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Anleger durch Negativ-Meldungen verunsichert - Dax verliert

Frankfurt/Main, 01.03.2008 12:35 Uhr (redaktion)

Für Verunsicherung sorgte Börsianern zufolge unter anderem die Warnung von US-Notenbankchef Ben Bernanke, einige kleinere Banken würden die aktuelle Kreditmarktkrise nicht überleben.

Auch die Rekordstände beim Euro und Rohöl seien nicht hilfreich, gehörten aber inzwischen zum Alltag. Der hohe Wechselkurs schadet der Exportindustrie, der hohe Ölpreis erhöht für die Unternehmen die Produktionskosten. Außerdem signalisiere der am Nachmittag veröffentlichte Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago eine schrumpfende Wirtschaft.

Neben der Bernanke-Warnung drückten bei den Finanzwerten auch Gerüchte um einen Milliardenverlust bei Unicredit auf die Stimmung. Die italienische Bank hat diese Spekulationen allerdings zurückgewiesen.

Am Mittag schreckte ein Medienbericht die Börsianer auf, demzufolge die Rettungsbemühungen für den angeschlagenen Anleiheversicherer Ambac zwar nicht gescheitert sind, aber vor einer großen Hürde stehen. Der US-Anleiheversicherer war wegen milliardenschwerer Abschreibungen auf Kreditderivate in Schieflage geraten. Ohne ein Rettungspaket droht dem Unternehmen der Verlust seiner Top-Bonitätsnote, der einen zusätzlichen Kursrutsch bei den von ihm versicherten Anleihen auslösen würde. Dies wiederum würde zusätzliche milliardenschwere Abschreibungen bei Banken, die diese Anleihen halten, nach sich ziehen.

Zu den größten Verlierern im Dax zählten die Aktien der Allianz. Sie verloren 3,2 Prozent auf 117,50 Euro, womit sie einen Teil des Vortagesgewinns wieder abgaben. "Die Enttäuschung über AIG lastet stimmungsmäßig auf dem Kurs", sagte ein Händler. In New York hatte der weltgrößte Versicherungskonzern AIG wegen der Kreditmarktkrise den größten Verlust in seiner 89-jährigen Geschichte bekanntgegeben.

Die Papiere des Index-Schwergewichts Siemens büßten sogar 3,4 Prozent auf 85,42 Euro ein. Händler verwiesen auf eine negative Analystenempfehlung und auf die enttäuschenden Zahlen des US-Computerherstellers Dell. Der weltweit zweitgrößte PC-Hersteller hatte mit seinem Quartalsgewinn die Erwartungen der Analysten verfehlt und warnte davor, dass Verbraucher künftig weniger ausgeben könnten.

Dem Sog des Gesamtmarktes konnten sich auch die Aktien von Volkswagen nicht entziehen, obwohl der Autobauer einen Rekordgewinn bekanntgegeben und die Erwartungen der Analysten übertroffen hatte. Die Titel des Wolfsburger Konzerns schlossen vier Cent im Plus bei 149,99 Euro.

Im Technologie-Index TecDax verteuerten sich die Papiere von QSC um 7,5 Prozent auf 2,15 Euro. Händler verwiesen auf Übernahmespekulationen. Als möglichen Käufer nannte einer von ihnen den Finanzinvestor Apax, der bereits Anteile am Konkurrenten Versatel hält. Apax wollte sich zu diesem Thema nicht äußern.

(reuters)

 

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