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Wochenausblick: DAX pendelt weiter - Impulse von US-Konjunkturdaten erwartet

Frankfurt/Main, 03.03.2008 10:20 Uhr (redaktion)

Nach der jüngsten Verschnaufpause des deutschen Aktienindex DAX werden in der kommenden Woche vor allem Nachrichten über die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aus den USA hierzulande die Kurse bewegen.

Neben den beiden Dauerthemen Ölpreis und Dollarkurs werden die
US-Einkaufsmanagerindizes und der amerikanische Arbeitsmarktbericht in den Fokus
rücken und dem Aktienmarkt richtungweisende Impulse geben.

"Die kommende Woche ist die Woche der Wahrheit", sagte Marktstratege Hans
Jürgen Delp von der Commerzbank. "Die Berichtssaison ist mehr oder weniger
vorbei und der Kalender ist voll mit wichtigen volkswirtschaftlichen Daten, die
als Indikatoren für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt gelten. Neben dem
US-Arbeitsmarktbericht und dem Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende
Gewerbe rücken die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) und die
Veröffentlichung des Konjunkturberichts der US-Notenbank Fed, das Beige Book, in
den Fokus.

Am Aktienmarkt richte sich der Blick der Investoren laut Delp ganz klar
weiter auf den starken Eurokurs und den extrem hohen Ölpreis. Dabei könnte sich
der DAX wie in der Vorwoche innerhalb der relativ engen Spanne von 6.750 und
7.000 Punkten bewegen. "Wir werden weiter hin und her pendeln zwischen der
Hoffnung auf eine Zinssenkung und der Angst vor einer Rezession. Sollten die
Konjunkturdaten allerdings enttäuschen und negative Signale an den Aktienmarkt
senden, wird der DAX dauerhaft unter 6.800 Punkte rutschen und kann dann sogar
bis auf 6.400 Punkte fallen", sagte Delp.

Auch Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank rechnet mit
einer "volatilen Seitwärtsbewegung" des DAX. Obwohl der Experte mit hohen
Kursschwankungen innerhalb einzelner Handelstage rechnet, geht auch er davon
aus, dass der DAX im Laufe der Woche zwischen 6.700 und 7.000 Punkten schwanken
wird.

Marktbewegende Nachrichten deutscher Unternehmen stehen in der Woche nur
noch vereinzelt auf dem Plan. Am Montag präsentiert Fraport seine
Jahreszahlen. Der Flughafenbetreiber dürfte 2007 operativ etwas mehr verdient
haben als im Vorjahr. ProSiebenSat.1 Media veröffentlicht am Dienstag
das vorläufige Jahresergebnis. Der TV-Konzern verbuchte nach Einschätzung von
Analysten im vergangenen Jahr wegen einer Kartellstrafe und der Kosten für die
Übernahme der Senderkette SBS einen Gewinnrückgang.

Der Sportartikelhersteller adidas legt am Mittwoch Zahlen für 2007
vor. Am Donnerstag gewähren vor der EZB-Ratssitzung die Deutsche Post ,
E.ON und Salzgitter Einblick in ihre Bücher. Der Versorger
E.ON steigerte das Ergebnis nach Ansicht von Experten im vergangenen Jahr
deutlich. Salzgitter profitierte nach Meinung von Analysten 2007 vom anhaltenden
Stahlboom und seinen Zukäufen und konnte die eigenen Ziele übertreffen. Zudem
beginnt in Hannover die weltgrößte Computermesse CeBIT (4. bis 9. März) und in
Berlin die weltgrößte Reisemesse ITB (5. bis 9. März).

Zu den wichtigen Konjunkturdaten der kommenden Woche zählen der
Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe und der ISM Index aus den USA
(Montag), die Einkaufmangerindizes aus Europa, Großbritannien und Deutschland,
der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed ("Beige Book"/Mittwoch), die
Zinsentscheidung der EZB (Donnerstag) und der US-Arbeitsmarktbericht.

(Börse Frankfurt; dpa-AFX)

 

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