Finanzen Markt & Meinungen Startseite

 

Informationstechnologie: Autos mit Grips durch Fördermittel

Berlin, 21.01.2008 16:52 Uhr (redaktion)

"Wo gibt es hier das billigste Superbenzin?", frage ich mein Auto. In Sekundenschnelle leitet mich die vertraute Stimme des Navigationsgeräts zur preisgünstigsten Tankstelle in der Nähe. Natürlich wird auch mein eigentliches Fahrziel berücksichtigt, und wie viel Benzin noch im Tank ist.

Mobiles Internet
Noch ist das Zukunftsmusik, aber lange wird es nicht mehr dauern, bis dieses Szenario Realität wird. Der Computer versteht gesprochene Sprache. Er durchsucht das Internet nach den benötigten Informationen und interpretiert diese. Das Ergebnis, die billigste Tankstelle, lokalisiert der Rechner und gibt die Position an das Navigationssystem weiter. Jeder einzelne Schritt ist heute schön möglich.

Professor Wolfgang Wahlster aus Saarbrücken hat für die mobilen Internetdienste und neuartigen Suchmaschinen den Begriff Antwortmaschinen geprägt. Im mobilen Einsatz ist die Verwendung klassischer Suchmaschinen wie Google unpraktikabel. Auch wenn alle Tankstellen mit ihren Preisen online verfügbar wären, müsste man doch zu lange am Bildschirm suchen. Entscheidend ist, dass der Computer nicht nur ein Wort erkennt. Er muss die Bedeutung der gestellten Frage verstehen.


 

Lösungen für diese Herausforderung hat das kürzlich abgeschlossene Projekt SmartWeb entwickelt. Vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 13,7 Millionen Euro gefördert.


 

16 Partner aus Industrie und Forschung haben dabei mehrere Weltneuheiten auf dem Gebiet der mobilen Internetdienste entwickelt. In den kommenden Jahren geht es darum, diese Entwicklungen in marktreife Produkte umzusetzen.

Fahrzeuge im Gespräch
Die Kommunikationstechnik im Auto wird insbesondere die Sicherheit und den Verkehrsfluss verbessern. Unter der Überschrift Fahrzeug-zu-Fahrzeug- und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation steht das Projekt "Sichere Intelligente Mobilität - Testfeld Deutschland (SIM-TD)". In Hessen und im Rhein-Main-Raum testen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit kurzem den Datenaustausch zwischen Fahrzeugen untereinander und mit der Verkehrsinfrastruktur unter Alltagsbedingungen.

Und so funktioniert es: Fahrzeugführer erhalten künftig Warnungen anderer Fahrzeuge vor möglichen Gefahren. Computer im Auto kommunizieren über Funk miteinander oder über Kommunikationseinheiten an der Straße. Die so in Echtzeit gewonnenen Verkehrsinformationen werden ausgewertet und an alle Fahrzeuge übermittelt, die sie brauchen können. So erfährt jeder Verkehrsteilnehmer individuell alles über den weiteren Verkehrsverlauf auf "seiner" Strecke. Etwa vom nicht einsehbaren Stauende in der nächsten Kurve oder von einem Polizeieinsatz, der eine Umfahrung ratsam erscheinen lässt.

In Zukunft werden Glatteis, Nebel und andere Hindernisse nicht mehr nur von einzelnen Autos registriert. Auch die übrigen Verkehrsteilnehmer in der Umgebung haben diese Informationen im Nu zur Verfügung. Selbst das lebensgefährliche Problem mit Geisterfahrern ließe sich auf diese Weise entschärfen. Ist jemand in falscher Richtung unterwegs, werden die übrigen gewarnt. Es soll aber nur noch selten überhaupt dazu kommen. Denn die neue Technik verhindert vor allem, dass der Fahrer überhaupt falsch in eine Straße einfährt.

Autos voller Hightech
Radar, Infrarotkamera, Laserscanner – die Autos der Zukunft haben viele, viele Sensoren an Bord. Gesteuert von kleinen Computer und verbunden über Funknetze könnten sie in den kommenden Jahren eine Revolution auf den Straßen auslösen.

Schon heute stehen dem Fahrer einer modernen Oberklasselimousine eine Menge elektronischer Hilfsmittel zur Verfügung. Beim Einparken piept es. In Kurven steuert ein mitdenkender Rechner die Scheinwerfer so, dass ihr Lichtstrahl immer auf die Fahrbahn fällt und nicht daneben.

Sensationelle elektronische Neuerungen von vor einigen Jahren sind heute schon fast selbstverständlich: Ddas Anti-Blockier-System bewahrt vor unbeabsichtigten Rutschpartien, und bei einem Unfall bläht sich in Millisekundenschnelle ein Luftkissen vor den Insassen auf.

Doch bald wird es weitere Entwicklungen geben. Mit Hilfe von Infrarotkameras wird der Fahrzeugcomputer der Zukunft sogar Fußgänger erkennen können. Automatisch wird er eine Notbremsung einleiten, sobald ein Mensch vor die Kühlerhaube gerät. Auf der Autobahn sorgt vielleicht bald ein radargesteuerter Regler für die Einhaltung des Mindestabstands.

Der Fahrer wird informiert, sobald es zu regnen beginnt oder Glatteis droht. Und sie oder er werden gewarnt, wenn erste Anzeichen einer Ermüdung auftreten – etwa weil die Reaktionszeiten immer länger werden.

All dies bedeutet konkreten Schutz der Menschen im Straßenverkehr – und ein gehöriges Maß an Komfort obendrein

 

» Zur Startseite von Finanzen Markt & Meinungen