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Update-UBS: UBS-Präsident Marcel Ospel dankt nach Verlusten ab

Zürich/Frankfurt a.Main, 01.04.2008 09:13 Uhr (redaktion)

UBS-Präsident Marcel Ospel, unter dessen Führung die Bank die Fehlspekulationen im US-Subprime-Markt getätigt hatte, gibt sein Amt auf. Um die für die Vermögensverwaltung wichtige Eigenkapitalbasis intakt zu halten, plant die Bank eine Kapitalerhöhung um 15 Milliarden Franken.

01.04.2008
UBS hatte bereits im vergangenen Jahr gut 18 Milliarden Dollar auf Positionen im US-Immobilienbereich wertberichtigt und einen Konzernjahresverlust von 4,4 Milliarden Franken geschrieben. Nach den neuen Subprime-Verlusten hat die Bank mit 37 Milliarden Dollar so viel abschreiben müssen wie keine anderes Geldhaus auf der Welt. Im Dezember beschaffte sich die Bank 13 Milliarden Franken frisches Kapital von dem Staatsfonds GIC aus Singapur und einem nicht genannten Investor aus dem Mittleren Osten. Nun sind die bestehenden Aktionäre aufgerufen, neues Kapital einzuschiessen. Es soll ein Bezugsrecht für Altaktionäre geben.

Obwohl die Abschreibungen und der Verlust am oberen Rand der Erwartungen lagen, reagierte die Börse mit einem Kursanstieg. Die Aktie, die allein dieses Jahr mehr als 40 Prozent verloren hatte, stieg im Morgenhandel um acht Prozent. Nach Ansicht von Händlern könnte es sich dabei aber lediglich um Glattstellung von Baissepositionen handeln.

01.04.2008
Die Schweizer Grossbank UBS rechnet nach Angaben vom Dienstag (01.04.2008) im ersten Quartal 2008 mit einem Reinverlust von etwa zwölf Milliarden Franken.
Über eine Kapitalerhöhung mit Bezugsrecht will sich die Bank rund 15 Milliarden Franken beschaffen, um ihre Kapitalbasis zu stärken. Die Generalversammlung findet am 23. April statt.

Zugleich versucht die Bank reinen Tisch zu machen und gliedert ihre Positionen im Subprime-Bereich in eine gesonderte Gesellschaft aus und Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel wird nicht mehr zu Wiederwahl antreten. Sein Nachfolge soll Peter Kurer werden. Kurer ist "General Counsel" der UBS.

Die UBS, die sich mit amerikanischen Hypothekenverbriefungen verkalkuliert hat und mit 18 Milliarden Dollar bisher mehr als jede andere europäische Bank abgeschrieben hat, hat sich über eine Pflichtwandelanleihe vor kurzem bereits 13 Milliarden Franken von dem Regierungsfonds GIC aus Singapur und einem mutmasslich aus Saudi Arabien kommenden Investor beschafft. Dazu kommen noch sechs Milliarden Franken aus einer Reihe von Massnahmen wie etwa dem Ersatz der Bar- durch eine Aktiendividende.

Für 2007 kam die Bank auf einen Verlust von 4,4 Milliarden Franken und schrieb damit zum ersten Mal in ihrer rund zehnjährigen Geschichte rote Zahlen. Seit Anfang des Jahres hat die UBS-Aktie mehr als 40 Prozent verloren.

 

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