitarbeiter in der Produktion einen Gewinn von 90.000 Euro. Insgesamt, so das Magazin unter Berufung auf vertrauliche Dokumente, habe die deutsche Nokia mit den vier Standorten in Bochum, Ulm, München und Frankfurt ein Ergebnis von 246 Millionen Euro erzielt.

29.01.2008
Der Konzern selbst sage zwar, dass die vereinbarte Zahl an Arbeitsplätzen eingehalten worden sei, sagte die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben am Dienstag im Deutschlandfunk. Sie fügte hinzu: "Bei uns verdichten sich die Hinweise, dass das so nicht stimmt." Die NRW.Bank ermittle gerade die letzten Sachverhalte. Nokia habe sich am Montag beim Spitzengespräch bis Mittwoch Zeit erbeten, um Unterlagen auszuwerten.

Auf die Frage, ob sie Hoffnung auf den Erhalt des von der Schließung bedrohten Werkes habe, sagte Thoben lediglich: "Ich habe die Hoffnung, dass wir ordentliche Lösungen finden." Als gutes Zeichen wertete sie, dass der Konzern "jetzt offener ist, als er bisher war". Dem Betriebsrat sei zugestanden worden, kurzfristig seine Vorstellungen erörtern zu dürfen. Zudem verwies Thoben auf die vereinbarte Einsetzung einer Arbeitsgruppe. Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo habe zugesagt, an innovativen Lösungen für den Standort Bochum mitarbeiten zu wollen.

Die "Bild"-Zeitung berichtete unter Berufung auf eine Konzern-Sprecherin, Nokia halte auch nach dem Krisentreffen mit der Landesregierung an der Schließung seines Bochumer Werks fest. Einem Bericht der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung" zufolge hat der Betriebsrat angeboten, bei Erhalt des Werks doppelt so viele Handys zu bauen wie bisher. Voraussetzung sei, dass der Maschinenpark erneuert werde, zitierte das Blatt die Vorsitzende Gisela Achenbach.

28.01.2008
Knapp zwei Wochen nach der Ankündigung traf Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo mit der nordrhein-westfälischen Wirtschaftministerin Christa Thoben und Bundes-Wirtschaftsstaatssekretär Hartmut Schauerte am Montag in Düsseldorf zusammen. Nokia und die Landesregierung wollten "sofort" eine Arbeitsgruppe einsetzen, teilte das Ministerium mit. Thoben sprach von einer "wichtigen" Übereinkunft.

Nokia habe die Reaktionen wohl etwas unterschätzt, sagte Thoben nach dem Gespräch, das aus ihrer Sicht "wichtige Verabredungen" gebracht habe. Einen Termin für eine neue Spitzenrunde mit dem Nokia-Chef gebe es aber noch nicht.

Gesprächsbedarf meldete auch der Betriebsrat an. Einen Termin mit Kallasvuo hat er der IG Metall zufolge nicht. Bund und Land legten großen Wert darauf, dass die Führung von Nokia auch mit dem Bochumer Betriebsrat spreche, der um den Erhalt des Werks kämpft, hieß es in der Erklärung. "Bundes- und Landesregierung werden den gesamten Prozess und die Suche nach einer positiven Lösung für Nokia und die Mitarbeiter weiterhin konstruktiv begleiten."

Ein kleiner Teil der Belegschaft des Bochumer Nokia-Werks darf sich schon jetzt Hoffnung auf Weiterbeschäftigung machen. Der Handyhersteller verhandele derzeit über den Verkauf seiner Automobilzuliefer-Sparte mit dem Finanzinvestor Equity Partners und dem ehemaligen Bereichsleiter Razvan Olosu, teilte Nokia in Helsinki mit. Der Vertrag könne möglicherweise in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Olosu sagte, er wolle die Nokia-Autosparte in Deutschland und den USA ausbauen.

28.01.2008
Laut "Bild am Sonntag" hat sich Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) bei einem Treffen mit der Bochumer Oberbürgermeisterin und dem Nokia-Gesamtbetriebsrat darauf verständigt, der Standorterhaltung oberste Priorität zu geben. Dabei setzt die Landesregierung große Hoffnungen in das Gespräch, das Ministerin Christa Thoben (CDU) mit der Nokia-Spitze führen wird. Der Konzern, so die Zeitung, sei offenbar zur Zusammenarbeit bereit.

