Bonn, 29.03.2008 19:03 Uhr (redaktion)
Gewaltige Summe. Die Finanzmarktaufsicht BaFin rechnet einem Magazinbericht zufolge weltweit bei Banken und anderen Finanzinstituten mit bis zu 600 Milliarden Dollar an Verlusten infolge der Kreditkrise.
Das berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab unter Berufung auf eine interne Vorlage der Aufsichtsbehörde. Auf die deutschen Banken entfielen davon rund zehn Prozent, so dass die hiesigen Finanzinstitute im schlimmsten Fall mit Ausfällen von bis zu 60 Milliarden Dollar rechnen müssten, rechnete das Magazin vor. In einem günstigeren Szenario, das die BaFin derzeit für wahrscheinlicher halte, kämen auf die deutschen Institute insgesamt Verluste von 43 Milliarden Dollar zu. In den Zahlen enthalten seien auch jene Verluste, die die Kreditinstitute bereits eingeräumt hätten. Dies seien weltweit derzeit 295 Milliarden Dollar.
Eine BaFin-Sprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren. Sie sagte, die Behörde habe ein Diskussionspapier für die Expertenrunde "Financial Stability Forum" in Rom vorbereitet. Darin sei von rund 300 Milliarden Dollar an Belastungen die Rede, die die Finanzinstitute weltweit bis jetzt verbucht hätten. Diese Zahl stamme jedoch aus öffentlichen Quellen und nicht von der BaFin.
Die Bundesregierung hatte am Vortag erklärt, dass die BaFin derzeit das Engagement und die Risiken deutscher Banken im US-Immobiliengeschäft prüft, nannte aber keine Zahlen.
(reuters)
» Zur Startseite von Finanzen Markt & Meinungen