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Markt für Zertifikate wächst weiter - Euwax Report für Januar 2008

Stuttgart, 11.02.2008 11:26 Uhr (redaktion)

EUWAX, Marktplatz für verbriefte Derivate in Europa, verzeichnete im Januar einen Gesamtumsatz von 12,98 Milliarden Euro. Damit wurde der bisherige Rekordmonat Januar 2007 um 35 Prozent übertroffen. Der positive Trend im Handel mit verbrieften Derivaten über EUWAX setzt sich auch zu Beginn des Jahres 2008 unvermindert fort.

Auch gegenüber dem Dezember legte der Umsatz um 46 Prozent zu, bei jedoch vier Handelstagen mehr als im Dezember 2007; bei einem Vergleich auf Tagesbasis beträgt die Steigerung aber immer noch 20 Prozent.

Die besonders starken Handelsaktivitäten der Derivateanleger sind natürlich auch auf die weltweiten Börsenturbulenzen zurückzuführen. Vor allem in der zweiten Monatshälfte war es durch erneut aufkeimende Rezessionsängste in den USA zu deutlichen Kursverlusten gekommen. Dabei fielen die Reaktionen beim Handel mit verbrieften Derivaten unterschiedlich aus. Ein Teil der Anleger investierte in Anlagezertifikate, die ihrer persönlichen Risikoneigung entsprechen. Andere Investoren stellten zunächst einige Positionen glatt und warteten auf eine Beruhigung der Märkte. Bei den Hebelprodukten gingen viele Marktteilnehmer schnell zur Tagesordnung über und versuchten nun auf niedrigerem Kursniveau von den kurzfristigen Schwankungen der Basiswerte zu profitieren.

Durch die sprunghaft angestiegene Volatilität nahm der Umsatz mit Hebelprodukten besonders deutlich zu. Bei den Optionsscheinen war das Volumen mit 2,3 Milliarden Euro um knapp 70 Prozent höher als im Dezember. Stellt man die jeweiligen Tagesumsätze der Vergleichsmonate gegenüber, beträgt die Steigerung 39 Prozent. Bei einem Vergleich mit den Zahlen aus dem Vorjahresmonat ergibt sich eine Zunahme des Umsatzes von 26 Prozent. Bei den Knock-out Produkten wechselten im Januar Scheine im Gesamtwert von rund 4,5 Milliarden Euro den Besitzer, das sind 45 Prozent mehr als im Januar 2007. Vergleicht man den Tagesdurchschnitt des Januars mit dem des Dezembers 2007, nahm das Handelsvolumen um 14,7 Prozent zu.

Umsatz Emittenten
Umsatz Emittenten (Zum vergrößern bitte auf das Bild klicken)

Die mittel- und langfristig orientierten Anleger waren durch die Unsicherheiten und die zum Teil große Nervosität an den Aktienmärkten ebenfalls sehr aktiv. Deshalb stieg der Umsatz mit Anlagezertifikaten im Januar auf über 6 Milliarden Euro. Dies waren 32,4 Prozent mehr als im Januar 2007 und 44 Prozent mehr als im Dezember 2007. Auf Tagesbasis bezogen, steigerte sich der Umsatz gegenüber dem Vormonat um 17,8 Prozent. Besonders hoch war mit 2,3 Milliarden Euro der Umsatz in der Kategorie der Bonuszertifikate, die damit 38,7 Prozent des Gesamtumsatzes mit Anlagezertifikaten ausmachen. Bei vielen dieser beliebten Produkte gerieten durch die Kursverluste der Basiswerte die Sicherheitsschwellen in Gefahr, weswegen sich eine Reihe von Anlegern Scheine mit einem größeren Puffer nach unten suchte, um das Anrecht auf die Bonuszahlung am Ende der Laufzeit nicht zu verlieren. Zudem wurden Discount-Zertifikate im Wert von rund 1,8 Milliarden Euro gehandelt. Diese Produkte sind gerade in volatilen Märkten für Anleger interessant, da sie aufgrund des wachsenden Discounts billiger werden. Discount-Zertifikate hatten im Januar einen Anteil von 29,3 Prozent am Gesamtumsatz mit Anlagezertifikaten und rangieren in dieser Statistik weiter vor den Index- und Partizipationszertifikaten. Diese Kategorie erreichte mit einem Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro einen Anteil von 24,2 Prozent am Umsatz mit Anlagezertifikaten.

Das Umsatzverhältnis von Hebel- zu Anlageprodukten hat sich gegenüber dem Vormonat kaum verändert. Auf Hebelprodukte entfielen im Januar 52,9 Prozent des Gesamtumsatzes an EUWAX. Der Anteil der Anlageprodukte liegt demnach bei 47,1 Prozent.

 

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