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BGH-Urteil: Aktienanleger müssen Irreführung nachweisen

Hamburg/Karlsruhe, 05.03.2008 11:10 Uhr (redaktion)

Wie die Financial Times Deutschland schreibt, hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einer Grundsatzentscheidung bestätigt, dass geschädigte Aktienanleger individuell nachweisen müssen, durch Fehlinformationen der Firmenleitung zum Aktienkauf verleitet worden zu sein.

Demnach heißt es in dem Urteil (Az: II ZR310/06) weiter:
"Nur wenn dieser Zusammenhang im Einzelfall eindeutig ist, haben die Aktienanleger vom Unternehmensvorstand später Anspruch auf Schadenersatz. "

Bei dem Fall handelt es sich um einen geschädigten Anleger der Skandalfirma Comroad. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte zuvor "die Nachweispflichten lockerer interpretiert."
Der BGH bleibt damit bei seiner strikten Linie, die einen hohen Begründungsaufwand erfordert. Für viele Anleger ist dieser nur schwer zu erbringen", sagt Felix Weigend von der Kanzlei Rotter, die viele Comroad-Anleger vertritt.

Im aktuellen Comroad-Fall ist der damalige Vorstandsvorsitzende Bodo Schnabel strafrechtlich bereits wegen Fehlinformationen zu siebenjähriger Haft verurteilt. Dennoch hatten bislang nur einzelne Comroad-Aktionäre mit Schadenersatzklagen Erfolg, wenn sie eine Kausalkette von Fehlinformationen und Aktienkaufentscheidung nachweisen konnten. "Comroad-Chef Bodo Schnabel hat vor Gericht bereits eingeräumt, dass er ohne die Fehlinformationen Comroad gar nicht an die Börse hätte bringen können. Für das Oberlandesgericht Frankfurt reichte das als Beleg aus. Diese Auslegung hat der BGH nun leider verworfen", sagte Weigend . (FTD)

 

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