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Hessen-SPD: Andrea Ypsilanti würde gerne mal Hillary Clinton treffen

Wiesbaden, 07.03.2008 15:00 Uhr (redaktion)

Im Rahmen einer Umfrage der Hessischen Rundfunks bei Wahlmitgliedern wurde auch Andrea Ypsilanti begfragt. Die Antwort sagt einiges aus - Macht!

Wen würden Sie gerne einmal kennen lernen? (und warum?)
Ich würde gerne mal Hillary Clinton treffen und mir ihr über den Wahlkampf, über Frauen und Macht reden und auch ein wenig persönlich plaudern.

Weitere Fragen:

Kommt die Linke in den Landtag?
Nein

Mal abgesehen von der Politik, was machen Sie am liebsten?
Meine wenige Freizeit widme ich natürlich ganz meiner Familie. Da mein Mann, mein 11-jähriger Sohn und ich leidenschaftliche Fußballfans sind, trifft man uns öfters auf dem Sportplatz und im Stadion. Daneben koche ich leidenschaftlich gern für Freunde und Bekannte. Auch ein gutes Buch bleibt bei mir nicht lange ungelesen liegen. Mein liebstes Reiseziel ist, neben dem schönen Hessen, Südfrankreich. Dort kann ich entspannen und Kräfte sammeln für meine Aufgaben als Hessische Ministerpräsidentin.

Was unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern?
Von Roland Koch unterscheidet mich, dass ich für ein ganz anderes Politikmodell stehe. Als berufstätige Mutter stehe ich vor den gleichen Problemen, wie sie viele Familien in Hessen haben. Durch meine eigene Lebenserfahrung bin ich näher an den Menschen dran. Ich stehe für einen Interessenausgleich, der die wirtschaftliche Stärke von Hessen mit sozialer Verantwortung und ökologischer Vernunft zusammenführt.

Kurzprofil Andrea Ypsilanti
Ypsilanti, die aus der geschiedenen Ehe mit einem Griechen ihren heutigen Nachnamen behielt, lebt mit ihrem Lebenspartner und dem gemeinsamen Sohn im Frankfurter Stadtteil Nieder-Erlenbach. Die Familie teilt sich das Reihenhaus als Wohngemeinschaft mit einem befreundeten Paar und dessen zwei Kindern.

In der rot-grünen Regierungszeit in Hessen war sie Referatsleiterin in der Staatskanzlei. 1999 wurde Ypsilanti Landtagsabgeordnete. Seither sind ihre Hauptthemen Jugend, Bildung und Familie. So fordert Ypsilanti langfristig Gesamtschulen bis zur 10. Klasse. Das "Turbo-Abitur" nach 12 statt 13 Schuljahren hält sie für einen Irrweg und will es wieder abschaffen. Ferner fordert sie deutlich mehr Geld für die Kleinkinderbetreuung, um Frauen den Weg in den Beruf zu ebnen.

Nach dem SPD-Debakel bei der Landtagswahl 2003 gelang es Ypsilanti als Hinterbänklerin die Parteispitze zu übernehmen. Immer wieder profilierte sie sich mit linken Positionen auch gegen den damaligen SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder. Im Rennen um die SPD-Spitzenkandidatur in Hessen siegte sie Ende 2006 denkbar knapp mit einer Stimme Vorsprung gegen den Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion, Jürgen Walter.

Neben Teilen der Jusos und dem mächtigen SPD-Bezirk Hessen-Süd hatten Ypsilanti auch führende SPD-Bundespolitikerinnen unterstützt: Sie riefen in einem Brief dazu auf, nach "über 100 männlichen Ministerpräsidenten" endlich wieder eine Frau an die Spitze eines Landes zu wählen.

Trotzdem weht ihr auch in der eigenen Partei mitunter ein eisiger Wind entgegen. Vor allem 2004 musste sie gegen so manchen Kritiker kämpfen. Bei den Landesvorstandswahlen erhielt sie gerade mal 69 Prozent, einige Monate zuvor hatten ausgerechnet Jusos aus der Studentenstadt Marburg die Linke sogar zum Rücktritt aufgefordert.

Quelle: Hessicher Rundfunk

 

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