München/London, 12.03.2008 18:20 Uhr (redaktion)
Rechtzeitig zu Beginn der Osterferien werden Benzin und Diesel erheblich teurer. Ein Liter Diesel kostet derzeit 1,34 Euro und liegt damit nur noch ganz knapp unter dem Allzeithoch vom vergangenen November, wie der ADAC in München mitteilte.
Für einen Liter Superbenzin muss an den Tankstellen derzeit 1,43 Euro bezahlt werden. Zu Beginn der Osterferien in sieben Bundesländern am Wochenende könnten die Preise weiter steigen, sagte ein ADAC-Sprecher. Grund sei der Rekordstand beim Ölpreis.
Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Light Sweet Crude erreichte in New York die historische Höchstmarke von 109,85 Dollar. Zwar macht der günstige Dollar den Kauf von Öl durch Firmen aus dem Euro-Raum derzeit billiger, weil der Rohstoff in der US-Währung bezahlt wird. Angesichts der explodierenden Preise kann aber auch der günstige Kurs die Verteuerung der Spritpreise nicht verhindern. Die europäische Gemeinschaftswährung stieg erstmals auf über 1,55 Dollar.
Die Internationale Energieagentur (IEA) sucht inzwischen nach Auswegen aus der Ölpreis-Krise. Sie will Verantwortliche aus der Branche am Montag an einen Tisch bringen. An dem Treffen in Paris nähmen neben Verantwortlichen für Produktion und Verarbeitung von Rohöl auch Vertreter der Finanzbranche teil, sagte eine Sprecherin in Paris. Dabei sollen laut dem Chefanalysten der Organisation, Lawrence Eagles, "die tiefer liegenden Mechanismen der Ölpreisbildung" besprochen werden. Experten sehen eine Spekulationsblase an den Märkten.
Der Euro stieg auf ein Allzeithoch von 1,5514 Dollar. Dies ist der höchste Kurs seit der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung im Jahr 1999. Am Dienstag hatte der Eurokurs nach einer milliardenschweren Finanzspritze mehrerer Notenbanken für den Kapitalmarkt nachgegeben und unter 1,53 Dollar gesunken. Doch er erholte sich rasch wieder.
Der Bundesverband des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) rechnet trotz des hohen Euros für 2008 mit einer Steigerung des Außenhandelsüberschusses auf 206 Milliarden Euro. Der Eurokurs würde die deutschen Exporte in die USA zwar weiter belasten. erklärte der Verband in Berlin. Gleichzeitig bringe er aber auch Entlastung beim Kauf von Rohstoffen.
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