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Studie: Verbraucher gaben in 2007 über 100 Milliarden Euro für Energie aus

Bonn, 30.01.2008 15:45 Uhr (redaktion)

Die Verbraucher in Deutschland haben 2007 gut einhundert Milliarden Euro für Kraftstoff, Strom, Gas und Heizöl ausgegeben. Das waren über sieben Prozent der gesamten Konsumausgaben und dreißig Milliarden mehr als noch vor zehn Jahren.

In ihrer neuesten Studie rechnen die Volkswirte der Postbank damit, dass es noch schlimmer kommen könnte. "Wegen des außerordentlich warmen Jahresbeginns haben die privaten Haushalte weniger Gas und Heizöl verbraucht als in den Jahren davor. Wenn das Jahr 2008 sich klimatisch durchschnittlich entwickelt, müssen die Verbraucher mit Energiekosten von rund 106 Milliarden Euro rechnen", sagt Dr. Marco Bargel, der Chefvolkswirt der Postbank.

Energiekosten
Energiekosten privater Haushalte (Zum vergrößern bitte auf das Bild klicken)

Die Energiepreise haben 2007 weiter kräftig zugelegt. Strom hat sich im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent verteuert, Gas um drei Prozent und Kraftstoffe um 2,3 Prozent. Lediglich der Preis für Heizöl ist wegen der stark rückläufigen Nachfrage im Jahr 2007 leicht um 1,1 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang war allerdings von kurzer Dauer. Seit Mitte 2007 ziehen die Preise für Heizöl wieder an.

Die Liberalisierung der Strom- und Erdgasmärkte in Deutschland vor rund zehn Jahren hat den Verbrauchern keine Entlastung gebracht. Für die Kilowattstunde Strom müssen sie heute vierzig Prozent mehr bezahlen als 1998, und der Gaspreis hat sich beinahe verdoppelt. Noch stärker sind die Preise für Erdölprodukte gestiegen: Heizöl kostet heute dreimal so viel wie 1998 und der Preis für einen Liter Kraftstoff hat sich verdoppelt. In diesen Preissteigerungen sind auch die Effekte aus der Ökosteuer und der Mehrwertsteuererhöhung enthalten. Insgesamt sind die Preise für Energie in den letzten zehn Jahren viermal so schnell gestiegen wie die Lebenshaltungskosten.

Gut für die Umwelt: Die deutschen Haushalte haben auf die gestiegenen Energiepreise mit Einsparungen beim Verbrauch reagiert und teure Energieträger durch preiswertere ersetzt. So hat sich der Heizölverbrauch im Jahr 2007 gegenüber 1998 halbiert. Dieser starke Rückgang resultiert jedoch nur teilweise aus dem sparsameren Verbrauch, denn im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Haushalte, die mit Öl heizen, um rund ein Viertel zurückgegangen. Auch der Kraftstoffverbrauch ist gesunken. Preisbereinigt haben die Verbraucher im vergangenen Jahr 16 Prozent weniger für Kraftstoff ausgegeben als 1998. Der Verbrauch an Erdgas und Strom ist dagegen im langfristigen Trend leicht angestiegen

 

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