Freiburg, 09.04.2008 16:40 Uhr (redaktion)
Die Hypothekenkrise beunruhigt zusehends auch Anleger in Private Equity Funds. Branchenbeobachter fordern deshalb mehr Informationen von den Anbietern.
Mehr Transparenz bei Private Equity Funds fordert Stephanie von Keudell, Chefredakteurin des Informationsbriefs „Private Equity Funds Quarterly Analysis“. Spannend ist, ob ihr die Branche wirklich folgt.
Bisher waren Investitionen in Private Equity Funds für die meisten Anleger Black-Box-Investitionen. Einsichten in Methodik und Kompetenz des Managements und die Chancen der einzelnen Investitionsobjekte sind kaum möglich. Entweder sind die Investitionen nicht bekannt (Blind Pools) oder es werden nur Fragmente beschrieben.
Erhebliches Risiko
Das war bislang angesichts meist günstiger Performanceberichte und Wertverläufe relativ selten ein Problem. Seit es jedoch die Hypothekenkrise gibt, macht sich unter Private-Equity-Anlegern Misstrauen breit. Sie befürchten, dass die Folgen der Finanzkrise auch vor den Private Equity Funds nicht halt machen, zumal Dach- und/oder Zielfonds meist hoch fremdfinanziert sind. Zudem reagieren die Unternehmensbereiche, in die Private Equity Funds vorzugsweise investieren, besonders empfindlich auf Konjunkturschwankungen.
Abschreckung risikoscheuer Anleger
Nun ist weder die Struktur von Private Equity Funds (Dachfonds, Zielfonds, Investitionsobjekt) noch der Investitionsverlauf (Blind-Pool) der Transparenz wirklich zugänglich. Die einzelnen Anbieter werden deshalb eventuell auch eine gewisse Scheu vor allzu viel Transparenz entwickeln. Schließlich führt eine allzu deutliche Beschreibung der Investitionsdetails dazu, dass die Anlagerisiken transparenter werden. Das könnte die traditionell risikoscheue deutsche Anlegerschaft zu zunehmend reservierterem Umgang mit diesem Produkt veranlassen.
(Quelle: Haufe Finanzdienstleister)
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