Am Sonntag (27.01.08) hatten die Nokia-Mitarbeiter auf einer Betriebsversammlung ihre Kampfbereitschaft betont. Streiks soll es jedoch vorläufig nicht geben, stattdessen setzen Betriebsrat und Gewerkschaft auf Verhandlungen mit der Konzernleitung. Dabei soll es nicht um Sozialpläne gehen, sondern ausdrücklich um die Erhaltung des Standorts. Eine Menschenkette rund um das Werk am 10. Februar soll dem Protest Nachdruck verleihen. Außerdem soll ein Fragenkatalog nach Finnland geschickt werden: Der Betriebsrat geht davon aus, dass die Konzernführung die Personalkosten falsch berechnet hat, und verlangt nun Aufklärung.

Während EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso offensichtlich davon ausgeht, dass das Werk geschlossen wird und Unterstützung bei Umschulungen anbot, gibt sich die SPD kämpferisch: Am Montagabend (28.01.08) wird der SPD-Bundesvorsitzende Kurt Beck zu einem "Solidaritätsparteitag" des SPD-Unterbezirks in Bochum erwartet. Unterdessen prüft die Landesregierung, ob Nokia gegen Subventionsauflagen verstoßen hat. Offensichtlich hat der Konzern über Jahre hinweg weniger Beschäftigte als vereinbart eingestellt.

27.01.2008
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat den Bochumer Nokia-Mitarbeitern die Unterstützung der Europäischen Union zugesichert. "Ich verstehe die Sorgen der Beschäftigten, versichere ihnen unsere Solidarität. Wo es erforderlich ist, helfen wir, zum Beispiel bei Umschulungen", sagte Barroso der "Bild am Sonntag". "In den nächsten sieben Jahren erhält Deutschland über neun Milliarden Euro aus unserem Sozialfonds." Barroso betonte, die Verlagerung des Nokia-Werks nach Rumänien werde nicht mit Geld aus Brüssel gefördert.

Mittel aus dem EU-Globalisierungsfonds könnten z.b. für Umschulungsmaßnahmen genutzt werden. Aus dem Sozialfonds stehen Deutschland für die kommenden sieben Jahre insgesamt 9,38 Milliarden Euro zur Verfügung.

Erklärung: Europäischer Sozialfonds
Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist der älteste Strukturfonds der EU und wurde bereits in den Römischen Gründungsverträgen von 1957 erwähnt, 1961 nahm er seine Arbeit auf. Er soll helfen, die Beschäftigungsmöglichkeiten der Arbeitskräfte im Binnenmarkt zu verbessern (Artikel 146 des EG-Vertrags) und unterstützt die Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik der Mitgliedsstaaten.

In der Förderperiode 2007 bis 2013 sollen Fondsmittel verstärkt verwendet werden, um die in der Europäischen Beschäftigungsstrategie eingebetteten Ziele des Lissabon-Prozesses zu erreichen. Dazu gehören Vollbeschäftigung, Steigerung der Arbeitsplatzqualität und Arbeitsproduktivität sowie die Sicherung des sozialen Zusammenhalts. Beispielsweise soll die allgemeine Beschäftigungsquote in der EU auf 70%, die Beteiligung von Erwachsenen an der beruflichen Weiterbildung auf 12,5% erhöht sowie die Schulabbrecherquote auf unter 10% gedrückt werden.Die Verteilung der Mittel erfolgt in Europa nach der Leistungsstärke der Mitgliedsstaaten.

Treffen der Nokia-Mitarbeiter
Die Mitarbeiter des Bochumer Nokia-Werks treffen sich am Sonntag (27.01.08) zu einer Betriebsversammlung. Sie wollen die nächsten Schritte im Kampf um die rund 2.300 Arbeitsplätze beraten.

Die Vorsitzende des Betriebsrates, Gisela Achenbach, sagte am Samstag (26.01.08) im WDR-Radio, ihre Hoffnung richte sich auf das in Kürze geplante Gespräch zwischen NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) und Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo. "Wir haben ja noch gar keinen Schließungsbeschluss", sagte die Betriebsratsvorsitzende. Die anstehende Aufsichtsratssitzung, auf der ein entsprechender Beschluss gefasst werden soll, sei erst Ende Februar.

Die Arbeitnehmer-Vertreter wollen weiterhin nicht über Sozialpläne verhandeln. Ihr Ziel ist nach wie vor der Erhalt des Standortes. Zuletzt hatte der Betriebsrat dem Nokia-Management vorgeworfen, Personalkosten falsch zu berechnen. Kosten verursachten in Bochum nicht nur die Produktion, sondern auch die Mitarbeiter in der Entwicklung und im Service.

