New York/Frankfurt, 17.03.2008 15:07 Uhr (redaktion)
Die Hilfsmaßnahmen der Notenbanken gegen die Auswirkungen der US-Subprimekrise greifen nicht nachhaltig. Der Bund-Future bleibt auf seinem hohen Niveau, auch wenn die Aktienkurse anziehen.
Zum Wochenauftakt ruht der Blick der Anleger sorgenvoll auf dem Markt für US-Hypothekenpapiere und dem aus dessen negativer Entwicklung resultierenden Abschreibungsbedarf. Geschockt wurden die Marktteilnehmer durch Gerüchte, wonach eine amerikanische Investment Bank Chapter 11, das heißt Insolvenz, anmelden müsse. „Obwohl diese Meldungen später dementiert wurden, blieb der Markt im Bann der Gerüchte“, kommentiert Aleksandar Bakrac von Equinet die Vorgänge. „Aktien verloren rund um den Globus saftig; an der Spitze der Kursverlierer fanden sich die Titel von Finanzdienstleistern.“ Auch von eigentlich "sicheren" Produkten wie Staatsanleihen aus Europa und Covered Bonds hätte es nichts Positives zu melden gegeben. „Die Spreadausweitungen setzen sich fort und über das Thema ‚Liquidität’ darf man als Anleger im Grunde überhaupt nicht mehr nachdenken. Es scheint, als etabliere sich Liquidität zunehmend als Fremdwort am Kapitalmarkt. Trübt sich die Stimmung ein, so schwindet auch die Liquidität.“
Die US-amerikanische Zentralbank versuchte dem Liquiditätsengpass entgegen zu wirken. Mit den so genannten "Term Securities Lending Facility" schafft die Fed eine neu eröffnete Möglichkeit. Banken können sich bei der Zentralbank Geld nicht nur gegen Hinterlegung von Staatsanleihen, sondern auch gegen Hypothekenkredite als Sicherheit borgen. „Euphorie brach daraufhin an der Wall Street aus. Die arg gebeutelten Aktien großer Finanzdienstleister führten die Bewegung an, die den Dow Jones zum Schluss 416 Punkte höher auf 12.156 Zähler trieb“, konnte Bakrac beobachten. Am Rentenmarkt hätte es eher lange Gesichter gegeben. Insbesondere die für Änderungen der Notenbankpolitik sehr anfälligen zweijährigen US-amerikanischen Schatzbriefe hätten stark verloren.
Auch für die europäischen Rentenmärkte ging es nach unten. Hier drückt nicht nur die Maßnahme der Fed, sondern auch ein leicht erholter ZEW-Index sowie Äußerungen des Bundesbank Chefs Axel Weber, der Deutschland in einem konjunkturellen Aufwärtstrend und damit die Chancen für Zinssenkungen als minimal ansieht.
Zum Wochenschluss wendet sich das Blatt wieder. „Man kann wohl mit Blick auf die Entwicklung der Märkte feststellen, dass die Rentenhändler in der Beurteilung der durch die FED am Dienstag bekannt gegebenen Maßnahmen klarer sehen. Denn trotz des Kursfeuerwerks an den Aktienmärkten blieb der Bund Future gut unterstützt und demonstrierte damit, dass die Bereitstellung zusätzlicher Liquidität gegen Hinterlegung zweifelhafter Sicherheiten noch nicht das Nonplusultra in Sachen Bekämpfung der Subrime-Krise darstellt“, fasst Bakrac zusammen. „Die Teilnehmer an den Rentenmärkten beurteilen die Lage weiterhin skeptisch und ich denke, sie haben Recht damit.“
Es sei eine weitere Woche der Krise, in der die Lage sich nicht gebessert, sondern verschlechtert habe und es bleibt uns nur die Hoffnung, resümiert Aleksandar Bakrac.
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