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Der Börsentag 17.04.2008: Nokia und Merrill Lynch trüben Stimmung

Frankfurt/Main, 17.04.2008 18:39 Uhr (redaktion)

Geschäftszahlen von Merrill Lynch und ein skeptischer Branchenausblick des finnischen Handygiganten Nokia haben die Börsen am Donnerstag ins Minus gedrückt.

Auch anfangs positiv aufgenommene Ergebnisse von IBM und Ebay konnten den Dax nicht im Plus halten. Am frühen Nachmittag stand an der Frankfurter Kurstafel ein Minus von 0,3 Prozent auf 6681 Punkte. Auch das Umfeld sprach nicht für steigende Kurse: Der Euro pirschte sich immer näher an die Marke von 1,60 Dollar an, der Preis für US-Öl stieg erstmals über die Marke von 115 Dollar. Zudem starteten auch die US-Aktien mit Kursverlusten in den Tag.

Vor allem die Zahlen von Merrill Lynch wurden von den Börsianern im Laufe des Tages immer skeptischer gesehen. Die weltgrößte Investmentbank hat in Folge der Kreditkrise im ersten Quartal des Jahres erneut einen Milliardenverlust verbucht: Das Minus in den ersten drei Monaten des Jahres belief sich auf 1,97 Milliarden Dollar oder 2,19 Dollar je Aktie. Analysten hatten mit 1,96 Dollar je Aktie gerechnet. Im Vorjahresquartal hatte die Bank unter dem Strich noch 2,16 Milliarden Dollar verdient. "Eigentlich hätte der Markt nach den Zahlen in die Knie gehen müssen", sagte ein Händler. "Aber offenbar wurde Schlimmeres befürchtet - wir haben uns anscheinend schon an schlechte Nachrichten aus der Finanzbranche gewöhnt", sagte ein anderer Marktteilnehmer.

Die europäischen Finanzwerte hielten sich knapp im Plus, der europäische Branchenindex notierte kaum verändert. In Frankfurt verzeichnete die Deutsche-Bank-Aktie ein leichtes Plus von 0,2 Prozent auf 74,83 Euro, während Commerzbank um 0,6 Prozent auf 21,72 Euro fielen.

Heftige Kursverluste lösten dagegen die Ergebnisse von Nokia aus. Der weltgrößte Handy-Hersteller steigerte zwar seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal im Rahmen der Erwartungen. Für das Gesamtjahr rechnet Nokia aber mit einem rückläufigen Umsatz der Handybranche in Euro, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. An der Börse in Helsinki stürzte der Nokia-Aktienkurs daraufhin um mehr als zehn Prozent ab. Das hinterließ europaweit Spuren: Der Technologieindex sackte um 5,3 Prozent ab und war damit das Schlusslicht unter den europäischen Sektorindizes.

Auch das Papier der Hypo Real Estate stand unter Druck: Es verlor 4,5 Prozent auf 21,96 Euro und war damit der größte Verlierer im Dax. Allerdings hatten die Aktien am Vortag einen Satz nach oben gemacht, so dass Händler die aktuelle Kursbewegung nicht überraschte. "Es ist ganz normal, dass Anleger nach dem Kurssprung von rund 25 Prozent am Vortag Gewinne mitnehmen", sagte ein Händler. Wie das Münchener Unternehmen am Vortag mitgeteilt hatte, will der US-Finanzinvestor JC Flowers mit bis zu 24,9 Prozent einsteigen und bietet 22,50 Euro pro Aktie. Auch Deutsche Börse fielen mit einem Kursverlust von 3,7 Prozent auf 89,99 Euro deutlich zurück. "Bei den niedrigen Umsätzen, die wir in den vergangenen Tagen gesehen haben, können die nächsten Quartalszahlen gar nicht mehr so gut ausfallen", sagte ein Händler. Die Reihen der Gewinner im Dax wurden von der TUI-Aktie angeführt, die 2,3 Prozent höher bei 17,83 Euro notierte. Händler verwiesen zur Begründung darauf, dass sich der Machtkampf der Großaktionäre wenige Wochen vor der Hauptversammlung verschärft. "Ein solcher Machtkampf ist letztlich immer gut für die Aktionäre", sagte ein Händler.

(ThomsonReuters)

 

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