Düsseldorf, 18.03.2008 10:33 Uhr (redaktion)
Der Startschuss für den Verkauf der Metro-Warenhauskette Kaufhof könnte einem Zeitungsbericht zufolge im Mai fallen. Deutsche-Bank-Tochter RREEF ist interessiert.
17.04.2008
Metro wolle womöglich schon im kommenden Monat Interessenten ansprechen, berichtete die "Financial Times Deutschland" am Donnerstag unter Berufung auf Insider. Ein Metro-Sprecher wollte dies nicht kommentieren. In Finanzkreisen hieß es, der Handelsriese habe noch kein Mandat an eine Bank zum Verkauf der Tochter vergeben. Der "FTD" zufolge wird Metro von der Investmentbank JP Morgan beraten.
Zu den möglichen Käufern gehöre eine Reihe von Finanzinvestoren, berichtete die Zeitung. Sie interessierten sich in erster Linie für die Immobilien des Handelskonzerns. Besonders Blackstone komme als Käufer infrage. Der Wert der Warenhäuser werde auf drei Milliarden Euro geschätzt, eine Milliarde Euro davon entfielen auf das operative Geschäft.
Der Chef des Handelkonzerns Metro, Eckhard Cordes, hatte Kaufhof im März auf die Verkaufsliste gesetzt, aber betont, der Schritt habe keine Eile. Arcandor-Chef Thomas Middelhoff hatte zuletzt Interesse an der Übernahme von Kaufhof signalisiert. Arcandor gehört die konkurrierende Karstadt-Kette. Middelhoff hatte angedeutet, sich bei dem Kauf mit Investoren zusammenzutun. Ein Konsortium um die Deutsche-Bank-Tochter RREEF, das schon die Immobilien von Karstadt gekauft hatte, gilt als interessiert. (reuters)
25.03.2008
Karstadt-Chef Peter Wolf wirbt für einen Zusammenschluss mit der Metro-Tochter Kaufhof. "Rein abstrakt gesehen wäre das sinnvoll", sagte er in einem vorab verbreiteten Interview der Zeitung "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe). Beide Geschäftsmodelle seien ähnlich, auf dem Markt herrsche ein starker Verdrängungswettbewerb. Bei anderen Handelsformaten, etwa im Lebensmittel-Einzelhandel und den Baumärkten, sei die Konsolidierung längst erfolgt, erklärte Wolf demnach weiter.
Der neue Metro-Chef Eckhard Cordes hatte vor wenigen Tagen angekündigt, einen Verkauf der Warenhaussparte Kaufhof zu prüfen. Bislang seien darüber aber keine Gespräche geführt worden. Dem Einzelhandels- und Touristikkonzern Arcandor, zu dem die Warenhauskette Karstadt gehört, wird seit längerem Interesse nachgesagt. Einen offiziellen Kommentar dazu lehnte das Unternehmen zuletzt aber ab.
18.03.2008
Der neue Metro-Chef Eckhard Cordes räumt beim Düsseldorfer Handelsriesen auf: Er stellt das Warenhausgeschäft zur Disposition und räumt den Real-Supermärkten eine Schonfrist von zwei Jahren ein.
Die Wachstumstreiber Großhandel (Cash & Carry) und die Elektronikmärkte (Media Markt und Saturn) sollen weiter expandieren, wie der Konzern am Dienstag ankündigte. Metro macht mittlerweile fast 60 Prozent seines Umsatzes außerhalb des Heimatmarktes.
Die Supermarktkette Real konnte 2007 die Umsatzentwicklung stabilisieren, verzeichnete jedoch - auch wegen hoher Investitionen in Osteuropa - operativ einen Verlust von 16 Millionen Euro nach einem Gewinn von 70 Millionen Euro im Vorjahr. Cordes will Real mit stärkeren Eigenmarken, weiteren Kostensenkungen und einer Werbekampagne in die Spur bringen. Die rund 40 sschwächsten SB-Warenhäuser hätten 2007 einen Verlust von 40 bis 50 Millionen Euro erwirtschaftet. Es werde nach Lösungen für diese Märkte gesucht, hieß es. Schließungen oder Verkäufe sind nicht ausgeschlossen.
Cordes hatte im November bei der Metro das Ruder übernommen. Der ehemalige Mercedes-Chef will den Konzern im Sinne des Großaktionärs Haniel profitabler machen. Bestandsgarantien für Sparten, die sich mittelfristig nicht wertsteigernd entwickelten, hat er abgelehnt. Getrennt hatte sich die Metro bereits von ihren Extra-Märkten.
Der größte deutsche Handelskonzern konnte sich 2007 vom schwachen deutschen Einzelhandel absetzen. Der Umsatz der Gruppe stieg - bereinigt um die verkauften Extra-Märkte - um 10,4 Prozent auf 64,3 Milliarden Euro. In Deutschland legten die Erlöse dabei - den Zukauf der Wal-Markt-Filialen herausgerechnet - 0,7 Prozent zu, was aber einzig an den Elektronikmärkten lag. Der Großhandel verlor in Deutschland leicht an Umsatz, Real konnte nur wegen Wal Mart zulegen und die Warenhäuser verloren auf gleicher Fläche am Heimatmarkt sogar 2,5 Prozent Umsatz.
Beim operativen Gewinn übertraf Metro die Schätzung der Analysten leicht. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg bereinigt um Sondereffekte um 8,8 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro. In Aussicht gestellt hatte Metro ein Plus von sechs bis acht Prozent. Bis auf Real konnten alle Sparten ihr Ebit verbessern. Unter dem Strich blieb aus dem fortgeführten Geschäft ein Gewinn von 853 Millionen Euro nach 942 Millionen Euro im Vorjahr. Die Aktionäre will der Konzern mit einer Dividende von 1,18 Euro je Stammaktie beteiligen, für 2006 hatte die Metro 1,12 Euro je Papier ausgeschüttet. Für das laufende Jahr stellte der Konzern ein Umsatzplus von über sechs Prozent in Aussicht. Das Ebit soll vor Sondereffekten sechs bis acht Prozent zulegen.
(reuters)
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