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DIHK-Thema der Woche: Zähes Ringen um die Erbschaftsteuerreform

Berlin, 13.03.2008 12:57 Uhr (redaktion)

Die Erbschaftsteuerreform kommt in die heiße Phase und erfüllt die Familienunternehmer mit Sorge um den Erhalt ihrer Betriebe und die Sicherung der Arbeitsplätze ihrer Beschäftigten. Sie befürchten, dass die Erbschaftsteuer einen Übergang des Unternehmens auf die nächste Generation über Gebühr erschwert oder sogar vereitelt.

Mit der Reform soll die Belastung mit Erbschaftsteuer auf eine wesentlich kleinere Zahl von Erben konzentriert werden. Hierzu gehören paradoxerweise auch Unternehmenserben, die nach einhelliger Meinung aller politisch Verantwortlichen von der Erbschaftsteuer entlastet werden sollen. Diesem Personenkreis werden extrem hohe - teilweise unerfüllbare - bürokratische Hürden errichtet:

Das Ergebnis der Beratungen im Bundestag ist gegenwärtig noch offen. Danach muss noch der Bundesrat zustimmen. Wahrscheinlich ist, dass man bedauerlicherweise an der Grundkonzeption des Gesetzentwurfs mit einem hohen Tarif und komplizierten Ausnahmen festhalten wird. Umso mehr kommt es jetzt darauf an, für die latenten Steuerrisiken sowie betriebs- und beschäftigungsfeindlichen Einschränkungen des geplanten Erbschaftsteuerkonzepts zu sensibilisieren. Sonst droht die Abwanderung ins erbschaftsteuerfreie Ausland.

Das Gesetz darf nicht zu kompliziert und bürokratisch werden. Steuerpflichtige und Finanzverwaltung brauchen einfache Regeln, die Planungssicherheit geben. Eine Bindungsfrist von fünf Jahren, wie sie im geltenden Recht verankert ist, sowie die Festschreibung der Lohnsumme ohne Indexierung der zukünftigen Lohnentwicklung müssen genügen, um die nötige Verschonung des Unternehmens zu rechtfertigen. Will man Familienunternehmen in Deutschland halten, müssen vor allem aber die Steuersätze runter! Jetzt ist die Weisheit der Parlamentarier gefragt.

(DIHK)

 

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