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Börsen unsicher - die Finanzkrise zieht erneut Banken und Kurse nach unten

New York/Frankfurt, 17.03.2008 14:18 Uhr (redaktion)

Die neuen Schockwellen der weltweiten Finanzkrise haben den Deutschen Aktienindex (Dax) deutlich ins Minus rutschen lassen.

Der Dax fiel am Vormittag um mehr als drei Prozent und sank zeitweise unter 6200 Punkte. So tief stand das Barometer aus den Werten der 30 größten deutschen Unternehmen letztmals Ende 2006. Das Vertrauen in die Märkte war erneut geschwunden, nachdem die US-Bank JP Morgan das traditionsreiche Institut Bear Stearns wegen dessen schwerer Verluste in der US-Immobilienkrise übernommen hatte.

Herbe Verluste mussten erneut vor allem Bankwerte hinnehmen, aus denen die Anleger wegen der Finanzkrise massiv flüchten. Zudem brach die Siemens-Aktie nach einer Gewinnwarnung für das laufende Quartal um mehr als zehn Prozent ein. Die Anleger fürchten, dass noch andere Banken vor dem Zusammenbruch stehen könnten.

Die Börsen wurden kaum gestützt durch die Tatsache, dass die US-Notenbank aus Sorge vor einer Ausweitung der Finanzkrise ihren Diskontsatz von 3,50 Prozent auf 3,25 Prozent senkte. Der Diskontsatz legt fest, zu welchen Bedingungen sich Banken bei der Zentralbank Liquidität verschaffen können. Beobachter rechneten damit, dass die Fed am Dienstag auch den Leitzins, der derzeit bei 3,0 Prozent liegt, erneut senken wird.

Nach der Ankündigung der Fed, den Diskontsatz auf 3,25 Prozent zu senken, verlor der Dollar gegenüber dem japanischen Yen deutlich an Wert. Nachdem er vergangene Woche erstmals seit zwölf Jahren unter den Wert von 100 Yen gefallen war, sank der Dollar vorübergehend auf 96,57 Yen. Der Euro erreichte in Tokio mit 1,5808 Dollar einen neuen Höchststand.

JPMorgan Chase teilte mit, sie zahle für den Kauf von Bear Stearns zwei Dollar pro Aktie. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hätten der Transaktion einstimmig zugestimmt. Bear Stearns war erst am Freitag durch kurzfristige Finanzspritzen der Fed vor dem Kollaps gerettet worden.

Nach Einschätzung des früheren Notenbankchefs Alan Greenspan erleben die Vereinigten Staaten derzeit die schwerste Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg. In einem Beitrag für die "Financial Times" schrieb er, die Krise werde vorüber sein, wenn sich die Immobilienpreise stabilisierten und damit der Preis für Finanzprodukte, die an Hypothekendarlehen gekoppelt sind.

 

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