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Steuererklärung 2007: Tipps und Anregungen

Berlin, 22.01.2008 11:04 Uhr (redaktion)

Die Steuererklärung 2007 beim Finanzamt wird fällig. Viele Menschen neigen dazu, sie einfach so wie in den Vorjahren zu machen. Der eine oder andere Steuervorteil kann aber so übersehen werden. Denn für Privathaushalte sind die Möglichkeiten, Kosten der eigenen Lebensführung abzusetzen, größer geworden. Daher hier einige Anregungen zum Steuersparen.

Steuerbonus für Handwerkerleistungen
Es spricht sich erst allmählich herum: Seit 2006 können Privathaushalte Handwerksarbeiten von der Steuer absetzen. Insgesamt 600 Euro bei einer Maximalrechung von 3.000 Euro werden bei der Steuererklärung von der Steuerschuld abgezogen. Diese Unterstützung können Mieter genauso wie Haus- oder Wohnungseigentümer in Anspruch nehmen.

Alle handwerklichen Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen am Haus, in der Wohnung und auf dem Grundstück werden gefördert: Etwa der Maler, Fliesenleger, Elektriker, Klempner, Maurer oder Wegebauer. Die Steuerersparnis gilt aber nur für die Arbeitskosten. Materialkosten werden vom Finanzamt nicht berücksichtigt.

Den gleichen Steuerbonus gibt es übrigens auch für die Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen: Kommt zum Beispiel einmal pro Woche eine Putz- oder Haushaltshilfe oder wird der Rasen gemäht, können noch einmal bis zu 600 Euro im Jahr von der Steuer abgesetzt werden. Voraussetzung ist: Die Tätigkeiten erfordern keine besonderen Fachkenntnisse.

Auch für die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger im Privathaushalt werden solche Dienstleistungen zusätzlich vom Finanzamt berücksichtigt. Bis zu 1.200 Euro im Jahr sind dann insgesamt absetzbar.

Steuerbefreiung für ehrenamtlich Tätige
Rückwirkend für das Jahr 2007 können ehrenamtlich Tätige eine Vergütung von insgesamt 500 Euro im Jahr steuerfrei erhalten. Für Übungsleiterinnen und Übungsleiter erhöhte sich der Freibetrag auf 2.100 Euro im Jahr. Das wurde mit dem Gesetz zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements im Einkommensteuergesetz verankert. Ab dem 1. Januar 2008 müssen für die steuerfreien Vergütungen auch keine Beiträge zur Sozialversicherung gezahlt werden (Paragraf 3 Nummer 26a Einkommensteuergesetz).

Steuerfreistellung für Pflegefamilien bleibt
Geldleistungen für die Betreuung von Kindern in Vollzeitpflege sind auch zukünftig von der Einkommensteuer freigestellt. Erst wenn mehr als sechs Kinder im Haushalt aufgenommen werden, wird von einer steuerpflichtigen Erwerbstätigkeit ausgegangen - unabhängig von der Höhe des erhaltenen Pflegegeldes. Früher galt als Grenze die Aufnahme von fünf Kindern.

Pflegefamilien werden steuerlich nicht als Unternehmen angesehen. Die ihnen für die Aufnahme von Pflegekindern gezahlten Gelder werden daher als steuerfreie Beihilfen behandelt.

Damit wurde eine Verwaltungsanweisung zur Vollzeitpflege vom Frühjahr 2007 auf Initiative des Bundesfinanzministeriums wieder aufgehoben. Nach der Verwaltungsanweisung hätte ab 2008 eine steuerpflichtige Erwerbstätigkeit bestanden, wenn die im Pflegegeld enthaltenen Erziehungsbeiträge pro Jahr und Pflegehaushalt mehr als 24.000 Euro betragen. Diese Regelung hätte für Pflegefamilien zu untragbaren Härten geführt.

Mit der nun gefundenen Regelung (Abgrenzung nach der Anzahl der aufgenommenen Kinder) wird nicht mehr an die Höhe der Pflegegelder angeknüpft. Die "Sechs Kinder-Grenze" wird faktisch zur generellen Steuerfreiheit führen. Denn die Aufnahme von mehr als sechs Pflegekindern ist eine absolute Ausnahme.

Steuervorteil für Tagesmütter um ein Jahr verlängert
Die rund 30.000 Tagesmütter, die derzeit aus öffentlichen Kassen bezahlt werden, müssen auch 2008 auf diese Einkünfte keine Einkommensteuer bezahlen.

Tagesmütter, die im Auftrag der Kommunen ein oder mehrere Kleinkinder betreuen, müssen damit vorerst keine Steuern und Sozialabgaben entrichten. Privat beauftragte Tagesmütter dagegen sind und bleiben steuer- und abgabenpflichtig.

Diese Ungleichbehandlung wollten die Länder ursprünglich vom Bund abschaffen lassen. Im Mai 2007 erging daher eine gemeinsame Verwaltungsanweisung des Bundes und der Länder, nach der alle Tagesmütter ab 1. Januar 2008 steuerlich gleichgestellt werden sollten.

Im Dezember 2007 schlugen dann die Finanzminister der Länder vor, die Änderung zu verschieben. Das Bundesfinanzministerium unterstützt das Anliegen, eine familienfreundliche Infrastruktur mit Kinderbetreuung für unter Dreijährige auszubauen. Gleichzeitig bleibt die steuerliche Gleichstellung der Tagesmütter auf der Tagesordnung.

Die Länder wollen nun bis Ende Juni 2008 eine Lösung finden. Diese sollte dann den Interessen aller Betroffenen gerecht werden. Der Bund hätte dafür plädiert, sich hierfür mehr Zeit zu nehmen, erklärte Nicolette Kressl, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium der Finanzen.

Abgeltungssteuer erst ab 2009
Die Abgeltungssteuer wird zum 1. Januar 2009 eingeführt. Dann werden grundsätzlich alle privaten Kapitalerträge und Gewinne aus Wertpapiergeschäften mit einem einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer direkt an der Quelle besteuert. Das heißt: Die Kreditinstitute behalten die Steuern ein und führen sie direkt an die Finanzverwaltung ab. Das vereinfacht die Steuererklärung. Wichtig: Für neu erworbene Kapitalanlagen fallen die bisherigen Spekulationsfristen weg.

Mehr Hintergründe zur Abgeltungssteuer lesen Sie >>>hier

 

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