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Bankenverband: Konjunkturelle Abschwächung kein Anlass zur Schwarzmalerei

Frankfurt/Main, 04.04.2008 15:19 Uhr (redaktion)

In einem Statement des Bankenverbandschef Manfred Weber gibt es keine Gründe für eine negative Perspektive in der deustchen Wirtschaft.

„Mit Blick auf die deutsche Wirtschaft gibt es gute Gründe, die Perspektiven nicht zu düster zu zeichnen“, erklärt Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, anlässlich der Vorstellung des Konjunkturberichts für den Monat April. „Die gute Industriekonjunktur wird durch die langsamer wachsende Weltwirtschaft und die Euro-Aufwertung zwar gebremst, aber nicht aus der Bahn geworfen.“ Zur Begründung verweist Weber auf die deutlich verbesserte Wettbewerbsfähigkeit heimischer Unternehmen, die weiterhin günstige Auftragslage und zuletzt sogar wieder gestiegene Stimmungsindikatoren, wie den Einkaufsmanagerindex und das Ifo-Geschäftsklima.

Für Deutschland rechnet der Bankenverband 2008 weiterhin mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 %. Dies entspreche in etwa der Potenzialrate. Weber: „Die deutsche Wirtschaft kehrt somit vom Boom der Jahre 2006 und 2007 zu einer durchschnittlichen Entwicklung zurück. Für Schwarzmalerei besteht deshalb kein Anlass.“

Die vordringliche Aufgabe der Wirtschaftspolitik sieht Weber darin, dass Potenzialwachstum in Deutschland zu steigern. Die kräftige Erholung am Arbeitsmarkt belege, dass Reformen sich auszahlten. „Es ist nicht akzeptabel, dass erfolgreiche Initiativen teilweise wieder zurückgenommen werden“, kritisiert Weber. „Mit der längeren Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes und der geplanten Aussetzung des ‚Riester-Faktors’ in der Rentenformel werden den Sozialversicherungen zusätzliche Kosten aufgebürdet. Die Chance, die Lohnzusatzkosten weiter zu senken und damit die Arbeitsmarkterholung zu stützen, wird so vertan. Vor allem aber geben wir so falsche Signale.“

Die Geldpolitik wird von Weber ausdrücklich gelobt. „Die Europäische Zentralbank und die Deutsche Bundesbank agieren in einem schwierigen geldpolitischen Umfeld professionell und mit Augenmaß.“ Die Entscheidung, trotz des gestiegenen Inflationsdrucks den Leitzins seit Sommer letzten Jahres konstant zu halten, sei richtig und gut begründet. Gleichwohl biete das aktuelle Niveau und der rasche Anstieg der Teuerung Anlass zur Sorge, insbesondere wenn – wie beim aktuellen Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen in Deutschland – über kräftige Lohnerhöhungen zusätzlicher Preisdruck entsteht. Weber mahnt: „Ohne die stabilitätspolitische Unterstützung seitens der Lohnpolitik drohen höhere Inflationserwartungen. Dies könnte die Geldpolitik letztlich dazu zwingen, ihren moderaten Kurs zu verlassen.“

Hier geht es zum Konjunkturbericht

 

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