26.01.2008
Es gebe erste Hinweise, wonach die an die öffentliche Förderung gebundene Zahl von 2860 Dauerarbeitsplätzen im Werk Bochum ab 2002 bis Ende 2006 um 200 bis 400 unterschritten worden sei, sagte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums Nordrhein-Westfalen am Samstag. Er bestätigte damit einen Bericht des Magazins "Focus".

Der vollständige Bericht der Förderbank sollte in den kommenden Tagen vorliegen, ergänzte der Sprecher. Auf Basis dessen werde dann geprüft, ob und in welche Richtung welche Konsequenzen zu ziehen sind. Es gehe um eine Fördersumme in Gesamthöhe von rund 40 Millionen Euro aus den Jahren 1998 und 1999. Der Rest sei verjährt. Nokia hatte nach früheren Angaben der Landesregierung knapp 60 Millionen Euro Hilfen für die Ansiedlung in Bochum erhalten.

Kannte Betriebsrat die Schließungspläne schon früher?
Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Fabrik soll seit 2004 ein regelmäßig wiederkehrendes Thema bei den Aufsichtsratssitzungen gewesen sein, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet. In dem Gremium sitzt unter anderem die Betriebsratschefin Gisela Achenbach. Bei den Gesprächen sei es wiederholt um die vergleichsweise hohen Lohnkosten gegangen. Dabei seien auch "unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten" erörtert worden. Achenbach und andere Betriebsratsmitglieder hatten in den vergangenen Tagen immer wieder erklärt, die Schließung des Bochumer Nokia-Werks sei aus ihrer Sicht sehr überraschend erfolgt.

25.01.2008
Und noch einer: Nokia plant keine Jobkampagne für Rumänien.
Der finnische Handy-Konzern Nokia will unternehmensnahen Kreisen zufolge den Beschäftigten in Bochum keinen Wechsel nach Rumänien anbieten.

"Das ist ein Gerücht", sagte eine mit der Situation vertraute Person am Freitag Reuters. Nokia gehe davon aus, dass es unwahrscheinlich sei, dass es dafür Interesse geben könnte. Das Unternehmen habe eine solche Kampagne nicht geplant. Für alle Positionen könnten sich die Mitarbeiter intern bewerben.

Die Beschäftigten kommen am Sonntag in Bochum zu einer Betriebsversammlung zusammen. Im Anschluss werden Betriebsrat und Gewerkschaft IG Metall vor die Presse treten und über den aktuellen Stand informieren.

25.01.2008
"Kallasvuo vergleicht Äpfel mit Birnen", sagte Betriebsrätin Gisela Achenbach am Freitag (25.01.08) in Bochum. Konzernchef Olli-Pekka Kallasvuo verschweige, dass neben der Produktion mit 1.400 Beschäftigten rund 900 Mitarbeiter unter anderem in Forschung und Entwicklung und im Service-Bereich die Kosten in die Höhe treiben würden. Vergleiche man nur die Produktionsabteilungen, würde zwischen dem finnischen Stammwerk und dem Bochumer Werk kein Unterschied bestehen. Das Werk soll laut Nokia wegen zu hoher Produktionskosten geschlossen und die Produktion nach Rumänien verlegt werden.

25.01.2008
Der finnische Mobilfunkkonzern Nokia will den Beschäftigten seines Bochumer Werks nach Informationen der "Rheinischen Post" anbieten, sie sollten nach der geplanten Schließung des Werks mit nach Rumänien wechseln.

Die Bochumer Nokia-Betriebsratschefin Gisela Achenbach hat einen Umzug der Mitarbeiter aus dem Ruhrgebiet nach Rumänien als unvorstellbar bezeichnet. "Wenn die Situation nicht so ernst wäre, würde ich sagen, das ist ein Witz", sagte Achenbach im Fernsehsender N24. Einem Zeitungsbericht zufolge will Nokia den Beschäftigten seines Bochumer Werks angeblich einen Wechsel zum neuen Produktionsstandort in Rumänien anbieten. "Wie sollen unsere 2300 Leute nach Rumänien umsiedeln oder dort arbeiten?", fragte Achenbach. "Ich kann mir das überhaupt nicht vorstellen."

