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Immobilienmarkt in NRW: Trend geht zurück in die Stadt - Düsseldorf teuer

Düsseldorf, 16.03.2008 11:00 Uhr (redaktion)

WDR: Wer in die eigenen vier Wände will, wird sich freuen: Bauland ist billiger geworden, vor allem auf dem Land. Die Preise für Eigenheime blieben stabil, für Wohnungen sind sie zum Teil gesunken. Die Kaltmieten für Wohnungen sind gestiegen.

Die Preise für Eigenheime sind in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen zwölf Monaten überwiegend konstant geblieben - zum Teil konstant hoch. Das geht aus einer Preisübersicht hervor, die der Immobilienverband Deutschland (IVD) Region West für den Markt in NRW am Mittwoch (12.03.08) veröffentlichte. Düsseldorf ist danach mit Abstand das teuerste Pflaster für Immobilien in NRW. Wer sich hier 2007 ein freistehendes, gebrauchtes Haus mit etwa 150 Quadratmeter Wohnfläche zulegen wollte, musste 550.000 Euro zahlen.

Häuser sind auch im Düsseldorfer Umfeld teuer: Ratingen und Hattingen liegen im Ranking auf Platz zwei und drei, gefolgt von Bonn, Essen, Duisburg, Köln, Dortmund, Münster und Neuss. In diesen Großstädten kostet ein gebrauchtes Eigenheim im Durchschnitt 400.000 Euro und mehr. Die Preise sind regional aber sehr unterschiedlich. Am günstigsten sind Häuser in Lübbecke und Windeck, wo man für ein vergleichbares Heim rund 150.000 Euro hinblättern muss.

Wohlhabende Ältere zieht es zurück in die Stadt
Zwei Trends seien auf dem Immobilienmarkt festzustellen, sagte IVD-Sprecher Bernhard Hoffmann zu WDR.de. Gefragt seien entweder Häuser, Eigentumswohnungen oder Mietwohnungen im oberen Preisbereich. Oder solche, die preiswert in einfachen Lagen angeboten werden. Ein Grund: Viele Hartz-IV-Empfänger müssen in kleinere Wohnungen umziehen. "Die Schere zwischen Arm und Reich klafft auch auf dem Immobilienmarkt auseinander", erklärte Hoffmann. Die Mitte sei dabei wegzubrechen. Wer eine preiswerte, neue Immobilie suche, wolle dafür meist nur bis zu 200.000 Euro ausgeben. "Inzwischen verkaufen sich auch Objekte ohne Keller problemlos, weil sich so Geld sparen lässt. Das wäre vor 20 Jahren undenkbar gewesen." Umgekehrt würden in den Ballungszentren vor allem hochwertige Eigentums- oder Mietwohnungen neu gebaut. Hoffmann: "Die Klientel ist hier die wohlhabende 50-plus-Generation, die es wieder in die Innenstädte zieht, um von der dortigen Infrastruktur zu profitieren."

Die Kaltmieten für Wohnungen sind in den vergangenen zwölf Monaten vor allem in guten Lagen und bei Neubauten gestiegen, die erstmals bezogen werden. Unterschiede zwischen Stadt und Land gebe es nicht, erklärte IVD-Sprecher Hoffmann. Spitzenreiter unter den Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern ist Krefeld, wo die Netto-Kaltmieten in gut ausgestatteten Wohnungen um ein Viertel anzogen. In Siegen gab es die gegensätzliche Entwicklung: Dort sanken die Mieten in einfachen Lagen teilweise um 30 Prozent. Zum Vergleich: Der Durchschnitt in NRW lag für Städte in dieser Größe bei plus zwei Prozent.

 

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