Bundesweit, 29.03.2008 11:30 Uhr (redaktion)
In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag beginnt in Deutschland die Sommerzeit. Um 2.00 Uhr werden die Zeiger der Uhren eine volle Stunde auf 3.00 Uhr vorgestellt.
Das bedeutet eine Stunde weniger Schlaf. Und: Abends bleibt es länger hell, morgens dafür länger dunkel. Die Zeitumstellung erfolgt zeitgleich in allen EU-Staaten und in den meisten europäischen Nachbarstaaten.
Die Anpassung der Funkuhren an die Sommerzeit erfolgt automatisch. Taktgeber für den Zeitwechsel ist die Atomuhr der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Über den Langwellensender DCF77 der Deutschen Telekom in Mainflingen bei Frankfurt/Main schickt sie Sonntagnacht ein Signal an alle funkgesteuerten Uhren in einem Umkreis von 2.000 Kilometern. An diesem Signal hängen beispielsweise Rundfunk- und Fernsehstationen, rund 120.000 Uhren der Deutsche Bahn, Tarif-Schaltuhren der Energieversorger, die Verkehrsregelung und natürlich auch alle privaten Funkuhren. "Das Signal hat eine Reichweite von 2.000 Kilometern und wird somit in ganz Europa empfangen", erklärt Dirk Piester von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt. "Selbst wenn in der entsprechenden Nacht deutschlandweit der Strom ausfällt, geht die korrekte Zeit nicht verloren." Die geräuschlosen, supergenauen Uhren laufen in diesem Fall mit Hilfe einer Batterie oder eines Generators weiter.
Vielen Menschen bereitet die Zeitumstellung Probleme, da sie eine volle Stunde für Aktivitäten und Schlaf verlieren. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der menschliche Organismus die Zeitumstellungen nur schwer verkraftet. Die "gestohlene" Stunde im Frühjahr bringt den Körper aus dem Rhythmus, denn unsere innere Uhr stellt sich oft gar nicht auf die neue Zeit um. Die gesundheitlichen Auswirkungen sind am besten mit einem Mini-Jetlag vergleichbar. Schlafstörungen, Gereiztheit, Appetitlosigkeit und depressive Stimmungen können die Folge sein. Wer kann, sollte die ersten Tage nach der Umstellung eine Stunde länger als sonst schlafen. Gesundheitsexperten raten Menschen, die üblicherweise einen Mittagsschlaf halten, eine Woche lang darauf zu verzichten. Grund: So kann sich der Bio-Rhythmus leichter neu einstellen und man schläft nachts besser.
Die fehlende Stunde gibt es in diesem Jahr am 26. Oktober um 03.00 Uhr zurück. Dann endet die Sommerzeit, die Uhren werden eine Stunde zurückgestellt. Grundlage für die Zeitumstellung ist eine EU-Regelung. Sie besagt, dass die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) in allen Mitgliedstaaten jeweils am letzten Sonntag im März beginnt und am letzten Sonntag im Oktober endet.
(Quelle: NDR)
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