Die Betriebsratsvorsitzende fügte hinzu, vielleicht würden einige Forscher und Entwickler grundsätzlich über einen Wechsel nachdenken können, "aber doch nicht zu den Gehaltsbedingungen, die in Rumänien herrschen". Achenbach betonte, sie kenne das angebliche Jobangebot nur aus den Medien. Von Nokia sei ein solcher Vorschlag bisher nicht an sie herangetragen worden. "Wenn das denn wirklich so wäre, dann resultiert das vielleicht aus dem Druck der vergangenen Tage, dass man sagt, wir geben ihnen jetzt Arbeitsplätze", sagte Achenbach. Dies geschehe dann aber "in dem Wissen, dass keiner kommt oder nur sehr wenige kommen".

Die "Rheinische Post" hatte unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise berichtet, ein Wechsel der Bochumer Mitarbeiter nach Rumänien gehöre zu den Vorstellungen, die die Nokia-Führung mit Gewerkschaftsvertretern und Politikern in der kommenden Woche diskutieren wolle. Der finnische Handybauer will das Bochumer Werk aus Kostengründen zur Jahresmitte dicht machen.

Unter Bezug auf die am Donnerstag erfolgte öffentlich Entschuldigung des Nokia-Chefs Olli-Pekka Kallasvuo sagte Betriebsratschefin Gisela Achenbach am Donnerstagabend im ZDF, dies wecke bei ihr die "Hoffnung, dass vielleicht noch etwas anderes hinterherkommt". Nokia könne den zunehmenden Image-Schaden auf Dauer nicht aushalten, sagte Achenbach. "Die knicken irgendwie ein, und sei es, dass sie uns nur noch eine halbe Produktion geben." Achenbach vertrat die Ansicht, dass das Bochumer Werk eins der flexibelsten Produktionsanlagen überhaupt in Deutschland sei.

24.01.2008
7,2 Milliarden Euro Jahresgewinn und ein Marktanteil von 40 Prozent: Diese erstklassige Jahresbilanz von Nokia heizt die Wut der Belegschaft im Bochumer Werk an. Auf einer "alternativen Bilanz- PK" ließen sie Dampf ab.

Während Nokia in Finnland heute seine Bilanz 2007 bekannt gab, fand gut 1.500 Kilometer weiter südlich eine "alternative Bilanz-Pressekonferenz" zum Schichtwechsel im Bochumer Nokia-Werk statt. Die Wut der Belegschaft brachte die Betriebsrats-Vorsitzende Gisela Achenbach auf den Punkt: "7,2 Milliarden Reinerlös - damit könnten die über 100 Jahre unsere Lohnkosten zahlen."

Nokia-Chef sieht Vermittlungsproblem


Nokia-Chef Kallasvuo bedauerte die "nicht optimale" Vermittlung der Entscheidung, an der er jedoch festhalten wolle. Ansonsten aber freute er sich insbesondere über das "ausgezeichnete vierte Quartal" und bezeichnete 2007 als "ein Jahr mit wichtigen strategischen Entscheidungen".

Auch die Presse in Finnland berichtet inzwischen ausführlich aus Bochum - und die Menschen reagieren mit Kritik am Nokia-Management, wie 1Live bei einer Straßenumfrage in Helsinki erfuhr. "Wenn die einen profitablen Standort in Deutschland schließen, nur um Steuern zu sparen, dann sollten sie sich mal mehr Gedanken um die Angestellten als um die Profite machen", sagte dort ein Gesprächspartner.

23.01.2008
Die aktuellen wirtschaftlichen Turbulenzen in NRW sorgten am Mittwoch (23.01.07) für eine lebhafte Debatte im Landtag. Im Mittelpunkt stand die angekündigte Schließung des Nokia-Werkes in Bochum.

Ministerin Thoben:


So wie Nokia sich verhalten habe, so gehe man allerdings nicht mit Arbeitnehmern um, sagte die Ministerin. Allerdings sei Nokia offensichtlich aufgewacht. Man habe in den Zeitungen heute lesen können, dass Nokia Fehler in der Kommunikation zugebe und nach Lösungen suche. Das Land prüfe seinerseits, ob es die 60,9 Millionen Euro aus dem Regionalen Wirtschaftsförderungsprogramm des Landes zurückfordern könne. Unmittelbar nach Regierungsübernahme, im Herbst 2005, habe die schwarz-gelbe Landesregierung die Wirtschaftsförderung bereits umgestellt auf kleine und mittlere Betriebe. Subventionen seien nicht für internationale, reiche Konzerne gedacht: "Solche Unternehmen bekommen von uns keine Mittel mehr", betonte Thoben. "Mit uns wird es einen Fall wie Nokia nicht mehr geben!"

