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Test: Finanztest untersuchte 62 Anlagekonzepte von internationalen Ökofonds

Berlin, 27.03.2008 15:54 Uhr (redaktion)

Mit gutem Gewissen Geld verdienen: Ökofonds liegen im Trend. Viele Papiere setzen neben ökologischen auch soziale oder ethische Schwerpunkte. Selbst Unternehmen wie Lufthansa oder Toyota haben ihren Platz im Portfolio.

Wind- und Wasserkraft oder Solarenergie - die meisten Anleger vermuten vor allem Unternehmen aus dieser Branche in einem Ökofonds. Doch damit liegen sie nicht immer richtig. Denn Ökofonds haben ganz unterschiedliche Anlageziele. So landen auch Papiere von Unternehmen im Portfolio, die Wert auf ethische Prinzipien legen oder sozial verantwortlich handeln. Für Anleger ist es daher wichtig, sich vor einem Kauf genau über das Konzept des Fonds zu informieren. Finanztest hilft ihnen dabei und hat die Anlageziele von 62 Aktienfonds untersucht, die auch ethische, soziale oder ökologische Anlagegrundsätze berücksichtigen.

Automobilindustrie und Luftfahrt
In den meisten grünen Fonds haben Atomkraft und Gentechnologie in der Landwirtschaft nichts zu suchen. Doch bei anderen Branchen sind die Fondsmanager nicht so streng. Aktien aus der Automobilindustrie und der Luftfahrt finden sich in vielen Ökofonds. Dazu gehören beispielsweise die Dow Jones Sustainabilitiy Indizes (DJSI, siehe unten) der SAM Group aus Zürich. Sie wählt für ihre Nachhaltigkeitsindizes Unternehmen, die in ihrer Branche eine Vorreiterrolle spielen. So laste die Lufthansa ihre Maschinen besser aus als andere Fluggesellschaften und Toyota habe das erste serienmäßig verkaufte Hybridauto auf den Markt gebracht. Selbst der französische Ölkonzern Total ist im Portfolio. Laut SAM entwickelt der Konzern saubere Treibstoffe, fördert neue Energien und nimmt eine Vorreiterrolle ein, was die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter am Arbeitsplatz angeht.

Härtere Auslese
Viele Anleger wünschen sich aber eine härtere Auslese. Das zeigt auch das Ergebnis einer Online-Umfrage von Finanztest aus dem vergangenen Sommer: Von 1 632 Befragten waren 64 Prozent der Meinung, dass Firmen der Öl- und Autobranche nicht in einen Ökofonds gehören - selbst wenn sie vergleichsweise sauber arbeiten. Auch Firmen, die ihr Geld mit der Produktion von Waffen oder Zigaretten verdienen oder Kinderarbeit zulassen, haben nach Ansicht vieler Ökoanleger nichts in derartigen Fonds zu suchen. Hier zeigt sich: Öko ist eigentlich nicht der richtige Begriff, vielmehr handelt es sich in diesen Fällen um ethische Ausschlussgründe.

Ökoindizes
Neben Aktien und Fonds gibt es auch einige Ökoindizes. Sie geben eine Aktienauswahl vor, auf die sich Fonds und Zertifikate stützen. Zu diesen gehören:

Spitzenreiterfonds Pioneer Global Ecology
Mit einer Finanztest-Bewertung von 77,1 Punkte ist der Pioneer Global Ecology ein „stark überdurchschnittlicher“ Fonds. Er führt die Top-Ten der untersuchten Fonds an. Für Manager Zimmermann sind Anlagen in Alkohol, Glücksspiel, Tabak und Rüstung tabu. Die Auto- oder Flugzeugindustrie sind aber erlaubt, ebenso wie Aktien von Firmen, die mit Atomkraft ihr Geld verdienen. Trotzdem ist die Bezeichnung „Ecology“ nach Ansicht der zugehörtigen Fondsgesellschaft Pioneer berechtigt. Laut Verkaufsprospekt soll der Fonds für mindestens zwei Drittel seines Vermögens Aktien von Unternehmen kaufen, die umweltfreundliche Produkte oder Technologien herstellen oder dazu beitragen, dass die Umwelt sauberer und gesünder wird. Das seien Anforderungen, wie sie im Kriterienkatalog für Ökofonds zu finden sind. Sie gelten aber nicht für alle Papiere, die der Fonds kauft.


Zu den Testergebnissen (externer Link)

 

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