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Statement Bankenverband zu den Ergebnissen des G7-Finanzministertreffens

Berlin, 18.04.2008 11:38 Uhr (redaktion)

Der Bankenverband begrüßt die FSF-Empfehlungen (Financial Stability Forum) zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Finanzmärkte und das darauf aufbauende Aktionsprogramm, das von den G7-Finanzministern beschlossen wurde.

„Die Arbeiten sind auf einem guten Weg. Ich halte vor allem das Bemühen der G7 für sachgerecht, die aktuell immer noch schwierige Marktlage nicht durch überzogene Ad-hoc-Maßnahmen weiter zu verschärfen“, erklärte Prof. Dr. Manfred Weber, Geschäftsführender Vorstand des Bankenverbandes, in Berlin.

Ganz offensichtlich habe die Finanzmarktkrise eine Reihe von Ursachen. Dazu zähle die in den letzten Jahren außerordentlich hohe Liquidität an den Finanzmärkten ebenso wie Fehlentwicklungen beim Risikomanagement von Marktteilnehmern und Schwachpunkte des Rechtsrahmens für Finanzgeschäfte. „Daher wird nur der richtige ‚Policy Mix' aus Selbstregulierungsinitiativen und - dort, wo die Marktteilnehmer selbst nicht in der Lage sind, die erforderlichen Standards zu setzen - neuen Rechtsvorschriften am Ende zum Ziel führen“, unterstrich Weber weiter.

Positiv wertete Weber insbesondere Vorschläge zur Stärkung der Transparenz an den Verbriefungsmärkten, zur Optimierung der Ratingverfahren und zur Überprüfung der Bilanzierungsstandards. Zudem sei die Forderung nach einer raschen weltweiten Umsetzung der Basel-II-Regeln nur zu unterstützen. Das gelte vor allem für die USA und die dort bislang eingeräumten langen Übergangsfristen. Gerade im Bereich der Kapitalvorschriften seien die Vorschläge jedoch überzogen. „Eine generelle Erhöhung der Eigenkapitalquoten wird das Problem nicht lösen. Risikounabhängige Eigenkapitalpuffer sind ein viel zu grobes Instrument und verteuern letztlich den Zugang zu Krediten. Die Risikosensitivität bei den Geschäften zu stärken, bei denen es notwendig wäre, gelingt damit aber nicht“, kritisierte Weber. Diese Fragen müssten in der nun anstehenden Umsetzungsphase eingehend diskutiert werden. Die Liste der Vorschläge sei umfassend und der Zeitplan ambitioniert. Nur im engen Austausch zwischen Marktteilnehmern und politischen Institutionen sei das vorliegende Programm so zu bewältigen, dass am Ende stabilitätsfördernde und zugleich marktgerechte Lösungen stünden.

Dabei dürfe die Konsistenz der Einzelmaßnahmen nicht aus den Augen verloren werden. „Auch mit einer Fülle neuer Detailregelungen wird es nicht gelingen, alle Risiken endgültig auszuschließen. Es gilt daher auch, Überregulierung zu verhindern. Die Gesamtwirkung von Transparenz-, Offenlegungs- und neuen Kapitalunterlegungspflichten muss ausgewogen bleiben“, so Weber.

 

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