Hannelore Kraft (SPD-Opposition)


Die Fraktionsvorsitzende bezeichnete Thobens Rede als "Jubelarie" und warf der Regierung vor, sie sei überrascht worden von den Problemen - weil sie nicht mit den Unternehmen rede, "nicht mal mit dem größten Subventionsempfänger in NRW". Dabei habe Christa Thoben bereits vor Monaten den Strukturwandel für beendet erklärt. "Die Landesregierung hat kein Frühwarnsystem. Sie kommt nur, wenn es brennt ", sagte Kraft. Nokia sei allerdings eine neue Dimension und von einer Härte, die man bisher in NRW nicht gekannt habe: "Eiskalt", so ihr Urteil. Die Prüfung von Rückzahlungsansprüchen sei deshalb wichtig.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers


Er warf den Oppositionsfraktionen "Lust an der Krise" vor. "Sie reden nicht nur die WestLB, sie reden den Standort Nordrhein-Westfalen systematisch kaputt", meinte Rüttgers in Richtung SPD und Grünen. Zugleich bekräftigte er das Ziel, so viele Arbeitsplätze wie möglich am Standort Bochum zu retten. Es sei die richtige politische Strategie gewesen, die Gesprächsblockaden zwischen den Arbeitsnehmervertretern und der Unternehmensleitung aufzulösen. Jetzt komme es darauf an, das Entgegenkommen von Nokia zu nutzen und den Menschen in Bochum eine berufliche Dauerperspektive zu eröffnen. Der Ministerpräsident machte im Plenum jedoch ebenso deutlich, "dass wir in Nordrhein-Westfalen in der Massenproduktion zukünftig schlechte Karten haben werden." Die Globalisierung der Wirtschaftsmärkte sei "eine zweite industrielle Revolution", die neue Standortfaktoren wie Kreativität, Wissen und Bildung erforderlich mache.

Auch in Brüssel wird nun massive Kritik an dem Verhalten der Nokia-Geschäftsführung laut. Günter Verheugen (SPD), EU -Industriekommissar, nimmt die geplante Werksschließung in Bochum zum Anlass, staatliche Subventionspolitik generell in Frage zu stellen. "Ich denke, es hat keinen Sinn, dass der Staat Subventionen zahlt, um Unternehmen anzulocken. Sollten sich Investitionen nur dann rechnen, wenn mit Geld der Steuerzahler nachgeholfen wird, dann ist das immer ein Risiko", sagte Verheugen der "Welt am Sonntag".

Verheugen wirft Nokia "schwerwiegende Managementfehler" vor. Das Unternehmen hätte sich besser rechtzeitig auf Veränderungen eingestellt und Umstrukturierungen vorangebracht. Der Vizepräsident der EU-Kommission nannte das Verhalten von Nokia den "Ausfluss einer neuen Religion, die den Shareholder-Value vergöttert". Unternehmerische Verantwortung gegenüber den Arbeitnehmern und dem Standort sei von reiner Profitmaximierung abgelöst worden.

22.01.2008
Bis zu 20.000 Menschen werden heute zur Kundgebung gegen die Schließung des Nokia-Werks in Bochum erwartet. Rund 80 Sonderbusse werden durch die Stadt pendeln. Die Autoproduktion im Bochumer Opelwerk soll ab 11 Uhr still stehen.

Die IG-Metall hatte zu der Solidaritätskundgebung für die Nokia-Beschäftigten in Bochum aufgerufen, die von der Schließung bedroht sind. Rückmeldungen kamen prompt und zahlreich. Aus dem ganzen Land haben sich Teilnehmer für die Kundgebung in Bochum angekündigt. "Wir rechnen mit bis zu 20.000 Menschen", so Volker Strehl von der IG-Metall Bochum. "Allein 35 Busse von auswärts sind angemeldet." Sie bringen zum Beispiel VW-Mitarbeiter aus Wolfsburg, Opelaner aus Rüsselsheim und Ford-Leute aus Köln. Auch Stahlarbeiter aus Duisburg und Bergleute aus Recklinghausen werden dabei sein.

Internetforen
Hauptkritikpunkt der Nokia-Kritiker sind durch fast alle Foren- und Webl

 

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